Rezeptfreie Medikamente gegen Erkältung meistens nicht für Kinder geeignet

Erkältung: Manche rezeptfreien Medikamente können schwere Nebenwirkungen haben

Manche rezeptfreien Medikamente, die bei Erwachsenen relativ harmlos sind, können bei Kindern oft schwere Nebenwirkungen verursachen. Vor allem wenn der Nachwuchs jünger als sechs Jahre alt ist, sollten Eltern bei der Gabe von gewöhnlichen Erkältungsmitteln vorsichtig sein. Einfache Hausmittel wirken ohnehin oft besser.


Bei Erkältungen nicht gleich zu Medikamenten greifen

Im Herbst und Winter sind Erkältungen weit verbreitet: Vor allem Kinder zeigen meist eine besondere Anfälligkeit für Infekte. Wenn ihnen dann Beschwerden wie Husten und Schnupfen zu schaffen machen, sollten Eltern nicht gleich zu Medikamenten greifen. Denn manche der rezeptfrei erhältlichen Präparate, die bei Erwachsenen relativ harmlos sind, können bei den Kleinen oft schwere Nebenwirkungen verursachen. Hausmittel gegen Erkältungsbeschwerden wirken ohnehin oft besser.

In einer Studie hat sich gezeigt, dass manche rezeptfreien Medikamente gegen Erkältung bei Kindern schwere Nebenwirkungen haben können. Eltern sollten ihren kranken Nachwuchs besser mit Hausmitteln behandeln. (Bild: Kaspars Grinvalds/fotolia.com)

Gefährliche Nebenwirkungen bei Kindern

Eltern, die das Leid ihres erkälteten Kindes lindern möchten, sollten am besten rezeptfreie Medikamente gegen Erkältungsbeschwerden vermeiden.

Und Kinder, die jünger als sechs Jahre alt sind, sollten grundsätzlich keine Dekongestiva wie abschwellende Nasensprays erhalten, da es keine Anhaltspunkte dafür gibt, dass sie etwas Gutes bewirken.

Dies geht aus einem Bericht hervor, der im Fachmagazin „BMJ“ veröffentlicht wurde.

Laut dem Portal „Health Day“ erklärte Dr. An De Sutter von der Universität Gent in Belgien, dass diese nicht verschreibungspflichtigen Medikamente Symptome wie eine laufende oder verstopfte Nase nicht effektiv lindern, aber potenziell gefährliche Nebenwirkungen bei Kindern haben.

Bestimmte Abschwellungsmittel „können schwerwiegende Nebenwirkungen wie Bluthochdruck, Erregung und Krämpfe haben“, sagte De Sutter.

Risiken überwiegen die Vorteile

Gesundheitsexperten in den USA raten dazu, Kindern unter zwei Jahren grundsätzlich keine Mittel gegen Husten oder Erkältungsbeschwerden zu verabreichen.

Und bei älteren Kindern sollten sie nur mit Vorsicht angewendet werden.

Auch die American Academy of Pediatrics spricht sich gegen die Verwendung von nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten gegen Husten und Erkältung bei Kindern unter vier Jahren aus, sagte Dr. Jeffrey Gerber vom Children’s Hospital in Philadelphia.

„Im Allgemeinen sind Risiken und Nutzen bei Erwachsenen im besten Fall ungefähr gleich. Und bei Kindern überwiegen die Risiken die Vorteile“, so Gerber.

Manche Medikamente sollten Kindern grundsätzlich nicht verabreicht werden

Die Erkältung wird in der Regel durch Viren verursacht und ist meist in sieben bis zehn Tagen überstanden.

Kinder bekommen etwa sechs bis acht Erkältungen pro Jahr, Erwachsene zwei bis vier.

Laut den Forschern zeigen aktuelle Beweise aus klinischen Studien, dass Abschwellungsmittel für Kinder keine oder nur geringe Erleichterungen bringen.

Die Autoren schlussfolgerten, dass Dekongestiva oder Arzneimittel, die Antihistaminika enthalten, Kindern unter sechs Jahren nicht verabreicht werden dürfen und bei Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren mit Vorsicht angewendet werden sollten.

„Sie können Wechselwirkungen wie beispielsweise Herzrasen haben“, sagte Gerber.

„Bestimmte Grunderkrankungen, von denen man möglicherweise noch nichts weiß, könnten verschlimmert werden und Herzrhythmusstörungen verursachen. Das passiert nicht so oft, aber es besteht die Möglichkeit.“

Hausmittel gegen Erkältungsbeschwerden

In der Studie wurde auch festgestellt, dass die untersuchten rezeptfreien Medikamente auch bei Erwachsenen nicht viel besser wirkten.

Nasenspülungen mit Salz sind laut den Forschern der beste Weg, um verstopfte Nasen frei zu bekommen. Sie weisen aber auch darauf hin, dass diese nicht bei allen funktionieren.

Was grundsätzlich bei Erkältungen hilft, ist viel zu trinken. Durch eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme löst sich der hartnäckige Schleim besser und die Sekrete in der Nase werden verdünnt.

Darüber hinaus bekommt der Körper dadurch wieder mehr Flüssigkeit, die durch übermäßiges Schwitzen durch die Erkrankung verloren geht.

Experten raten zu warmem Wasser oder Kräutertees, wie beispielsweise Thymian- oder Salbeitee. Diese wirken auch gegen lästige Halsschmerzen.

Ingwertee ist ebenfalls ein beliebtes Hausmittel bei Erkältungen.

Wenn sich die Beschwerden allerdings mit solchen Mitteln nicht unter Kontrolle bringen lassen, sollten Eltern mit ihrem Kind zum Arzt gehen. (ad)