Ungeimpftes Kind durchlitt Tetanus-Martyrium

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

US-Gesundheitsbehörden veröffentlichen schweren Tetanus-Fall

Die US-Gesundheitsbehörden veröffentlichten kürzlich einen Fall, der über die Grenzen Amerikas hinaus für Aufsehen sorgte. Ein sechsjähriger Junge musste ein monatelanges Martyrium durchleiden, da er sich beim Spielen eine Wunde an der Stirn zuzog, durch die lebensgefährliche Tetanus-Erreger in den Körper eingedrungen sind. Zuvor hatten die Eltern aus Überzeugung die Tetanus-Impfung verweigert.


Die US-Gesundheitsbehörde „Centers for Disease Control and Prevention“ machte kürzlich einen Tetanus-Fall publik, bei dem ein kleiner Junge über mehrere Wochen um sein Leben kämpfen musste. Das sechsjährige Kind aus dem US-Bundesstaat Oregon musste 47 Tage lang auf einer Intensivstation und anschließend in einer Reha-Station behandelt werden. Dabei sind laut den Behörden Kosten weit über 800.000 Dollar entstanden.

Das Bakterium Clostridium tetani löst die lebensgefährliche Erkrankung Tetanus aus. Die Bakterien können über Wunden in den Körper gelangen. (Bild: Kateryna_Kon/fotolia.com)

Tetanus konnte dank Impfung stark eingeschränkt werden

Tetanus ist eine akute neuromuskuläre Erkrankung, die durch das Bakterium Clostridium tetani verursacht wird. Die Bakterien sind weltweit verbreitet und finden sich vorwiegend im Erdreich. Dringen die Erreger über Wunden in der Haut in den Körper ein, so kann es innerhalb von drei bis 21 Tagen zum Ausbruch von Tetanus kommen. Laut dem Robert Koch-Institut ist in Deutschland die Tetanus-Gefahr dank Impfungen und verbesserten Lebensbedingungen innerhalb der letzten 50 Jahre stark gesunken. Jährlich komme es zu durchschnittlich zu 15 Erkrankungsfällen.

Es begann mit einer harmlosen Verletzung beim Spielen

Wie die US-Behörden mitteilen, zog sich der Junge aus Oregon beim Spielen auf einem Bauernhof eine Stirnwunde zu. Die Eltern reinigten und versorgten die Wunde zu Hause. Sechs Tage später klagte das Kind über starke Schmerzen. Immer wieder tauchten Muskelkrämpfe und Zuckungen auf. An Hals und Rücken bildeten sich Wölbungen. Als schließlich auch noch eine Atemnot einsetzte, alarmierten die Eltern den Rettungsdienst. Der Junge wurde in eine Zentrum für Kinderheilkunde geflogen, wo die Tetanus-Diagnose gestellt wurde.

Spastiken sorgten für schwere Atemnot

„Bei der Ankunft im Krankenhaus hatte das Kind Kiefermuskelkrämpfe, die so stark waren, dass er den Mund nicht mehr öffnen konnte“, berichtet die US-Behörde in einer Beschreibung des Krankheitsfalles. Er litt unter Spastiken im Zwerchfell und im Kehlkopf, die immer wieder für starke Atembeschwerden sorgten, sodass der Junge künstlich beatmet werden musste.

Dramatischer Kampf ums Überleben

Im Laufe der nächsten Tage verschlechterte sich sein Zustand weiter. Zusätzliche Beschwerden wie Bluthochdruck, Herzrasen und starke Schwankungen in der Körpertemperatur, die von Unterkühlung bis zum Fieber reichten, schwächten den Jungen. Am fünften Tag im Krankenhaus wurde die Atemnot so groß, dass die Ärzte einen Luftröhrenschnitt durchführen mussten. Die nächsten 30 Tage verblieb sein Zustand kritisch. Ab dem 35. Tag auf der Intensivstation besserte sich sein Zustand langsam. Nach 44 Tagen auf der Intensivstation konnte der Junge zum ersten mal wieder einen Schluck Wasser trinken. Schließlich wurde er nach 47 Tagen auf eine normale Krankenstation verlegt, wo er weitere zehn Tage verbrachte. Am 57. Krankenhaustag wurde er dann in ein Rehabilitationszentrum verlegt, wo er weitere 17 Tage verbringen musste.

Kostspieliges Happy-End

„Die stationären Kosten für diese Behandlung beliefen sich auf 811.929 USD“, schreibt die Gesundheitsbehörde. In diesen Kosten seien aber noch nicht der Krankentransport per Hubschrauber, die Reha-Kosten sowie die ambulanten Folgekosten mit einberechnet. Ein Monat nach der Reha kehrte der Junge schließlich zu normalen Aktivitäten wie Laufen und Radfahren zurück. Laut den US-Behörden verweigert die Familie trotz des drastischen Krankheitsfalles weiterhin die Tetanus-Impfung. (vb)