Omega-3-Ergänzungen machen Kinder offenbar artiger

Alexander Stindt

Kann Omega-3 das Verhalten von Kindern wirklich verbessern?

Es gibt in letzter Zeit häufiger widersprüchliche Aussagen über die Wirkung von Omega-3-Präparaten. Forscher fanden jetzt heraus, dass Omega-3-Präparate einnehmende Kinder ein besseres Verhalten zeigen.


Die Wissenschaftler der University of Massachusetts Lowell stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass die Einnahme von Omega-3-Präparaten bei Kindern zu einem verbesserten Verhalten führt. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Aggressive Behavior“.

Wenn Kinder Omega-3-Ergänzungen einnehmen, werden sie dadurch weniger aggressiv, was dazu führt, dass es auch weniger Streit mit den Eltern gibt. (Bild: klickerminth- fotolia)

Wie wirkt sich die Einnahme von Omega-3 auf Kinder aus?

Jugendliche, die täglich Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3 einnehmen, widersprechen weniger gegebenen Anweisungen und stehlen und beschädigen seltener fremdes Eigentum, sagen die Experten. Dies mache es wiederum unwahrscheinlicher, dass die Eltern dieser Kinder mit ihrem Nachwuchs streiten.

Omega-3-Fettsäuren verbessern die Gehirngesundheit bei Kindern

Es wird angenommen, dass Omega-3-Fettsäuren die Gehirngesundheit bei Kindern und Erwachsenen verbessern, erklärt Studienautorin Jill Portnoy von der University of Massachusetts Lowell. Es gebe noch viel mehr über die Vorteile zu lernen, aber wenn die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren die Gehirngesundheit und das Verhalten der Menschen verbessern kann, sei dies bereits ein großes Plus.

Studie hatte etwa 200 Probanden

An der Studie nahmen etwa 200 Kinder teil, von denen die Hälfte täglich ein Fruchtgetränk mit 1 mg Omega-3-Fettsäuren erhielt, während der Rest das gleiche Getränk, aber ohne den Zusatz von Omega-3-Fettsäuren konsumierte, erklären die Wissenschaftler. Die Eltern oder Betreuer der Kinder berichteten über das Verhalten der Jugendlichen zu Beginn der Studie, als die Studie nach sechs Monaten endete und noch einmal 24 Wochen danach. Die Ergebnisse der Studie tragen zur Klärung bei, ob Menschen aufgrund bestimmter Aspekte ihrer genetischen Veranlagung einen Weg im Leben einschlagen oder ob soziale Faktoren sie dazu bewegen.

Stress kann aggressives und impulsives Verhalten begünstigen

Natürlich haben beide dieser Faktoren einen Einfluss. Biologie und soziales Umfeld interagieren auf eine komplexe Weise, die noch weiter erforscht werden muss, sagen die Mediziner. Die Wissenschaftler wollen in Zukunft untersuchen, ob eine niedrige Herzfrequenz zu antisozialem Verhalten beiträgt. Wenn Sie als Kind chronischem oder häufigem Stress ausgesetzt sind, passen Sie sich an, indem Sie Ihre Herzfrequenz senken, erklärt die Studienautorin. Die niedrigere Herzfrequenz schütze, indem Sie Ihre Reaktion auf stressige Ereignisse abschwächt, aber sie kann auch zu einem Stimulierung suchendem Verhalten führen. Mit anderen Worten, eine stressige Umgebung kann physiologische Veränderungen verursachen, die zu einem Anstieg des aggressiven und impulsiven Verhaltens führen. (as)