Kann Mineralwasser auch schlecht werden?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Kann auch Mineralwasser schlecht werden? Was ist zu beachten?

Wasser kann nicht verschimmeln, da Schimmel Eiweiß und Zucker zum Wachsen braucht und Wasser dieses nicht enthält. Auf Wasserflaschen steht dennoch ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Wir erklären, warum auch abgestandenes Wasser Infektionen mit Bakterien und Keimen verursachen kann.


Mindestens haltbar bis

Mindesthaltbarkeit bedeutet nicht, dass etwas automatisch schlecht ist, wenn wir es nach dieser Zeit konsumieren. Bei Wasser in Plastikflaschen gilt in der Regel “mindestens ein Jahr haltbar”, bei Glasflaschen sind es zwei Jahre. Doch ist das Wasser anschließend schlecht und ein Gesundheitsrisiko?

Mineralwasser in ungeöffneten Glasflaschen hält sich nahezu unbegrenzt. Ist Wasser hingegen der Luft ausgesetzt, siedeln sich diverse Mikroben schnell an, Viren ebenso wie Bakterien. (Bild: v.poth/fotolia)

Warum wird Wasser sauer?

Da Wasser kein Eiweiß oder Zucker enthält, kann es auch nicht verrotten oder vergären. Offen aufbewahrt, nimmt Wasser indessen CO2 auf, dadurch entsteht Kohlensäure. Diese senkt den pH-Wert ein wenig und das Wasser schmeckt etwas sauer. Für die Gesundheit ist das kein Problem.

Nach zwei Tagen an offener Luft, vermehren sich Mikroben, vor allem Bakterien. Besonders am Flaschenrand setzen sie sich fest. Auch wenn mehrere Menschen aus einer Flasche trinken, können sich Viren und Bakterien verbreiten – das ist zum Beispiel ein guter Weg, um sich eine Erkältung einzufangen.

Keime im offenen Wasser

Offenes Wasser kann eine Menge Keime enthalten, die Infektionskrankheiten verursachen. Dazu gehören Adenoviren, die besonders die oberen Atemwege befallen, Noroviren, die Durchfall verursachen, Shigellen, die Infektionen des Dickdarms verursachen und Colibakterien, die ebenfalls den Darm schädigen sowie Giardia lamblia, die den Dünndarm entzünden.

Unhygienisches Milieu

Die größten Gefahren gehen jedoch nicht vom Wasser selbst aus, sondern von unhygienischen Milieus um das Wasser herum. So leben Mikroben wie Legionellen in sogenannten Biofilmen, und diese entstehen oft an den Wänden von Wasserrohren und besonders auf Rost. Der Biofilm besteht aus den Abfallprodukten diverser Mikroorganismen, die sich von Rost ernähren. Ideale Bedingungen finden Legionellen bei Temperaturen von circa 20 Grad bis circa 55 Grad.

Mindesthaltbarkeit von verschlossenem Mineralwasser?

Was geschieht nun, wenn das angegebene Mindesthaltbarkeitsdatum bei geschlossenen Wasserflaschen überschritten ist? Sie können unbesorgt sein. Die Informationszentrale Deutsches Mineralwasser versichert: “Wasser in Glasflaschen ist ungeöffnet mehr oder weniger unbegrenzt haltbar.”

Wie sieht es mit Plastikflaschen aus?

Bei Plastikflaschen ist das nicht ganz so unbedenklich. Auf Dauer könnten sich Stoffe aus dem Plastik im Wasser lösen und mit der Zeit dringt Luft in die Flaschen ein und verändert den Wassergeschmack. Besonders, wenn die Flaschen in der Hitze stehen, können Substanzen aus dem Plastik ins Wasser eindringen. Weiter können sich aus den Plastikflaschen auf Dauer hormonähnliche Substanzen bilden, deren Auswirkungen auf die Gesundheit nicht hinreichend erforscht sind.

Leitungswasser ist ebenso qualitativ wie Mineralwasser

In Deutschland ist Leitungswasser nicht nur eine günstige Alternative zum gekauften Mineralwasser, sondern auch eine gute. Es wird hierzulande streng und oft kontrolliert. Gekauftes Mineralwasser darf dabei im Vergleich zum Leitungswasser ein Mehrfaches von Stoffen wie Blei und Arsen enthalten. Zudem gilt für Mineralwasser: Viele Wassersorten schnitten im Test gut ab – doch es gibt negative Ausnahmen.(Dr. Utz Anhalt)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.