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Keime in Geflügelfleisch: Ermittelte Hygienemängel in Schlachthöfen führen zu Darmerkrankungen

Sebastian Bertram
Verfasst von Sebastian Bertram
3. August 2015
in News
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Immer öfter entdecken Kontrolleure krankmachende Keime in Geflügelfleisch. Durch einen spezifischen Keim nahm die Zahl der Darmerkrankungen in Deutschland in den letzten zehn Jahren kontinuierlich zu. Das meldet der Spiegel in seiner neusten Ausgabe. Auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin schlägt Alarm und warnt vor den stetig wachenden Folgen.

Laut der Spiegel-Recherchen erkranken jedes Jahr etwa 71.000 Menschen an dem Campylobacter-Keim. Die Erreger werden meistens durch den Verzehr von Geflügelfleisch übertragen. Im Jahre 2004 waren es amtlichen Angaben zufolge noch 55.803. Das ergehe aus einer Anfrage der Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen an die Bundesregierung.

Offenbar zu geringe Hygiene in deutschen Schlachthöfen
Ursächlich für das vermehrte infektiöse Geschehen soll laut dem Gesundheitsministerium „die mangelhafte Hygiene in den Schlachthöfen sein“. Bei Kontrollen wird immer öfter „infiziertes Fleisch festgestellt“. Im Jahre 2013 war der Keim auf mehr als der Hälfte der untersuchten Hähnchen nachgewiesen. Im Jahre 2011 war es über 40 Prozent der im Labor analysierten Masthähnchen der Fall. “Das ist ein alarmierender Zustand. Erreger werden durch eine mangelhafte Schlachthygiene vom Tier auf den Menschen übertragen”, zitiert der “Spiegel” den agrarpolitischen Sprecher der Grünen-Fraktion, Friedrich Ostendorff. Zustimmend zeigte sich auch das Bundesgesundheitsministerium. Demnach sei es „zwingend erforderlich, die Hygienebestimmungen in den Betrieben konsequent umzusetzen“.

Besonders bedenklich ist der festgestellte Anstieg der Kontaminationsvorgang der Schlachtkörper von Masthähnchen mit Campylobacter-Bakterien. Wurden die Bakterien im Zoonosen-Monitoring 2011 auf knapp 41 Prozent der Masthähnchen nachgewiesen, so lag der Anteil belasteter Proben im Jahr 2013 bei gut 52 Prozent.

Bauchschmerzen, Durchfall und sogar Todesfolgen
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin wies schon im März diesen Jahres vor den Gefahren von kontaminiertem Geflügelfleisch hin. „Angesichts der hohen Zahl an Erkrankungen des Menschen an einer Campylobacter-Infektion besteht aus Sicht des gesundheitlichen Verbraucherschutzes Handlungsbedarf“, so die Mitteilung des BVL. Campylobacter-Infektionen können unter anderem mit Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Durchfall und Bauchschmerzen einhergehen. Bei immungeschwächten Patienten droht ein chronischer Verlauf und die Infektion kann schlimmstenfalls zum Tode führen. (sb)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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