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Rückwärtsgehen zur MS-Therapie: Studie belegt die Wirkung

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
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5. Februar 2026
in News
3D-Darstellung des Gehirns
Rückwärtsgehen kann nicht nur Gleichgewichtsstörungen bei MS entgegenwirken, sondern offenbar auch vorteilhafte Veränderungen im Gerhin bewirken. (Bild: Aliaksandr Marko/stock.adobe.com)
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Rückwärtsgehen bietet einen vielversprechenden Ansatz zur Behandlung von Multipler Sklerose (MS). So lässt sich durch ein achtwöchiges Rückwärtsgehtraining die Mobilität der Betroffenen deutlich verbessern und das Risiko von Stürzen signifikant senken.

Forschende der Wayne State University (USA) haben in einer aktuellen Studie das therapeutische Potenzial eines achtwöchigen Rückwärtsgehtrainings bei MS untersucht. Die vielversprechenden Ergebnisse sind in dem „Journal of Neurologic Physical Therapy“ veröffentlicht.

Sturzrisiko & Mobilitätseinschränkungen bei MS

Bei MS kann die zunehmende Schädigung des zentralen Nervensystems zu Symptomen wie zum Beispiel Sehstörungen, motorischen Beeinträchtigungen, Lähmungen, Blasenschwäche und Gleichgewichtsstörungen führen.

Betroffene leiden zudem oftmals unter deutlichen Mobilitätseinschränkungen und einem erhöhten Sturzrisiko, erläutern die Forschenden. Frühere Studien hätten allerdings bereits darauf hingedeutet, dass das Rückwärtsgehen zur Verbesserung der Mobilität bei MS beitragen könnte.

Welche konkreten Auswirkungen Rückwärtsgehen auf das reaktive Gleichgewicht, die körperliche Aktivität, das Sturzrisiko und die Gehirnstruktur hat, sei bisher jedoch unklar, so das Forschungsteam weiter.

Kann Rückwärtsgehen helfen?

In der aktuellen Studie untersuchten die Fachleute daher den Einfluss eines achtwöchigen Rückwärtsgehtrainings auf die Gehgeschwindigkeit, das statische und reaktive Gleichgewicht, die Sturzhäufigkeit, die körperliche Aktivität und die Mikrostruktur der weißen Substanz bei MS-Patientinnen und -Patienten.

Die Teilnehmenden absolvierten hierfür acht Wochen lang Übungen im Rückwärtsgehen, einmal pro Woche vor Ort in der Forschungseinrichtung und zweimal pro Woche alleine zuhause.

Vor Beginn der Intervention und nach deren Abschluss wurden verschiedene Tests und Untersuchungen durchgeführt, um die Auswirkungen zu ermitteln. Hier erfolgte auch eine spezielle MRT-Untersuchung des Myelingehalts der weißen Substanz.

Außerdem wurde die körperliche Aktivität eine Woche vor und nach der Intervention gemessen, und Stürze wurden prospektiv über einen Zeitraum von sechs Monaten überwacht, erläutert das Team.

Deutliche Verbesserungen feststellbar

Das Rückwärtsgehtraining führte laut den Froscheden zu Verbesserungen des Gleichgewichts, einer höheren Gehgeschwindigkeit (vorwärts und rückwärts) und einer Reduzierung des Sturzrisikos. Außerdem seien auch Veränderungen der weißen Substanz in verschiedenen Hirnregionen aufgetreten.

„Wir haben strukturelle Veränderungen der weißen Substanz in drei Hirnregionen gemessen: im Corpus callosum, im oberen Kleinhirnstiel und im Tractus corticospinalis“, so die Studienautorin Dr. Nora Fritz. Dies lege nahe, dass das Rückwärtsgehen die Neuroplastizität in Hirnarealen fördere, die mit dem Gleichgewicht zusammenhängen.

Vielversprechende therapeutische Option

In der Pilotstudie habe das Rückwärtsgehentraining bei einem Großteil der Teilnehmenden mit MS zu messbaren Verbesserungen geführt und offenbar könne das Rückwärtsgehen positive körperliche Anpassungen auslösen und den fortschreitenden Bewegungseinschränkungen bei MS entgegenwirken.

Zwar sind noch weitere Studien erforderlich, um die Wirkung der physiotherapeutischen Intervention an einer größeren Zahl von Betroffenen zu testen, doch erscheint das Rückwärtsgehen auf Basis der bisherigen Ergebnisse als äußerst vielversprechender Ansatz zur begleitende Therapie bei MS, auch weil keinerlei Nebenwirkungen zu befürchten sind und weil eine sehr hohe Akzeptanz der Therapie zu erwarten ist. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Fabian Peters
Quellen:
  • Structural and Functional Changes With 8 Weeks of Backward Walking Training in Multiple Sclerosis: A Case Series; in: Journal of Neurologic Physical Therapy (Januar 2026), journals.lww.com
  • Michael C. Levin: Multiple Sklerose (MS); in: MSD Manual Stand 04.02.2026), msdmanuals.com
  • Wayne State University: Backward walking study offers potential new treatment to improve mobility and decrease falls in multiple sclerosis patients (veröffentlicht 03.02.2026), eurekalert.org

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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