So schützen sie sich auf Reisen vor Magen-Darm-Infektionen

Fabian Peters

Wie verhalten beim Essen und Trinken auf Reisen in heiße Länder?

Ferienzeit ist Reisezeit und viele verbringen ihren Urlaub in subtropischen oder tropischen Regionen. Nicht wenige erleiden schon in den ersten Tagen des Ferienaufenthaltes eine Magen-Darm-Infektion mit Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen als typischen Beschwerden. Meist sind verunreinigte Lebensmittel die Ursache. Wie sich entsprechende Infektionen auf Urlaubsreisen vermeiden lassen, hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in einer aktuellen Pressemitteilung zusammengefasst.


In vielen beliebten südlichen Urlaubsländern wird frisches Gemüse und Obst an Straßenständen angeboten. Grundsätzlich ein positives Angebot, denn mindestens drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst sollten laut Angaben der DGE auch auf Reisen täglich verzehrt werden. Durch die darin enthaltenen Nährstoffe, wie Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, werde das Risiko für Krebs und Herz-Kreislauf-Krankheiten gesenkt. Doch kann von dem Gemüse und Obst auch ein Gesundheitsrisiko ausgehen.

Viele Reisende erleiden im Urlaub eine Magen-Darm-Infektion. Die DGE gibt Hinweise, wie sich die Erkrankungen vermeiden lassen. (Bild: SENTELLO/fotolia.com)

Keime können sich bei Hitze gut vermehren

Gerade bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit vermehren sich Mikroorganismen, auch auf der Schale von Obst und Gemüse besonders gut, berichtet die DGE. Nach ungeschältem und rohem Verzehr seien daher häufig gesundheitliche Probleme festzustellen. „Schäl es, koch es oder lass es“ laute daher ein gängiger Ratschlag bei Reisen in tropische oder subtropische Gebiete. Grundsätzlich sei das Einhalten hygienischer Standards bei der Lebensmittelzubereitung in warmen Ländern besonders wichtig. Zudem gelte die Devise „Selber schälen“, denn auch vorgeschnittenes Obst und Gemüse könne verunreinigt sein.

Nichts verzehren, das längere Zeit in der Wärme stand

Doch nicht nur beim frischen Obst und Gemüse gilt den Experten zufolge äußerste Vorsicht. Auch auf Eiswürfel in Getränken sollte beispielsweise besser verzichtet werden, so der Hinweis der DGE. Des Weiteren sei gründliches Händewaschen vor dem Essen angebracht, da hierdurch das Risiko für Infektionen verringert werde. Speisen, die gekühlt werden müssen, sollten laut Angaben der DGE gemieden werden, wenn Unsicherheit besteht, ob die Kühlkette eingehalten wurde. „Verzehren Sie nichts, das längere Zeit in der Wärme stand“, so die Fachgesellschaft weiter. Auch sollten Lebensmittel stets gut durchgegart werden.

Kein Leitungswasser und keine Eiswürfel

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist gerade in heißen Urlaubsländern besonders wichtig. Trinken Sie mindestens 1,5 Liter täglich und bei großer Hitze zusätzlich 0,5 bis ein Liter pro Stunde, so der Hinweis der Experten. Am besten seien Wasser, ungesüßter Tee oder andere kalorienfreie Getränke geeignet. Auf Leitungswasser gelte es jedoch zu verzichten, da dies verunreinigt sein könnte. Bei Zweifel an der hygienischen Qualität des Leitungswassers könne es auch abgekocht werden, um es zum Beispiel zum Zähneputzen zu nutzen – oder greifen Sie auch hier zum Mineralwasser aus der original verschlossenen Flasche. Eiswürfel in Getränken sollten laut Angaben der DGE grundsätzlich gemieden werden, da auch hier eine Verunreinigung vorliegen könne.

Für weiterführende Informationen zum Essen und Trinken bei Reisen in tropische und subtropische Länder verweist die Deutsche Gesellschaft für Ernährung auf das Portal des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). (fp)