Studie zu Heuschnupfen: Akupunktur hilft Antihistaminikagaben zu senken

Akupunktur lindert Heuschnupfen
Wissenschaftler der Charité-Universitätsmedizin in Berlin hatten bereits früher gezeigt, dass regelmäßige Akupunkturbehandlungen während der Heuschnupfensaison allergiespezifische Symptome reduzieren. In einer Sekundäranalyse der Daten konnten sie nun zeigen, dass die Akupunktur auch die Häufigkeit und Dauer der Medikamenten-Einnahmen reduzieren hilft.

In der Alternativmedizin werden Nervenschmerzen häufig mit Akupunktur behandelt. (Bild: Africa Studio/fotolia.com)

Rund 18 % der deutschen Heuschnupfenpatienten lassen sich zur Linderung ihrer Allergiesymptome mit Akupunktur behandeln. Wissenschaftler der Charité-Universitätsmedizin in Berlin hatten bereits 2013 in der ACUpuncture in Seasonal Allergic Rhinits (ACUSAR)-Studie zeigen können, dass ein Akupunkturbehandlung die Symptome lindern kann. Nun werteten sie die Daten in einer Sekundäranalyse erneut aus.(1)

Dazu werteten sie Daten von 414 Patienten aus. Diese waren randomisiert auf drei Gruppen aufgeteit worden. Die Probanden erhielten zu Beginn der Pollensaison über acht Wochen entweder Akupunktur- (n=201) oder Scehein-Akupunkturbehandlungen (n = 90). Die dritte Gruppe ( n = 98) konnte lediglich auf eine Notfallmedikation in Form oraler Antihistaminika zurückgreifen, die aber eine Höchstdosis von 20 mg täglich nicht überschreiten sollte. Die oraler Antihistaminika waren in den anderen beiden Gruppen ebenfalls zugelassen. Die Wissenschaftler rieten den Patienten, cetirizinhaltige Präparate zu verwenden. In besonders schweren Einzelfällen waren orale Kortikosteroide erlaubt.

Nach acht Wochen wechselten die Probanden die Gruppe. Die Probanden der dritten Gruppe erhielten acht Wochen zwölf Akupunktursitzungen, während die Teilnehmer der beiden ersten Gruppen keine Behandlung erfuhren, aber bei Bedarf Gebrauch von oraler Notfallmedikation machen konnten. Per Fragebogen wurde zu Beginn, nach der achten sowie nach der sechzehnten Woche Daten die allergiespezifischen Symptomatik und Lebensqualität sowie Details zur potenziellen Antihistaminika-Einnahme dokumentiert.

Im Vergleich zu Studienbeginn konnten in der Akupunkturgruppe nach acht Wochen die Tage der Medikamenteneinnahme um 0.92 Tage reduziert werden. In der Placebo-Akupunkturgruppe war ein leichter Anstieg von 4,22 Tagen zu verzeichnen. In der Gruppe ohne Behandlung erhöhte sich die Anzahl der Tage mit Bedarf an Notfallmedikation sogar signifikant um 9,52.

In der Akupunkturgruppe konnte die Anzahl der Tage, an denen Antihistaminika verwendet wurden, während der ersten acht Wochen im Vergleich zur Placebo-Akupunkturgruppe im Mittel um 4,49 Tage und im Vergleich zur Gruppe ohne Behandlung um 9,15 Tage reduziert werden. Ebenfalls war die Zahl der Patienten in der Akupunkturgruppe die Antihistaminika einnahmen geringer als bei den Studienteilnehmer in den beiden anderen Gruppen (Akupunktur: 60 %, Placebo-Akupunktur: 71 %, keine Behandlung: 82 %). Quelle: Carstens Stiftung