Lebensmittelunverträglichkeiten: So können Sie sich gezielt schützen

Frau lehnt Milch ab

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

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Was Betroffene bei einer Lebensmittelunverträglichkeit tun können

Gesundheitsexperten zufolge leiden rund 20 Prozent der Männer und 30 Prozent der Frauen in Deutschland an durch Nahrungsmittel hervorgerufenen Unverträglichkeiten. Fachleute erklären was Betroffene bei einer Lebensmittelunverträglichkeit tun können und wie man sich schützen kann.


Frauen sind häufiger betroffen

Einer älteren Mitteilung der gesetzlichen Krankenkasse Pronova BKK zufolge leiden 20 Prozent der Männer und 30 Prozent der Frauen in Deutschland laut eigenen Angaben an durch Nahrungsmittel hervorgerufenen Unverträglichkeiten. Weil die Symptome denen eines Reizdarms ähneln, werden Lebensmittelunverträglichkeiten oft erst spät erkannt. Experten erklären, wie man solche Unverträglichkeiten erkennt und was dagegen getan werden kann.

Frau lehnt Milch ab
Bei Lebensmittelunverträglichkeiten wie etwa gegen Milchzucker, ist es angeraten, auf entsprechende Nahrungsmittel zu verzichten. Experten haben noch mehr Tipps für Betroffene. (Bild: absolutimages/fotolia.com)

Die häufigsten Anzeichen sind Verdauungsbeschwerden

Die häufigsten Anzeichen für eine Lebensmittelunverträglichkeit sind Verdauungsbeschwerden wie etwa Durchfall, Völlegefühl, Blähungen, Sodbrennen oder Bauchkrämpfe, erklärt die DAK Gesundheit auf ihrer Webseite.

Doch auch Hautausschläge, Schwindel, Kopfschmerzen oder allgemeine Abgeschlagenheit können auf eine Unverträglichkeit hinweisen.

Die Symptome treten kurz nach dem Verzehr des entsprechenden Lebensmittels auf, manchmal aber auch Stunden später.

Je nachdem, ob größere oder kleinere Mengen des Nahrungsmittels konsumiert wurden, fallen die Symptome stärker oder schwächer aus.

Zahl der Betroffenen hat immer weiter zugenommen

Doch wie kommt es eigentlich zu Lebensmittelunverträglichkeiten?

Wie die DAK erklärt, fehlen Betroffenen entweder bestimmte Enzyme im Körper, um die Bestandteile aus der Nahrung zu verwerten oder ihre Dünndarmhaut ist geschädigt, sodass die Dünndarmwände in der Folge zu viele Schadstoffe in den Blutkreislauf gelangen lassen.

Als Ursachen hierfür sehen Fachleute unsere heutige Ernährungsweise mit stark verarbeiteten Lebensmitteln, Stress und schädliche Umwelteinflüsse.

Deshalb ist die Zahl der Menschen mit einer Unverträglichkeit in den letzten Jahren immer weiter angestiegen.

Experten-Tipps

Die Krankenkasse DAK erläutert auch, was Betroffene bei einer Lebensmittelunverträglichkeit tun können.

Wer den Eindruck hat, bestimmte Lebensmittel nicht zu vertragen, sollte als ersten Schritt ein Ernährungstagebuch führen. Darin wird Tag für Tag notiert, was gegessen wird und wann die Beschwerden auftreten. So lassen sich erste Anhaltspunkte finden.

Für eine sichere Diagnose sollte aber ein Arzt aufgesucht werden.

Eine Milchzuckerunverträglichkeit, die sogenannte Laktose-Intoleranz sowie eine Fruchtzuckerunverträglichkeit, die sogenannte Fruktose-Intoleranz, lassen sich durch einen einfachen Atemtest sicher nachweisen.

Lebensmittelunverträglichkeiten können zwar nicht geheilt werden, doch für die Laktoseintoleranz, die häufigste Intoleranz, stehen verschreibungsfreie Präparate zur Verfügung.

Wenn Betroffene diese einnehmen, können sie danach Milchprodukte essen, ohne starke Beschwerden zu bekommen.

Doch im Allgemeinen sollten die entsprechenden Lebensmittel weitestgehend gemieden beziehungsweise nur in solchen Mengen verzehrt werden, wie sie auch vertragen werden.

Wichtig: Es besteht ein Unterschied zwischen einer Lebensmittelunverträglichkeit und einer Lebensmittelallergie.

Bei einer Allergie wehrt das Immunsystem bestimmte Substanzen ab, beispielsweise eine in Nüssen enthaltene Eiweißverbindung.

Es bildet Antikörper dagegen, die – wenn sie auf Allergene treffen – übermäßig reagieren und dadurch schwere Beschwerden wie Atemnot, Ohnmacht oder einen lebensgefährlichen allergischen Schock auslösen können.

Bei einer Allergie müssen Betroffene das entsprechende Lebensmittel deswegen immer komplett meiden, da selbst kleinste Mengen gefährlich werden können.

Risiko senken

Um das Risiko für die Entstehung einer Lebensmittelallergie zu senken, sollte auf folgende Dinge geachtet werden:

Stark verarbeitete Lebensmittel wie Fertigprodukte, süße Teigwaren vom Bäcker oder Konserven sollten vermieden werden.

Kochen Sie jeden Tag frisch – mit ausreichend Gemüse, Vollkornprodukten und wenig Fleisch.

Achten Sie auf Entspannung – gute Möglichkeiten zum Stressabbau sind untere anderem Yoga oder autogenes Training.

Regelmäßige Bewegung aktiviert den Stoffwechsel und bringt das Immunsystem auf Trab.

Nicht „auf Verdacht“ verzichten

Die DAK Gesundheit weist aber auch darauf hin, dass man nicht „auf Verdacht“ verzichten sollte, sonder nur nach einer ärztlichen Diagnose. Schließlich sind Laktose oder Fruktose natürliche und ursprüngliche Bestandteile von Lebensmitteln.

Wenn man unter Verdauungsbeschwerden leidet und der Arzt keine Unverträglichkeit feststellen, kann, können weitere Untersuchungen, eventuell bei einem Spezialisten, durchgeführt werden.

Bei einer diagnostizierte Lebensmittelunverträglichkeit sollten sich Betroffene von einem Arzt oder einem Ernährungsberater bei der Ernährungsumstellung begleiten lassen. (ad)

Autor:
Alfred Domke
Quellen:
  • Krankenkasse DAK Gesundheit: Lebensmittelunverträglichkeiten: So deuten Sie die Anzeichen richtig, (Abruf: 22.06.2019), DAK Gesundheit
  • Krankenkasse Pronova BKK: Lebensmittelunverträglichkeiten: Frauen sind häufiger betroffen als Männer, (Abrufe: 22.06.2019), Pronova BKK

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.