Niedriger Vitamin D-Spiegel führt bei Frauen zu einen höheren Risiko für Brustkrebs

Alexander Stindt

Wie wirkt sich der Vitamin D-Spiegel auf Brustkrebs aus?

Eine neue Untersuchung aus Brasilien bestätigt die Ergebnisse früherer Studien, die darauf hindeuteten, dass Frauen mit einem niedrigen Vitamin D-Spiegel nach der Menopause ein höheres Risiko haben, an Brustkrebs zu erkranken.


Die Wissenschaftler der Sao Paulo State University in Brasilien stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass ein niedriger Vitamin D-Spiegel nach der Menopause bei Frauen das Risiko für Brustkrebs zu erhöhen scheint. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Menopause“.

Brustkrebs ist bei Frauen weitverbreitet. Wie wirkt sich Vitamin D auf das Risiko dieser gefährlichen Erkrankung aus? (Bild: Tyler Olson/fotolia.com)

Brustkrebs ist die am häufigsten diagnostizierte Form von Krebs bei Frauen

Das National Cancer Institute (NCI) stellt fest, dass bei ungefähr 12,4 Prozent aller Frauen irgendwann im Laufe des Lebens Brustkrebs diagnostiziert wird. Weltweit ist Brustkrebs die am häufigsten diagnostizierte Form von Krebs bei Frauen. Einige der Hauptrisikofaktoren für Brustkrebs sind bei Frauen ein zunehmendes Alter und Fettleibigkeit nach der Menopause, sagen die Experten. In den letzten Jahren wurde in vielen Studien auch der potenzielle Einfluss von Vitamin D auf das Brustkrebsrisiko diskutiert.

Was ergaben vorherige Studien zu dem Thema?

Zum Beispiel stellte eine im „British Medical Journal“ (BMJ) veröffentlichte Studie Anfang dieses Jahres bereits fest, dass die Frauen mit den höchsten Vitamin D-Spiegeln ein signifikant niedrigeres Krebsrisiko hatten, verglichen mit Frauen mit den niedrigsten Vitamin D-Spiegeln.

627 Frauen nahmen an der Studie teil

Jetzt haben Forscher der Sao Paulo State University in Brasilien ähnliche Schlussfolgerungen gezogen, nachdem sie die medizinischen Daten von 627 brasilianischen Frauen im Alter zwischen 45 und 75 Jahren analysiert hatten. Die Teilnehmenden bestanden aus zwei Gruppen von Frauen: 209 Frauen bei denen bereits Brustkrebs diagnostiziert wurde und 418 Frauen, welche nicht an Krebs erkrankt waren, die als Kontrollgruppe fungierten. Bei allen Frauen musste die Menstruation für mindestens 12 Monate beendet sein.

Hoher BMI und Fettleibigkeit wirken sich auf das Brustkrebsrisiko aus

Beim Vergleich der medizinischen Informationen, die von den beiden Frauengruppen gesammelt wurden, stellten die Forscher fest, dass Frauen mit Brustkrebs im Vergleich zu den krebsfreien Patientinnen zum Zeitpunkt der Diagnose oft niedrige oder sehr niedrige Vitamin-D-Werte aufwiesen. Außerdem hatte eine größere Anzahl von Frauen mit Brustkrebs einen hohen Body-Mass-Index (BMI) oder litt an Adipositas, verglichen mit Teilnehmenden ohne Brustkrebs, sagen die Mediziner. Bei der Durchführung einer Risikoanalyse, bei der das Team relevante modifizierende Faktoren wie Alter, BMI und Zeit ab Beginn der Menopause berücksichtigte, folgerten die Forscher, dass Frauen mit Brustkrebs ein 1,5-fach höheres Risiko hatten, niedrige Vitamin-D-Werte zu entwickeln, verglichen mit Frauen ohne Brustkrebs. Die Autoren stellen die Hypothese auf, dass geeignete Mengen an Vitamin D im Organismus helfen könnten, das Krebsrisiko zu senken, indem sie die Zellproliferation behindern.

Wie erhöhe ich meinen Vitamin D-Spiegel?

Vitamin D kann bei der Kontrolle von Brustkrebszellen eine wichtige Rolle spielen. Vitamin D kann durch direkte Sonneneinstrahlung, Vitamin-D-3-Ergänzungen oder Lebensmittel, die reich an Vitamin D sind, aufgenommen werden. Einige Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Vitamin D sind beispielsweise fetter Fisch wie Lachs oder Thunfisch, einige Meeresfrüchte wie Austern, Pilze und Eigelb. Die Zufuhr über die Nahrung ist jedoch nur begrenzt möglich. (as)