Krankenhauskeim: Vielversprechende Impfstoffstrategie gegen Staphylococcus aureus

Staphylococcus aureus (S. aureus) zählt weltweit zu den wichtigsten Erregern von Infektionen beim Menschen und gilt als ein gefürchteter Krankenhauskeim. (Bild: royaltystockphoto/stock.adobe.com)

Hoffnung auf Impfung gegen Krankenhauskeim

Staphylokokken sind die Ursache für viele Infektionserkrankungen bei Menschen. Sorge bereiten Gesundheitsfachleuten vor allem die multiresistenten Stämme, wie der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA). Forschende berichten nun über eine vielversprechende Impfstoffstrategie gegen den gefährlichen Krankenhauskeim.

Wie das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) erklärt, ist Staphylococcus aureus ein Bakterium, das viele Menschen besiedelt, ohne Krankheiten hervorzurufen. In besonderen Fällen führt es aber zu Infektionen, die aufgrund der vorhandenen Antibiotikaresistenzen schwer zu behandeln sind. Nun gibt es Hoffnung auf eine Impfung gegen den gefährlichen Krankenhauskeim.

Gefürchteter Krankenhauskeim

Laut einer aktuellen Mitteilung des DZIF zählt Staphylococcus aureus (S. aureus) weltweit zu den wichtigsten Erregern von Infektionen beim Menschen und gilt als ein gefürchteter Krankenhauskeim.

Die aktive sowie passive Immunisierung gegen multiresistente Stämme wird als potentiell wertvolle Alternative zur Antibiotikatherapie angesehen. Alle bisherigen Impfstoffkandidaten blieben aber klinisch erfolglos.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Uniklinik Köln sowie des DZIF haben nun mit der Epitop-basierten Immunisierung eine neue Impfstrategie gegen S. aureus im Nature Partner Journal „NPJ VACCINES“ beschrieben.

Lebensbedrohliche Erkrankungen

S. aureus verursacht lebensbedrohliche Erkrankungen wie tiefe Wundinfektionen, Sepsis (Blutvergiftung), Endokarditis (Herzinnenhautentzündung), Pneumonien (Lungenentzündungen) oder Osteomyelitis (Knochenmarkentzündung).

Dazu stellt die zunehmende Antibiotikaresistenz wie beim Methicillin-resistenten-S. aureus (MRSA) therapeutische Herausforderungen an die Medizin. In der Vergangenheit wurden gegen S. aureus bereits zahlreiche Impfstoffe entwickelt, allerdings blieben diese in den klinischen Prüfphasen durchweg ohne Erfolg.

„Für die zukünftige Impfstoffentwicklung bedeutet dies, dass die klassischen Ansätze der Impfstoffentwicklung qualitativ verändert werden müssen, um einen Durchbruch für einen effektiven Impfstoff gegen S. aureus zu erhalten“, erläutert Univ.-Prof. Dr. Martin Krönke, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene des Klinikums der Universität zu Köln.

Potentielle Vakzine-Kandidaten charakterisier

Die Kölner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben jetzt nach jahrzehntelanger Forschung eine neue vielversprechende Impfstoffstrategie gegen S. aureus veröffentlicht. Nachdem sie zunächst mehrere S. aureus-Antigene als potentielle Vakzine-Kandidaten charakterisiert hatten, sind sie laut der Mitteilung einen Schritt weitergegangen.

Mit Hilfe von monoklonalen Antikörpern, die eine schützende Wirkung im Infektionsmodell zeigten, konnte Dr. Alexander Klimka, Leiter einer Arbeitsgruppe des DZIF, sowie Erstautor der Studie, deren Bindungsstellen, die sogenannten Epitope, in den Impfantigenen präzise lokalisieren.

„Bei dem S. aureus Protein Coproporphyinogen III Oxidase (CgoX) konnten wir das Epitop auf einen 12-Aminosäuren umfassenden Abschnitt eingrenzen“, so Klimka.

„Das Besondere dieser Arbeit ist, dass es gelang, mit diesem winzig kleinen Abschnitt von CgoX eine schützende Immunantwort gegen die S. aureus-Infektion auszulösen. Die Eingrenzung des Impfstoffes auf ein 12-Aminosäuren kleines Epitop stellt eine bisher unerreichte Präzision eines Impfstoffkandidaten gegen S. aureus dar.“

Besonders erfreulich war auch die Beobachtung, dass über 97 Prozent von mehr als 35.000 untersuchten klinischen S. aureus-Stämmen dieses Epitop unverändert aufweisen und somit der Impfstoffkandidat eine breite Wirkung erzielen wird.

„Die Epitop-basierte Immunisierung stellt eine neue Qualität in der Impfstoffentwicklung dar, weil zu erwarten ist, dass weit weniger unerwünschte Immunreaktionen erfolgen, als sie bei der Verwendung von Gesamteiweißstoffen oder gar abgetöteten Erregern immer wieder festzustellen sind“, sagt Prof. Krönke. (ad)

Autoren- und Quelleninformationen

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Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Alfred Domke
Quellen:
  • Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF): Hoffnung auf Impfung gegen Staphylococcus aureus-Infektionen?, (Abruf: 26.01.2021), Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF)
  • Alexander Klimka, Sonja Mertins, Anne Kristin Nicolai, Liza Marie Rummler, Paul G. Higgins, Saskia Diana Günther, Bettina Tosetti, Oleg Krut & Martin Krönke: Epitope-specific immunity against Staphylococcus aureus coproporphyrinogen III oxidase; in: NPJ VACCINES, (veröffentlicht: 18.01.2021), NPJ VACCINES
  • Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF): Staphylococcus aureus, (Abruf: 26.01.2021), Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.