Kardiostudien: Soja kann vor Herz-Erkrankungen schützen

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Wie wirkt sich Soja auf unser Herz aus?

Produkte aus Sojabohnen werden immer beliebter, doch wie wirkt sich Soja auf unsere Gesundheit aus? Es gab bereits in der Vergangenheit die Vermutung, dass Sojaprotein beim Menschen das Cholesterin senken kann, was vor Herzerkrankungen schützt. Neuste Forschungsergebnisse bekräftigen dies.


Bei der Untersuchung der University of Toronto wurde jetzt ein konsistenter cholesterinsenkender Effekt für Sojaprotein festgestellt. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Journal of the American Heart Association“ veröffentlicht.

Sojabohnen und daraus hergestellte Produkte liefern reichlich Eisen und senken das Cholesterin. (Bild: sorrapongs/fotolia.com)

Soja schützt vor Herzerkrankungen

Für die Untersuchung wurden die gesammelten Daten aus Dutzenden klinischen Studien ausgewertet, die sich über die letzten zwei Jahrzehnte erstreckten. Die aktuelle Untersuchung stellte die These der US-amerikanischen Food and Drug Administration in Frage, die gesundheitsbezogene Angabe für Sojaprotein und Herzkrankheiten zu widerrufen. Die Forschenden konnten beweisen, dass Soja generell das Cholesterin senkt, sowohl das Gesamtcholesterin als auch das Lipoprotein-Cholesterin mit niedriger Dichte, welches das Herz schädigen kann.

Pflanzliche Ernährung verstärkt schützenden Effekt

Die Forschenden führten eine kumulative Metaanalyse durch, anhand derer sie die Wirkung von Soja in allen Studien zusammen, jedoch zu unterschiedlichen Zeitpunkten und unter Hinzufügung von Daten aus jeder neuen Studie, untersuchen konnten. Die FDA wird wahrscheinlich in diesem Sommer über die gesundheitsbezogenen Angaben zu Soja entscheiden. Die Daten stützen nachdrücklich die ursprüngliche Aussage der FDA zur Auswirkung auf die Herzgesundheit, berichten die Forschenden. Es ist wichtig zu wissen, dass die Senkung des Cholesterinspiegels zwar weniger als fünf Prozent betrug, der Effekt wird jedoch viel stärker wurde, wenn Soja zusammen mit anderen pflanzlichen Lebensmitteln Teil der Ernährung ist.

Pflanzliche Ernährung sollte gefördert werden

Studienautor David Jenkins von der University of Toronto und seine Kollegen entwickelten bereits in den 1980er Jahren den sogenannten glykämischen Index, der die Wirkung verschiedener Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel zeigt. In jüngerer Zeit half er bei der Entwicklung eines Ernährungsportfolios, welches Nüsse, pflanzliches Protein, viskose Ballaststoffe und Pflanzensterine umfasst, die zusammen die Risikofaktoren für Herzerkrankungen um bis zu 30 Prozent senken können. Dieses Portfolio an Lebensmitteln wurde unter anderem von Heart UK und der European Atherosclerosis Society in die Ernährungsrichtlinien aufgenommen. Menschen bewegen sich auf ein Zeitalter des pflanzlichen Proteins zu, und es wäre eine Schande, wenn dieser Wandel untergraben würde, so Jenkins. Pflanzliche Lebensmittelproduzenten, Industrie und Handel brauchen jede Hilfe, um ihre Produkte den Verbraucherinnen und Verbrauchern zugänglich zu machen, so der Studieautor weiter. (as)

Autor:
Alexander Stindt
Quellen:
  • David J. A. Jenkins, Sonia Blanco Mejia, Laura Chiavaroli, Effie Viguiliouk, Siying S. Li et al.: Cumulative Meta‐Analysis of the Soy Effect Over Time; Journal of the American Heart Association (Abfrage: 28.06.2019), JAHA

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.