Nicht nur Zähneputzen entscheidend: Wie uns richtige Ernährung vor Karies schützt

Alfred Domke

Gesundes Essen: Richtige Ernährung kann vor Karies schützen

Zwar ist Zähneputzen die wirkungsvollste Maßnahme zur Vorbeugung von Karies, Zahnfleischentzündungen und unangenehmen Zahnschmerzen, doch auch die richtige Ernährung ist von enormer Bedeutung für die Mundhygiene. Experten erklären, worauf es dabei ankommt.


Lebensmittel mit negativen Auswirkungen auf die Zahngesundheit

Die meisten Menschen lernen schon als kleines Kind, dass es Lebensmittel gibt, deren Konsum sich enorm negativ auf die Zahngesundheit auswirken kann. Allen voran sind hier typische Kinderlebensmittel wie Bonbons, Schokolade oder gezuckerte Softdrinks zu nennen. Es gibt jedoch auch Nahrungsmittel, mit denen man Karies effizient vorbeugen kann. Gesundheitsexperten haben einige Ernährungstipps parat.

Nicht nur regelmäßiges Zähneputzen, sondern auch eine ausgewogene Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil der Kariesprävention.
(Bild: Oksana Kuzmina/fotolia.com)

Viele Kinder gehen nicht zum Zahnarzt

Untersuchungen zufolge gehen rund zwei Drittel der Kinder nicht zum Zahnarzt. Eine gewissenhafte Mundhygiene kann aber gar nicht früh genug beginnen.

Bereits Milchzähne müssen äußerst gründlich gereinigt werden. Denn sie sind die beste Voraussetzung für ein gesundes Gebiss.

Doch laut Gesundheitsexperten nimmt Karies selbst bei Kleinkindern immer mehr zu. Rund 15 Prozent von ihnen sind davon betroffen. Ein Grund dafür sei, dass aufgrund mangelnder Zahnarztbesuche kaum Aufklärung über Ernährung und Mundhygiene stattfinden könne.

Ausgewogene Ernährungsweise

Die Bayerische Landesapothekerkammer (BLAK) weist nun zum Schulstart im Freistaat in einer Mitteilung darauf hin, wie Eltern mit dem richtigen Pausenbrot für ihre Kinder deren Zähne schützen können.

Eine ausgewogene Ernährungsweise ist laut den Experten ein wichtiger Bestandteil der Kariesprävention. „Grundvoraussetzung für gesunde Zähne ist eine Ernährung, die alle wichtigen Nährstoffe enthält“, so Apotheker Dr. Volker Schmitt, Pressesprecher der Apotheker in Bayern.

Calciumreiche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte sowie Gemüsesorten wie Karotten beschützen unsere Zähne.

Als Durstlöscher werden für alle Altersgruppen Wasser, ungesüßte Tees oder im Ausnahmefall auch stark verdünnte Fruchtschorlen empfohlen.

Wenn Kinder oder Erwachsene säurehaltige Getränke wie beispielsweise Cola oder Orangensaft trinken, sollten sie mit dem Zähneputzen mindestens eine halbe Stunde warten. Dies gilt auch für säurehaltige Lebensmittel wie Essiggurken, saure Äpfel oder mit Essig angerichtetem Salat.

„Wird diese „Wartezeit“ nicht berücksichtigt, kommt es zur Abtragung des Zahnschmelzes durch das Zähneputzen wie durch einen Schleifkörper“, erklärte Schmitt.

Genügend Speichel im Mund

Wichtig ist zudem, genügend Speichel im Mund zu haben, denn er ist der beste Schutz für die Zähne. Er spült und neutralisiert Säuren und er führt dem Zahn Calcium und Phosphat zu.

„Versuchen Sie also oft frische Lebensmittel zu essen, die nicht zu weich sind und deshalb gut gekaut werden müssen. Das regt den Speichelfluss an und fördert somit die Selbstreinigung der Zähne“, so Apotheker Schmitt.

In der Mitteilung wird auch darauf hingewiesen, dass viele Medikamente wie beispielsweise Anti-Parkinsonmittel, Antihistaminika oder Beruhigungsmittel, den Speichelfluss reduzieren und Mundtrockenheit verursachen.

„Menschen, die diese Medikamente einnehmen, sollten säurehaltige Speisen und Getränke möglichst selten zu sich nehmen. Sollten Sie hier Probleme haben, so berät Sie Ihre Apotheke auch gerne über Möglichkeiten wie künstlichen Speichel oder ähnliches“, sagte Schmitt. (ad)