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Demenz: Schmerzmittel mit deutliche höherem Risiko für Nebenwirkung

Alexander Stindt
Verfasst von Alexander Stindt, Fachredakteur für Gesundheitsnews
26. Juli 2018
in News
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Lösen Schmerzmittel bei Menschen mit Demenz schwere Nebenwirkungen aus?

Die Einnahme von Schmerzmitteln kann bei Menschen mit Demenz gefährliche Folgen haben. Forscher fanden heraus, dass bei routinemäßig an Demenzpatienten verabreichten Schmerzmitteln die Wahrscheinlichkeit für schädliche Nebenwirkungen und Persönlichkeitsveränderungen verdreifacht wird.

Ein Team aus Wissenschaftlern der University of Exeter, des King’s College London und der University of Bergen stellte bei seiner aktuellen Untersuchung fest, dass Patienten mit Demenz ein stark erhöhtes Risiko für gesundheitsschädliche Nebenwirkungen entwickeln, wenn sie bestimmte Schmerzmittel einnehmen. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie bei der diesjährigen Alzheimer’s Association International Conference 2018 in Chicago.

Mehr als die Hälfte der Probanden entwickelte Nebenwirkungen

Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden der Studie erlitt durch die Einnahme von Schmerzmitteln schädliche Nebenwirkungen. Viele der Probanden wurden durch die Medikamente verwirrt und sediert, erklären die Experten.

Schmerzmittel sind in Pflegeheimen weit verbreitet

Viele Bewohner von Pflegeheimen sind aus gesundheitlichen Gründen auf die Einnahme von Schmerzmitteln angewiesen. Bis zu 40 Prozent der in Pflegeheimen lebenden Demenzpatienten erhalten sogenannte Opioide als Schmerzmittel, wie beispielsweise das Medikament Buprenorphin. Die Wissenschaftler fanden jetzt allerdings heraus, dass die Verwendung solcher Schmerzmittel den Patienten mehr schadet als nutzt.

Schmerzmittel schaden Menschen mit Demenz

Die Verwendung dieser Schmerzmittel bei Menschen mit Demenz sollte dringend überprüft werden. Zur Zeit schadet die Einnahme von bestimmten Schmerzmitteln vielen Menschen, obwohl die Medikamente eigentlich eingenommen werden, um deren Schmerzen zu lindern, erklärt Studienautor Clive Ballard von der University of Exeter Medical School.

Studie hatte 162 Probanden mit Demenz

Für die aktuelle Studie untersuchten die Mediziner 162 Patienten, welche unter Demenz litten. Von diesen Teilnehmenden erhielt die Hälfte Schmerzmittel, die andere Hälfte erhielt lediglich ein Placebo. Die Forscher konnten dann bei ihrer Auswertung feststellen, dass Opioid-Schmerzmittel einnehmende Probanden vermehrt verschiedene Nebenwirkungen erlitten. Zu den am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen gehörten beispielsweise Persönlichkeitsveränderungen und Verwirrung. Zum Vergleich dazu zeigten sich nur bei 13,3 Prozent der Kontrollgruppe ähnliche Effekte. Als Reaktion auf die Ergebnisse wird eine dringende Überprüfung der Verwendung solcher Medikamente gefordert, um so unnötige Schäden und Todesfälle zu verhindern, betont Studienautor Ballard in einer Pressemitteilung.

Schmerzen werden oft unzureichend diagnostiziert

Etwa die Hälfte der Menschen mit Demenz, welche in Pflegeheimen leben, haben klinisch signifikante Schmerzen, mutmaßen die Experten. Frühere Untersuchungen hatten bereits festgestellt, dass bei Menschen mit Demenz Schmerzen oft unzureichend diagnostiziert und schlecht gehandhabt werden, was sich auf die Lebensqualität der Betroffenen auswirkt.

Weitere Forschung ist nötig

Schmerz ist ein Symptom, das große Not bei den Betroffenen verursachen kann, und es ist sehr wichtig, dass Menschen mit Demenz geholfen wird und diese richtig behandelt werden, sagen die Mediziner. Es sei dringend mehr Forschung auf diesem Gebiet nötig. Die passenden Medikamente müssen an Betroffene in der richtigen Dosierung verabreicht werden, fordern die Experten.(as)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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