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Jegliche Light-Softdrinks schlecht für unsere Darmflora?

Alexander Stindt
Verfasst von Alexander Stindt, Fachredakteur für Gesundheitsnews
7. Oktober 2018
in News
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Wie wirken sich Light-Getränke mit Süßstoff auf den Darm aus?

Der menschliche Darm enthält viele unterschiedliche Arten von Bakterien. Dieses auch als Darmmikrobiom bezeichnete System hält den Körper gesund. Wenn es aber aus dem Gleichgewicht gerät, kann das zu einer Vielzahl von Erkrankungen führen. Forscher haben jetzt bei einer aktuellen Studie herausgefunden, dass sogenannte Light-Getränke den Bakterien im Darm schaden können.

Die Wissenschaftler der Nanyang Technology University, der Ben-Gurion University und des Volcani Center stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass kalorienreduzierte Light-Getränke den nützlichen Bakterien in unserm Darm schaden können. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Molecules“.

Sechs künstliche Süßstoffe wurden genau untersucht

Bei der neuen Studie arbeiteten die Forscher der Nanyang Technology University in Singapore, der Ben-Gurion University und des Volcani Center in Israel zusammen, um die Auswirkungen der Exposition von Escherichia coli Bakterien im Labor genauer zu untersuchen. Dabei wurden besonders sechs von der FDA zugelassenen künstlichen Süßstoffe betrachtet. Obwohl E. coli oft mit einer Lebensmittelvergiftung in Verbindung gebracht wird, kommen viele Stämme dieser Bakterien natürlich im menschlichen Darm vor und verursachen dort keinen Schaden.

Bakterien wurden für die Untersuchung modifiziert

Die Forscher verwendeten unterschiedliche Arten von E.coli-Bakterien, welche unter verschiedenen Stressbedingungen so modifiziert wurden, dass sie biolumineszierendes Licht produzierten. Beispielsweise leuchtet ein Typ dieser Bakterien, wenn dessen DNA beschädigt ist. Ein anderer Typ leuchtet, wenn seine Zellwände oder Proteine geschädigt sind. Je nachdem, welche Art von modifiziertem E. coli nach der Zugabe künstlicher Süßstoffe durch die Wissenschaftler aufleuchtete, konnten die Forscher feststellen, welche Art von Schäden stattfanden.

Unterschiedliche Süßstoffe führten zu verschiedenen Schäden

Die Experten fanden heraus, dass jeder Süßstoff einen spezifischen Fingerabdruck erzeugt, der auf unterschiedliche Arten von Schaden hinweist. Das Farbmuster war dabei einzigartig für jeden Süßstoff. Einige Süßstoffe könnten beispielsweise schädlicher für die DNA sein als für Proteine. Aber alle untersuchten Süßstoffe schadeten den Bakterien in irgendeiner Weise, erklärt Studienautor Evgeni Eltzov vom Volcani Center. Der Experte stellte allerdings auch fest, dass diese Ergebnisse nicht automatisch bedeuten, dass die Stoffe für den Menschen toxisch sind. Weitere Forschung sei jetzt nötig, um die genauen Auswirkungen zu untersuchen. Basierend auf der aktuellen Studie fügt der Studienautor aber hinzu, dass es wohl besser ist, keine Light-Getränke zu trinken.

Welche Einschränkungen gab es bei der Studie?

Es gab eine wichtige Einschränkung bei der neuen Untersuchung: Die Studie wurde im Labor in Reagenzgläsern durchgeführt. Dennoch spekulieren die Forscher, dass die Ergebnisse auch für Menschen gelten könnten. Die Ergebnisse des Laborexperiments lassen sich allerdings nicht direkt auf den Menschen übertragen. Zum Beispiel waren die Konzentrationen von künstlichem Süßstoff, die den Bakterien hinzugefügt wurden, höher als das, was eine Person in einer Dose Diät-Limonade konsumieren würde, sagen Kritiker der Studie. Außerdem gelangt auch nicht das gesamte Süßungsmittel in den Darm. Darüber hinaus besteht das Darmmikrobiom aus einem komplizierten System unterschiedlichen Arten von Bakterien, die auf verschiedene Arten interagieren. Studien an Tieren haben aber immer gezeigt, dass künstliche Süßstoffe das Profil des Darmmikrobioms verschlechtern, von daher ist es vielleicht besser sich von ihnen fern zu halten, räumen auch die Kritiker ein. (as)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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