Raucher brauchen zehn Jahre früher soziale Betreuung

Zigarettenkippen auf Tisch

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Quellen ansehen

Auswirkungen des Rauchens auf Gesundheit und Selbstständigkeit

Wenn Menschen rauchen, wirkt sich dies stark auf ihr soziales Betreuungsbedürfnis im Alter aus. Raucher benötigen zehn Jahre eher soziale Betreuung, verglichen mit nicht rauchenden Personen.


Bei einer Untersuchung von Action on Smoking and Health (ASH) wurde jetzt festgestellt, dass Raucher zehn Jahre früher soziale Betreuung benötigen als dies bei nichtrauchenden Menschen der Fall ist. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit wurden in einem Bericht zusammengefasst.

Zigarettenkippen auf Tisch
Rauchen schadet der Gesundheit und bewirkt, dass Raucher früher in ihrem Leben Unterstützung in ihrem Tagesablauf benötigen. (Bild: Leo Lintang/fotolia.com)

Hohe Kosten durch Betreuung

Das durchschnittliche Alter, in dem Raucher zum ersten Mal ein soziales Betreuungsbedürfnis entwickeln, beträgt 62 Jahre. Zum Vergleich dazu liegt das soziale Betreuungsbedürfnis bei Nichtrauchern bei 72 Jahren. Ein solches früheres Bedürfnis für Betreuung führt zu stark erhöhten Kosten für das Gesundheitssystem. Alleine in England haben 670.000 Menschen im Alter über 50 Jahren aufgrund des Rauchens einen Pflegebedarf und obwohl 55 Prozent dieser Erwachsenen die benötigte Unterstützung erhalten, liegt bei 45 Prozent ein nicht gedeckter Pflegebedarf vor, berichten die Forschenden. Informelle Betreuer, Freunde und Familienmitglieder, welche kostenlos Menschen mit Betreuungsbedürfnis unterstützen, helfen dem Staat hohe weitere Kosten einzusparen.

Einer vor vier Rauchern brauchte Unterstützung

Die Ergebnisse des Berichts basieren auf einer Analyse der englischen Längsschnittstudie zum Altern (ELSA). Von den über 50-Jährigen benötigt einer von vier (23,5 Prozent) Rauchern Hilfe bei mindestens einer von sechs Aktivitäten des täglichen Lebens. Bei Nichtrauchern lag die Wahrscheinlichkeit Hilfe zu benötigen dagegen bei lediglich 12,1 Prozent.

Jährlicher Versuch zur Raucherentwöhnung sollte angestrebt werden

„Durch das Rauchen verursachte Krankheiten und Behinderungen führen dazu, dass Menschen ein ganzes Jahrzehnt früher soziale Betreuung benötigen, als wenn sie noch nie geraucht hätten. Dies schadet nicht nur ihrer Lebensqualität, sondern belastet auch Englands Sozialfürsorgesystem. Die lokalen Behörden sollten die Raucher in ihren Gemeinden dabei unterstützen, einen jährlichen Versuch zur Raucherentwöhnung zu unternehmen, da dies im zunehmenden Alter ihre Lebensqualität erhalten können“, berichten die Forschenden. Menschen die Rauchen, welche mit 30 Jahren mit dem Rauchen aufhören, können dadurch fast alle langfristigen gesundheitlichen Folgen des Rauchens vermeiden und so die Wahrscheinlichkeit verringern, dass sie eine vorzeitige soziale Betreuung benötigen, erklärt das Team weiter.

Was können Staat und Behörden tun?

Lokale Behörden sollten das Rauchen durch eine Senkung der Prävalenzraten vor Ort reduzieren, indem sie die betroffenen Menschen bei der Raucherentwöhnung unterstützen. Die Regierung sollte sich zur Ausweitung und Verbesserung der Regulierung der Tabakindustrie verpflichten, beispielsweise durch Anti-Rauch-Kampagnen und strengere Vorschriften für die Tabakvermarktung. Den Menschen zu helfen, noch heute mit dem Rauchen aufzuhören, wird in Zukunft sowohl für die lokalen Behörden als auch für die Raucher zu niedrigeren Kosten führen. Dies bedeutet auch, dass weniger Menschen auf informelle Pflege angewiesen sind oder mit ungedeckten Pflegebedürfnissen leben müssen, fügen die Forschenden hinzu. (as)

Autor:
Alexander Stindt
Quellen:
  • Smokers develop social care needs a decade earlier than those who’ve never smoked, Action on Smoking and Health (Abfrage: 27.09.2019), ASH

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.