Verdoppeltes Demenzrisiko nach einem Schlaganfall

Alexander Stindt

Wie wirkt sich ein Schlaganfall auf die Entstehung von Demenz aus?

Leider erkranken immer mehr Menschen auf der Welt an Demenz. Experten versuchen schon länger herauszufinden, welche Gründe es für die Entstehung von Demenz geben könnte. Forscher stellten jetzt fest, dass ein Schlaganfall das Risiko der Entwicklung von Demenz verdoppeln kann.


Die Wissenschaftler der University of Exeter stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben, dadurch eine Verdopplung des Risikos für die Entwicklung von Demenz aufweisen. Die Experten veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in dem englischsprachigen Fachblatt „Alzheimer’s & Dementia“.

Wenn Menschen einen Schlaganfall erlitten haben, verdoppelt dies das Risiko an Demenz zu erkranken. (Bild: BillionPhotos.com/fotolia.com)

Gesunder Lebensstil kann vor Schlaganfall schützen

Ein Schlaganfall ist eine gefährliche Erkrankung, welche nicht selten zum Tod des Betroffenen führt. Mediziner raten dazu, dass Menschen mehr Anstrengungen zur Förderung der gesunden Lebensweise unternehmen sollten, um die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls zu verringern. Jetzt wo die Forscher herausgefunden haben, dass ein Schlaganfall auch die Entwicklung von Demenz verdoppeln kann, gibt es einen weiteren wichtigen Grund, warum Menschen besonders auf einen gesunden Lebensstil achten sollten.

Daten aus 48 Studien wurden analysiert

Für ihre Untersuchung analysierten die Wissenschaftler die Daten zu Schlaganfällen und dem Risiko für Demenz aus insgesamt 48 verschiedenen Studien mit 3,2 Millionen Probanden auf der ganzen Welt.

Prävention von Schlaganfällen muss verbessert werden

Die Wissenschaftler konnten bei ihrer Untersuchung feststellen, dass eine Vorgeschichte mit einem erlebten Schlaganfall das Risiko für Demenz um etwa 70 Prozent erhöht. Kürzlich aufgetretene Schlaganfälle haben das Risiko mehr als verdoppelt, betont Studienautorin Dr. Ilianna Lourida von der University of Exeter Medical School in einer Pressemitteilung. Der festgestellte Zusammenhang von Schlaganfällen und Demenz sei ein wichtiges Ergebnis. Verbesserungen in der Prävention von Schlaganfällen und der Post-Schlaganfall-Versorgung könnten demnach eine Schlüsselrolle bei der Prävention von Demenz spielen, fügt die Expertin hinzu.

Was sind Risikofaktoren für einen Schlaganfall

Bluthochdruck, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die bekanntesten Risikofaktoren für einen Schlaganfall – und könnten meist verhindert oder behandelt werden, sagen die Mediziner. Es ist bereits bekannt, dass die Raten von Demenz sowie die Raten von Schlaganfällen bei Menschen mit einem aktiven Lebensstil, einer gesunden Ernährung und einem gesunden Gewicht geringer sind. Übergewicht erhöht hingegen das Risiko eines ischämischen Schlaganfalls um 22 Prozent. Adipositas erhöht das Risiko sogar um 64 Prozent.

Viele Fälle von Demenz sind vermeidbar

Etwa ein Drittel der Fälle von Demenz wären potenziell vermeidbar, sagt Studienautor Dr. David Llewellyn von der University of Exeter Medical School. Dies unterstreiche die Wichtigkeit, die Blutzufuhr zum Gehirn zu schützen, um die globale Rate der Demenz zu reduzieren.

Ein Schlaganfall führt nicht automatisch zu Demenz

Die sogenannte vaskuläre Demenz ist eine Form der Krankheit, welche tatsächlich durch Mini-Schlaganfälle im Gehirn verursacht wird. Die aktuelle Analyse umfasste allerdings alle Formen von Schlaganfall und Demenz. Trotz der bedenklichen Ergebnisse weisen die Autoren darauf hin, dass die Mehrheit der Menschen, welche einen Schlaganfall erlitten, danach keine Demenz bekommt. (as)