Bestimmte Darmbakterien sind mit einem deutlich erhöhten Parkinson-Risiko verbunden, wobei der Zusammenhang offenbar über den Einfluss der Bakterien auf die Ferroptose (durch Eisenüberschuss ausgelöster Zelltod) vermittelt wird. Diese Erkenntnis könnte auch vielversprechende neue Ansätze für die Parkinson-Therapie eröffnen.
Inwiefern kausale Zusammenhänge zwischen den Darmmikrobiota, Ferroptose-assoziierten Proteinen und dem Parkinson-Risiko bestehen, hat ein chinesisches Forschungsteam in einer aktuellen Studie untersucht. Die Ergebnisse sind in dem „Journal of Molecular Neuroscience“ veröffentlicht.
Darmflora ein wichtiger Faktor
Dass die Zusammensetzung der Darmflora das Risiko neurodegenerative Erkrankungen beeinflusst, ist durch frühere Studien bereits eindeutig belegt.
Auch konnten Forschende bereits nachweisen, dass eine gestörte Darmflora einen Parkinson-Risikofaktor bildet und wie die Darmflora mit Alzheimer und Parkinson zusammenhängt.
Zudem belegt eine Studie aus dem vergangenen Jahr, dass bestimmte Bakterien der Mund- und Darmflora das Parkinson Risiko erhöhen. Die zugrundeliegenden Mechanismen blieben dabei allerdings weitgehend unklar, obwohl an anderer Stelle bereits Zusammenhänge mit der sogenannten Ferroptose vermutet wurden.
Welche Darmbakterien spielen eine Rolle?
Anhand der Daten aus genomweiten Assoziationsstudien versuchte das chinesische Forschungsteam nun die kausalen Zusammenhänge zwischen dem Parkinson-Risiko und unterschiedlichen Darmmikrobiota sowie Ferroptose-assoziierten Proteinen aufzudecken.
Die Forschenden identifizierten 22 verschiedene Darmmikroben-Taxa und fünf an der Ferroptose beteiligte Proteine, die mit dem Parkinson-Risiko zusammenhingen. Insbesondere die Familie der Fusobacteriaceae erwies sich dabei als signifikanter Risikofaktor, berichtet das Forschungsteam.
Fusobacteriaceae ein Parkinson-Risikofaktor
In weiteren Untersuchungen sei deutlich geworden, dass das Ferroptose-assoziierte Protein Carboanhydrase 9 (CA9) den genetisch vorhergesagten Effekt von Fusobacteriaceae auf Parkinson vermittelt. Laut den Forschenden fördern Fusobacteriaceae die Parkinson-Krankheit „durch eine CA9-Suppression-induzierte Ferroptose.“
Die Studie liefere Belege für eine mögliche „Darmmikrobiota–Ferroptose–Parkinson“-Achse und eröffne neue Perspektiven auf die molekularen Mechanismen der Darm-Hirn-Achse. Zudem lassen sich daraus vielversprechende Optionen für therapeutische Interventionen gegen Parkinson ableiten, so die Hoffnung des Forschungsteam. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.







