MIND-Diät: Neuer Ernährungsplan senkt das Demenz-Risiko erheblich

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Schützt gesunde Ernährung vor dem kognitiven Abbau?

Mediziner untersuchten jetzt die Auswirkungen von verschiedenen Formen der Ernährung und Diät auf die kognitive Gesundheit, um herauszufinden, ob eine spezielle Ernährungsweise vor der Entstehung einer Demenz schützen kann.


Die Wissenschaftler der Columbia University stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass die richtige Ernährung vor der Entwicklung von Demenz zu schützen scheint. Die Experten publizierten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Neurology“.

Wissenschaftler fanden jetzt heraus, dass spezielle Formen der Ernährung die Entstehung von Demenz beeinflussen können. (Bild:Ocskay Mark/fotolia.com)

Welche Formen der Ernährung schützen vor kognitivem Abbau?

Die Studie umfasste über 2.600 männliche und weibliche Probanden im Alter von 25 bis 45 Jahren. Die Ernährung der Teilnehmenden wurde zu drei Zeitpunkten durch wiederholte Fragebögen bewertet, anhand derer dann die durchschnittliche Nahrungsaufnahme für jeden Einzelnen ermittelt wurde. Untersucht wurden beispielsweise die Auswirkungen der mediterranen Ernährung und der sogenannten DASH-Diät. Wenn Menschen sich an diese beiden Ernährungsmuster hielten, hatten die Probanden im Alter von 55 Jahren eine verbesserte kognitive Gesundheit. Ein Grund dafür scheint den Forschenden zufolge zu sein, dass diese Formen der Ernährung viel ungesättigte Fette, Hülsenfrüchte, Eiweiß, Ballaststoffe und Mikronährstoffe wie Thiamin, Folsäure, Magnesium, Zink, Eisen und Kalium enthalten.

Was ist in unserer typischen Ernährung enthalten?

Die typische westliche Ernährung ist häufig reich an Transfetten, gesättigten Fetten, stark verarbeitetem Lebensmitteln sowie raffiniertem Zucker und Salz. Im Gegensatz dazu ist die Ernährung im mediterranen Stil reich an Vollkornprodukten, Nüssen, Früchten, Gemüse und Olivenöl sowie arm an verarbeitetem Fleisch, rotem Fleisch, Trans- oder gesättigten Fetten und raffiniertem Zucker.

Mediterrane Ernährung verbessert die Ausdauer

Die mediterrane Ernährung scheint die Gesundheit zu verbessern und vor kardiovaskulären Krankheiten zu schützen. Bei einer weiteren kleinen Studie der St. Louis University zeigten Probanden, die eine mediterrane Ernährung zu sich nahmen, eine verbesserte Ausdauer-Leistung im Vergleich zu einer konventionellen westlichen Ernährung. Die Teilnehmenden liefen bei der Untersuchung fünf Kilometer auf einem Laufband, einmal nach vier Tagen der mediterranen Ernährung und ein weiteres Mal nach vier Tagen mit einer typischen westlichen Ernährung. Nach vier tagen der mediterranen Ernährung beschleunigte sich das Lauftempo der Probanden um sechs Prozent, obwohl die Herzfrequenz in beiden Läufen vergleichbar war. Der Grund für diesen Unterschied kann darin liegen, dass eine mediterrane Ernährung alkalischer ist, entzündungshemmende Eigenschaften aufweist, Nitrate enthält und reich an Antioxidantien ist. Die Vorteile durch eine mediterrane Ernährung gingen jedoch schnell verloren, als die Probanden ihre Ernährung zurück auf eine typisch westliche Ernährung umstellten. Laut den Forschenden unterstreicht dies die Bedeutung einer langfristigen Einhaltung der mediterranen Ernährung.

Was ist die MIND-Diät?

Eine andere Studie untersuchte die Essgewohnheiten der Australier. Dabei zeigte sich, dass eine spezielle Ernährung mit einer Verringerung des Risikos für einen kognitiven Rückgang im späteren Leben einhergeht. Die sogenannte MIND-Diät wurde von Professor Martha Morris in den USA entwickelt. Diese Form der Ernährung bezieht sich nicht nur auf den mediterranen Ernährungsplan, sondern auch auf eine Liste von Lebensmitteln, von denen bereits bekannt ist, dass sie die Gesundheit des Gehirns fördern, wie zum Beispiel antioxidativ wirkende Beeren und grünes Blattgemüse. Die Studie untersuchte, ob sich bei 1.220 australischen Erwachsenen ab einem Alter von 60 Jahren eine kognitive Beeinträchtigung über einen Zeitraum von zwölf Jahren entwickelte. Zu Beginn der Studie befragten die Wissenschaftler die Teilnehmenden zu ihrer Ernährung. Probanden bei der Studie hielten sich entweder an die Mind-Diät oder die mediterrane Ernährung. Die Probanden, welche die MIND-Diät zu sich nahmen, senkten das Risiko für einen kognitiven Verfall oder Demenz um fast ein Fünftel. Bei der anderen Gruppe von Probanden, welche eine traditionelle mediterrane Ernährung zu sich nahm, zeigte sich kein solcher Nutzen. (as)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.