Körperliche Fitness verbessert die kognitive Leistungsfähigkeit

Mehrere Personen kniend beim Sportkurs

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

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Ein gesünderes Gehirn durch sportliche Aktivität?

Es besteht ein Zusammenhang zwischen guter körperlicher Fitness und einer verbesserten kognitiven Leistung. Eine solche Steigerung der mentalen Kräfte hängt mit der Integrität der weißen Substanz zusammen, so das Ergebnis einer aktuellen Studie.


Bei der Untersuchung der Universität Münster wurde festgestellt, dass körperliche Fitness sich stark auf die kognitive Leistung auswirkt. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlicht.

Mehrere Personen kniend beim Sportkurs
Unsere Fitness hat einen großen Einfluss auf unsere geistige Gesundheit und kognitive Leistung. (Bild: drubig-photo/fotolia.com)

Wie wirkt sich körperliche Fitness auf das Gehirn aus?

In den letzten Jahren wurde intensiv untersucht, wie körperliche Fitness den Geist beeinflussen kann. Verschiedene Studien haben beispielsweise ergeben, dass körperliche Fitness das Risiko für Demenz reduzieren kann und depressive Symptome lindert. Es gibt auch Hinweise darauf, dass körperliche Aktivität die kognitive Leistungsfähigkeit von gesunden Personen, Menschen unterschiedlichen Alters und Teilnehmenden mit kognitiven Beeinträchtigungen steigert. In ähnlicher Weise haben einige Untersuchungen positive Zusammenhänge zwischen körperlicher Fitness und Veränderungen der Gehirnstruktur festgestellt.

Einschränkungen bei vorherigen Studien

Frühere Studien wiesen allerdings gewisse Einschränkungen auf In einigen Fällen berücksichtigten sie beispielsweise keine Variablen, welche eine wichtige Rolle spielen könnten. Es gab selten Studien, welche die Assoziationen zwischen körperlicher Fitness, Integrität der weißen Substanz und mehreren unterschiedlichen kognitiven Bereichen gleichzeitig untersuchten. Die neue Studie versuchte einige der vorhandenen Lücken zu füllen. Anhand einer großen Stichprobe gesunder Menschen untersuchten die Forschenden erneut die Zusammenhänge zwischen körperlicher Fitness, Gehirnstruktur und einer Vielzahl kognitiver Faktoren.

Was für Tests wurden durchgeführt?

Die Forschenden analysierten Daten aus dem Human Connectome-Projekt, das MRT-Gehirnscans von 1.206 Erwachsenen mit einem Durchschnittsalter von 28,8 Jahren umfasst. Einige der Teilnehmenden unterzogen sich auch noch weiteren Tests. Insgesamt absolvierten 1.204 Teilnehmende einen Gehtest, bei dem sie zwei Minuten lang so schnell gingen wie sie konnten. Die Forschenden notierten dann die zurückgelegte Entfernung. Insgesamt 1.187 Teilnehmende absolvierten zusätzlich auch kognitive Tests. Dabei wurden unter anderem das Gedächtnis, die Argumentation und das Urteilsvermögen der Teilnehmenden untersucht.

Kognitive Leistungsfähigkeit reduziert sich im jungen Alter mit sinkender Fitness

Es zeigte sich, dass Personen, die im 2-Minuten-Gehtest eine bessere Leistung erbrachten, mit Ausnahme bei einer kognitiven Aufgabe, eine signifikant bessere Leistung erbrachten. Wichtig ist, dass diese Beziehung auch nach der Kontrolle einer Reihe von Faktoren, einschließlich BMI, Blutdruck, Alter, Bildungsniveau und Geschlecht, signifikant war, erläutern die Forschenden. Das Team zeigte, dass diese kognitive Verbesserung bei einem höheren Fitnesslevel mit einer Verbesserung der strukturellen Integrität der weißen Substanz verbunden war.

Die vorliegende Forschungsarbeit liefert anhand einer großen Stichprobe gesunder junger Erwachsener Beweise für eine positive Beziehung zwischen körperlicher Fitness und der Mikrostruktur der weißen Substanz sowie auch der kognitiven Leistung. Die kognitive Leistungsfähigkeit nimmt selbst in jungen Jahren mit sinkender Fitness ab, berichten die Forschenden. Dies lasse vermuten, dass das schleche Fitness ein vermeidbarer Risikofaktor für die Gesundheit des Gehirns zu sein scheint. Da die Tests zu einem bestimmten Zeitpunkt durchgeführt wurden, ist nicht ersichtlich, wie sich die Fitness und die kognitiven Fähigkeiten im Laufe der Zeit verändern. Zukünftige Studien werden feststellen müssen, ob die Steigerung des Fitnessniveaus eines Individuums auch die kognitiven Fähigkeiten steigert. (as)

Autor:
Alexander Stindt
Quellen:
  • Nils Opel, Stella Martin, Susanne Meinert, Ronny Redlich, Verena Enneking et al.: White matter microstructure mediates the association between physical fitness and cognition in healthy, young adults, in Scientific Reports (Abfrage: 16.09.2019), Scientific Reports

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.