Italien, Griechenland und Co: Masern-Impfschutz gerade auch in Urlaubsländern notwendig

Alfred Domke

Schutz auf Reisen: Masern-Impfschutz gerade auch in Urlaubsländern notwendig

Schon seit Monaten wird auf die steigende Zahl der Masern-Fälle in Deutschland hingewiesen. Auch aus Urlaubsländern wie Italien, Frankreich oder Griechenland wurden vermehrt Erkrankungsfälle gemeldet. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml ruft nun dazu auf, den Impfschutz überprüfen zu lassen, bevor man in den Urlaub fährt.


Aus Urlaubsländern werden vermehrt Masernfälle gemeldet

Masern werden von manchen Menschen noch immer als harmlose Kinderkrankheit abgetan. Doch die Krankheit befällt auch Erwachsene. Wie aus einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums Bayern hervorgeht, ist die Zahl der Masernfälle im Freistaat im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich angestiegen. Und auch aus Urlaubsländern wie Frankreich, Griechenland und Italien werden vermehrt Masernfälle gemeldet. Die bayerische Gesundheitsministerin ruft daher dazu auf, vor Reisen den eigenen Impfschutz zu überprüfen.

Nicht nur hierzulande, sondern auch aus Urlaubsländern wie Frankreich, Griechenland und Italien werden vermehrt Masernfälle gemeldet. Daher sollte man vor einer Reise besser seinen Impfschutz überprüfen lassen. (Bild: Stockfotos-MG/fotolia.com)

Erkrankungsfälle haben sich verdoppelt

„In Bayern wurden uns in diesem Jahr bereits 89 Masernfälle gemeldet. Das sind mehr als doppelt so viele Fälle wie im Vorjahreszeitraum. Deshalb dürfen wir in unseren Bemühungen, die Impflücken in der Bevölkerung zu schließen, auch künftig nicht nachlassen!“, so Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml.

„Der eigene Impfschutz sollte gerade auch vor der nächsten Urlaubsreise noch einmal überprüft werden. Eine fehlende Impfung sollte dann in Absprache mit dem Arzt noch vorgenommen werden“, sagte die Ministerin, die selbst approbierte Ärztin ist.

„Denn auch in den klassischen deutschen Urlaubsländern wie Frankreich, Griechenland und Italien treten vermehrt Masernfälle auf.“

Hoher Anteil an erkrankten Jugendlichen und Erwachsenen

Den Angaben zufolge ist bei den Masernmeldungen in den vergangenen Jahren ein hoher Anteil an erkrankten Jugendlichen und Erwachsenen zu verzeichnen.

So war in Bayern gut die Hälfte der gemeldeten Fälle (55 Prozent) in den Jahren von 2013 bis 2018 (bis Meldewoche 30) 15 bis 45 Jahre alt.

„Wir empfehlen den Impfausweis regelmäßig auf fällige oder fehlende Impfungen überprüfen zu lassen“, sagte Huml.

„Für Masern gilt: Nur wer in der Kindheit zweimal oder im Erwachsenenalter einmal gegen Masern geimpft ist, besitzt einen vollständigen Schutz. Erwachsene benötigen vor allem dann eine Masernimpfung, wenn sie nicht geimpft sind, in der Kindheit nur eine Impfung erhalten haben oder der Impfstatus unklar ist.“

Der Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Dr. Andreas Zapf, fügte hinzu: „Masern zählen zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten. Sie können auch bei Erwachsenen einen sehr schweren Verlauf nehmen und zu einer Gehirnentzündung oder sogar zum Tod führen. Die Impfung bietet hingegen einen wirksamen Schutz.“

Sich und andere schützen

Huml betonte: „Wer geimpft ist, schützt sich und andere! Das sollten auch Impfgegner bedenken.“

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist „eine Impfquote von mindestens 95 Prozent zur Elimination der Masern notwendig“, so die Ministerin.

Im Zusammenhang mit der Infektionskrankheit wird immer wieder über eine mögliche Masern-Impfpflicht in Deutschland diskutiert. In Italien wurde eine solche im vergangenen Jahr per Gesetzesbeschluss eingeführt.

Von einer Mehrheit der Deutschen würde die Impfpflicht begrüßt werden, zahlreiche Experten sind jedoch dagegen. Sie setzen eher auf Aufklärung statt Impfpflicht. (ad)