Schmerzbehandlung ohne Pillen: Positive Erwartung lindert Schmerzen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Hoffnung auf schmerzlindernde Wirkung lindert Schmerzen

Jede Operation kann anschließend mit Schmerzen einhergehen. Experten sprechen dann von „postoperativen Schmerzen“. Diese werden in der Regel mit Medikamenten behandelt. In einer Studie hat sich nun gezeigt, dass auch positive Erwartungen von Patienten eine schmerzlindernde Wirkung haben können.


Schmerzen nach einer Operation

Postoperative Schmerzen sind für die Patienten nicht nur sehr unangenehm, sie können auch den Heilungsprozess ungünstig beeinflussen. Daher wird danach gestrebt, die Schmerzen nach einer Operation weitestgehend zu beseitigen. Eine postoperative Schmerztherapie muss immer individuell auf den Patienten zugeschnitten werden, abhängig von der Art des Eingriffs und der Krankheitsgeschichte. Im Vordergrund steht in der Regel eine Behandlung mit Medikamenten. Doch diese geht oft mit gefährlichen Nebenwirkungen einher. Forscher haben nun herausgefunden, dass es Betroffenen auch helfen kann, wenn sie positive Erwartungen haben.

In einer Studie hat sich gezeigt, dass eine positive Erwartung an die Schmerztherapie bei postoperativen Schmerzen schmerzlindernd wirken kann. (Bild: bilderstoeckchen/fotolia.com)

Welche nicht-medikamentösen Faktoren schmerzlindernd wirken

Forscher der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und des Universitätsklinikums Essen haben in einer Studie überprüft, welche nicht-medikamentösen Faktoren bei postoperativen Schmerzen schmerzlindernd wirken.

Die Wissenschaftler haben fast 100 Brustkrebspatientinnen untersucht und stellten fest, dass Frauen, die zuvor auf die voraussichtlich schmerzlindernde Wirkung einer unterstützenden Behandlung mit Akupunkturnadeln hingewiesen wurden, nach der Operation weniger an Schmerzen litten.

Durch die Akupunktur-Behandlung allein veränderte sich diese Wahrnehmung jedoch nicht, heißt es in einer Mitteilung.

Vielmehr war entscheidend, dass die behandelnden Narkoseärzte bei den Patientinnen eine positive Erwartung an die Schmerztherapie geweckt hatten.

Patientinnen waren mit der Schmerzmittelabgabe zufriedener

Den Angaben zufolge erhielten alle Patientinnen eine Pumpe, mit der sie sich die Menge der Schmerzmittel selbst verabreichen konnten.

„Bei einem vergleichbaren Verbrauch berichteten die positiv beeinflussten Patientinnen über geringere Schmerzen“, erklärte Prof. Dr. Sven Benson vom Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie.

„Außerdem waren diese Patientinnen mit der Schmerzmittelgabe zufriedener.“

Laut Benson könnte die positive Beeinflussung durch medizinisches Personal eine vergleichsweise einfache, zeitsparende und kostengünstige Maßnahme sein, die Schmerzbehandlung zu verbessern.

Im Fachmagazin „PAIN“ wurde über die Studie berichtet. (ad)