Optimisten schlafen besser

Junge Frau liegt schlafend im Bett

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

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Wie wirkt sich eine positive Grundeinstellung auf den Schlaf aus?

Viele Menschen haben Probleme mit ihrem Schlaf. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Forschende fanden jetzt heraus, dass optimistische Menschen generell besser schlafen, verglichen mit Menschen mit einer negativen Lebenseinstellung.


Bei der aktuellen Untersuchung der University of Illinois wurde festgestellt, dass Optimisten tendenziell länger schlafen und ihr Schlaf eine besser Qualität hat. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Behavioral Medicine“ veröffentlicht.

Junge Frau liegt schlafend im Bett
Ein gesunder Schlaf ist wichtig für den gesamten Organismus. (Bild: Drobot Dean/fotolia.com)

Verbessert Optimismus die Schlafqualität?

78 Prozent der Menschen mit der positivsten Lebenseinstellung stuften bei der Untersuchung ihre Schlafqualität als gut ein und schliefen sieben bis neuen Stunden pro Nacht. Außerdem war auch die Wahrscheinlichkeit bei optimistischen Menschen um 75 Prozent höher, dass diese keine Symptome von Schlaflosigkeit erleben oder tagsüber unter Schläfrigkeit leiden, verglichen mit pessimistischen Personen. Der genaue Mechanismus, wie sich Optimismus positiv auf den Schlaf auswirkt, ist bisher nicht bekannt. Die Forschenden sind allerdings der Ansicht, dass Optimismus dabei hilft Auswirkungen von Stress abzumildern, was zu einem angenehmeren Schlaf beiträgt.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Für die Studie wurden mehr als 3.500 Personen im Alter zwischen 32 und 51 Jahren untersucht. Der Optimismus der Teilnehmenden wurde anhand einer Umfrage gemessen, bei der verschiedene Aussagen wie beispielsweise “Ich bin immer optimistisch für meine Zukunft” auf einer Skala von eins bis fünf bewertet wurden. Die erreichbare Gesamtpunktzahl lag zwischen sechs, bei den pessimistischsten Teilnehmenden, und 30, bei den am stärksten optimistischen Personen. Zur Beurteilung des Schlafes wurden die Teilnehmenden gebeten, die Gesamtdauer und die Qualität ihres Schlafs im Vormonat zu bewerten. Außerdem wurde ermittelt, wie viele Stunden sie tatsächlich geschlafen hatten und ob sie unter Schlaflosigkeit oder Schlafstörungen litten. Das Ergebnis der Auswertung zeigte klar, dass optimistische Menschen tatsächlich besser schlafen.

Auswirkungen von zu wenig Schlaf

Häufig wird empfohlen, dass Erwachsene jede Nacht zwischen sieben und neun Stunden schlafen sollten. Viele Menschen schlafen allerdings weniger als die empfohlene Menge. Der Mangel an gesundem Schlaf ist ein Problem für die öffentliche Gesundheit, da eine schlechte Schlafqualität mit zahlreichen Gesundheitsproblemen verbunden ist. Schlechter Schlaf trägt zu einem höheren Risiko für Fettleibigkeit und Bluthochdruck und einer höheren Gesamtmortalität bei. Optimistisches Denken und der Glaube, dass die Zukunft positiv verlaufen wird, haben sich als psychologische Vorteile herauskristallisiert, welche für ein krankheitsfreies Überleben und eine verbesserte Gesundheit von besonderer Bedeutung sind, erklären die Forschenden. Optimisten befassen sich häufiger mit einem aktiven, problemorientierten Umgang und interpretieren Stressereignisse positiver. Optimistische Menschen haben weniger Sorgen und denken beim zu Bettgehen weniger über negative Ereignisse nach, was dann den gesamten Schlafzyklus positiv beeinflusst, so das Fazit der Forschenden. (as)

Autor:
Alexander Stindt
Quellen:
  • Rosalba Hernandez, Thanh-Huyen T. Vu, Kiarri N. Kershaw, Julia K. Boehm, Laura D. Kubzansky et al.: The Association of Optimism with Sleep Duration and Quality: Findings from the Coronary Artery Risk and Development in Young Adults (CARDIA) Study, in Behavioral Medicine (Abfrage: 08.08.2019), Behavioral Medicine