So werden Schlafmittel sicherer

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Neue Schlafmittel ermöglichen einen sichereren Schlaf

Viele Menschen haben Probleme mit ihrem nächtlichen Schlaf. Betroffene greifen dann nicht selten auf Schlafmittel zurück. Solche Produkte können allerdings unangenehme Nebenwirkungen haben. Wenn Menschen verschreibungspflichtige Schlafpillen einnehmen, sind diese meist so stark, dass Benutzer selbst bei einem Feueralarm im Haus nicht aufwachen. Neue Medikamente sollen dieses Problem jetzt beheben.


Mediziner warnten bereits davor, dass Nutzer von verschreibungspflichtigen Schlafpillen Gefahr laufen, selbst bei einen Feueralarm im Haus nicht aufzuwachen. Forschende der Kagoshima University in Japan untersuchten daher eine neue Klasse von sogenannten hypnotischen Medikamenten, welche wie Schlaftabletten wirken, Menschen aber während eines Notfalls aufwachen lassen. Die Experten veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in dem englischsprachigen Fachblatt „Frontiers in Behavioral Neuroscience“.

Ausreichender Schlaf ist sehr wichtig für unsere Gesundheit. Nicht selten nehmen Menschen Schlafmittel ein, um schneller einzuschlafen oder die ganze Nacht durchzuschlafen. (Bild: Rido/fotolia.com)

Die Hälfte der Probanden reagierte nicht auf einen Feueralarm

Wenn Ihr Haus mitten in der Nacht in Brand gerät, möchten Sie sicher aufwachen und sich schnell außer Gefahr bringen. Bei der aktuellen Untersuchung schlief allerdings die Hälfte der Studienteilnehmenden, welche verschreibungspflichtige Schlafpillen einnahmen, trotz eines Feueralarms einfach weiter, obwohl dieser so laut war, als wenn direkt neben Ihrem Bett gesaugt wird. Die Wissenschaftler schätzen, dass Millionen von Menschen, die verschreibungspflichtige Schlafpillen wie Ambien und Halcion einnehmen, bei einem Feueralarm weiter schlafen würden.

Benzodiazepine unterdrücken verschiedene Bereiche des Gehirns

Benzodiazepine sind die am häufigsten verordneten Arten von Schlafmitteln, welche das Gehirn in einen sogenannten Schlafmodus bringen. Leider unterdrücken diese Arzneimittel verschiedene Bereiche des menschlichen Gehirns. Dazu gehört auch der Bereich des Gehirns, der entscheidet, auf welche externen Informationen trotz des Schlafes zu achten ist, wie beispielsweise Geräusche in der Nacht.

Vorteile von hypnotischen Schlafmitteln

In den letzten zehn Jahren haben Wissenschaftler eine neue Klasse von hypnotischen Medikamenten entwickelt, die als Dual-Orexin-Rezeptor-Antagonisten (DORAs) bezeichnet werden. DORAs wirken gezielter auf die Schlaf- und Weckpfade des Gehirns, wodurch sie eine sicherere Alternative zu Benzodiazepinen darstellen und gleichzeitig geringere negative Effekte verursachen. Bei Tests an Labormäusen wurden Tiere, denen Benzodiazepin-Triazolam verabreicht worden war, langsamer wach, verglichen mit Mäusen, denen DORA-22 verabreicht wurde, erläutern die Autoren der Studie. Für ihre Untersuchung konfrontierten die Mediziner die Tiere mit Geräuschen von einem Fuchs, einer ernsthaften Bedrohung für eine Maus. Sobald die Gefahr vorüber war, schliefen die Mäuse, denen DORA-22 gegeben wurde, so schnell ein, wie die Mäuse, denen eine herkömmliche Schlaftablette verabreicht worden war. Alle Tiere schliefen deutlich schneller ein als Mäuse, denen überhaupt kein Schlafmittel gegeben wurde.

Weitere Forschung ist erforderlich

Jetzt sind weitere Tests erforderlich, um festzustellen, ob DORAs bei Menschen als Schlafhilfen empfehlenswert sind. Seit dem Jahr 2014 hat ein DORA mit der Bezeichnung Surovexant in Japan, den USA und Australien bereits die behördliche Zulassung erhalten. Hohe Kosten und begrenzte klinische Erprobung von Surovexant haben den Einsatz behindert, aber neue DORA-Typen, die sich derzeit in der Entwicklung befinden, könnten eines Tages bessere Ergebnisse bei niedrigeren Kosten bieten, erklären die Experten. (as)