So lassen sich Beschwerden in den Wechseljahren vermeiden

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Beschwerden in den Wechseljahren: Veränderung des Lebensstils kann helfen

Gesundheitsexperten zufolge leiden etwa vier Millionen Frauen in Deutschland während der Wechseljahre unter starken Beschwerden wie Schweißausbrüchen, Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen. Eine Veränderung des Lebensstils kann Betroffenen helfen.


Jede dritte Frau ohne Wechseljahresbeschwerden

Rund vier Millionen Frauen in Deutschland leiden in den Wechseljahren unter starken Beschwerden wie Schweißausbrüchen, Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen. Doch nicht bei allen Frauen stellen sich die typischen Beschwerden ein. „Etwa ein Drittel aller Frauen leidet unter starken Wechseljahrbeschwerden, ein weiteres Drittel unter leichten, und der Rest kommt ohne die typischen Probleme durch diese Lebensphase“, erklärt Heidi Günther, Apothekerin bei der Barmer in einer Mitteilung. Laut der Expertin kann eine Veränderung des Lebensstils hilfreich sein, um mit den hormonellen Veränderungen und deren Auswirkungen besser zurecht zu kommen.

Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen: Bei einem Großteil der Frauen stellen sich in den Wechseljahren oft starke Beschwerden ein. Eine Veränderung des Lebensstils kann vielen von ihnen helfen. (Bild: britta60/fotolia.com)

Hormonelle Veränderungen

Im Durchschnitt setzt die Menopause – die letzte Regelblutung – mit Anfang 50 ein. Manche Frauen berichten aber auch schon mit 40 Jahren von ersten Anzeichen der einsetzenden Wechseljahre.

Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern gehören zum natürlichen Alterungsprozesses der Frau, bei dem sich der Hormonhaushalt umstellt – vor allem der Anteil der Geschlechtshormone, den Gestagenen und den Östrogenen.

Wie die hormonellen Umstellungen im Körper erlebt werden, ist sehr individuell. Bereits mit der verminderten Produktion des weiblichen Hormons Östrogen (Prämenopause) können erste Symptome auftreten.

Die Liste der Wechseljahresbeschwerden ist lang: Hitzewallungen und Herzrasen, Schlafstörungen, Depressive Verstimmungen, Trockenheit und Infektionen der Scheide und Harnwegsbeschwerden sind nur einige davon.

Sie alle haben starken Einfluss auf die Lebensqualität.

Natürliche Therapieoptionen

Laut manchen Gesundheitsexperten sei die wirksamste Behandlung zwar eine Hormonbehandlung, doch auch ohne Therapie lassen die Symptome bei fast allen betroffenen Frauen mit der Zeit nach und gehen schließlich von alleine zurück.

Zudem stehen auch verschiedene natürliche Therapieoptionen zur Verfügung.

Wie es in der Mitteilung der Krankenkasse heißt, kann eine Veränderung des Lebensstils hilfreich sein, um mit den hormonellen Veränderungen und deren Auswirkungen besser zurecht zu kommen.

„Sport und Entspannungstechniken sowie eine gute Portion Gelassenheit können wechseljahrbedingte Beschwerden erheblich lindern. Das Erlernen von Meditation, Tai Chi oder Yoga bringt in dieser Lebensphase etwas Ruhe in den Alltag“, so Heidi Günther.

Eine Phase des Umbruchs

Laut der Apothekerin sei die Zeit der Wechseljahre für viele Frauen eine Phase des Umbruchs. Die Kinder würden selbstständig, und manche Frauen orientierten sich beruflich neu oder träten kürzer, weil die eigenen Eltern mehr Hilfe benötigten.

Zwar könne der Frauenarzt die betroffenen Frauen bei starken Beschwerden mit einer Hormonersatz-Therapie unterstützen. Allerdings könne jede Frau auch selbst etwas tun, um das innere Gleichgewicht wiederzufinden.

„Oft hilft es, in den Wechseljahren die eigene Einstellung ein wenig zu ändern, den Blick zu verschieben. Denn sie sind ein natürliches Phänomen und keine Krankheit“, sagt Günther.

„Wer es schafft, mit Gelassenheit, Achtsamkeit und körperlicher Aktivität durch das Klimakterium zu kommen, kann das eigene Wohlbefinden erheblich steigern“, so die Expertin.

Sport und Bewegung stärkten außerdem die Muskelkraft und die Beweglichkeit und wirkten sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus.

Ausgewogene Ernährung

Anderen Fachleuten zufolge können sich auch pflanzliche Medikamente zur Ergänzung der ärztlich verordneten Hormontherapie eignen – dies mit Rücksicht auf mögliche Wechselwirkungen immer in Absprache mit einem Arzt.

Zu beachten ist, dass pflanzliche Medikamente ebenso Nebenwirkungen haben und in Kombination mit Medikamenten Wechselwirkungen haben können.

Sehr empfehlenswert ist eine ausgewogene, kohlenhydratreduzierte Ernährung, weniger Fleisch dafür mehr Gemüse und Obst.

Vor allem Fenchel kann die Beschwerden in den Wechseljahren lindern, wie US-amerikanische Wissenschaftler in einer Untersuchung feststellten. (ad)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.