Wellness-Genuss: Krebspatienten sollten vorsichtig sein

Wellness für Krebspatienten: Genießen mit Vorsicht

Eine entspannende Massage mit ätherischen Ölen oder eine angenehme Fangopackung: Wellness-Oasen mit verschiedenen Angeboten haben vor allem in der kalten und dunklen Jahreszeit Hochkonjunktur. Auch viele Krebspatienten würden sie sich gerne gönnen, sind jedoch unsicher, ob dies gut für sie ist. Gesundheitsexperten erläutern das Für und Wider.


In der Wellness-Oase entspannen

Wenn es draußen regnet oder schneit und der Wind kalt bläst, gönnen sich viele Menschen angenehme Wellness-Angebote. Sei es eine Wärmetherapie mit Rotlicht, eine Fangopackung, ein Thermalbad oder eine Massage mit ätherischen Ölen – der Körper fühlt sich danach entspannt und wohlig warm. Auch viele Krebspatienten wünschen sich diese Behaglichkeit, sind aber oft unsicher, ob dies in ihrer Situation ratsam ist. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) erläutert in einer Mitteilung das Für und Wider.

Auch Krebspatienten wollen sich Wellness-Angebote wie Massagen oder Fangopackungen gönnen. Sie sollten sich aber am besten vorab bei ihrem behandelnden Arzt über mögliche Risiken informieren. (Bild: Picture-Factory/fotolia.com)

Diffuse Ängste

Grund für die Bedenken vieler Krebspatienten sei die diffuse Befürchtung, durch Wärme jeglicher Art könnte die Tumorerkrankung erneut ausbrechen oder sich beschleunigen.

Eine weitere These: Tumorzellen könnten sich durch Massieren, Drücken oder Kneten im Körper verbreiten.

„Für beides gibt es derzeit keine belastbaren Beweise. Wir empfehlen aber grundsätzlich im Vorfeld das Gespräch mit dem behandelnden Arzt“, sagte Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes am DKFZ.

Kreislauf kann geschwächt sein

Heiße Bäder, Saunagänge oder Massagen können die Durchblutung verändern und so den Stoffwechsel beeinflussen. In Anbetracht der besonderen Situation von Krebspatienten ist es daher ratsam, vorsichtig zu sein.

Denn während und häufig auch noch nach einer belastenden Behandlung kann der Kreislauf geschwächt sein.

Dann verkraftet der Körper eventuell nicht zu viel Wärme. Dies gilt übrigens auch schon für die Wärmflasche und das heiße Bad zu Hause.

Ratschläge von Experten

Das DKFZ listet auf, was zu bedenken ist:

  • Viele Krebstherapien machen die Haut zeitweilig empfindlicher und zu langes Baden in warmem Wasser kann sie aufweichen. Inwiefern Mineralsalze, ätherische Öle, Moorschlamm und andere Packungen oder Peelings und Massagen verwendet werden können, sollte der behandelnde Arzt entscheiden.
  • Insbesondere nach Operationen sollten Belastungen der Haut vor Abschluss der Wundheilung in der betroffenen Region vermieden werden. Während der Strahlentherapie ist ebenfallsVorsicht geboten.
  • Mechanische Manipulationen und Massagen an einem vermuteten oder schon diagnostizierten Tumor sollten besser unterbleiben.
  • Wurden Lymphknoten entfernt oder bestrahlt, oder verlegt ein Tumor die Lymphbahnen, steigern Wärme oder unsachgemäße Manipulation die Gefahr für ein Lymphödem.
  • Bei der Anwendung ätherischer Öle ist die Allergie-Gefahr zu berücksichtigen. Zu hoch konzentriert können sie die Haut oder die Atemwege reizen.
  • Schwimmbäder und Wellness-Einrichtungen werden von vielen Menschen frequentiert, so dass die Keimbelastung entsprechend hoch ist. Die körpereigenen Abwehrkräfte können therapiebedingt beeinträchtigt und damit überfordert sein.

Individuelle Entscheidung

Was der eine Mensch gut verträgt, kann negative Folgen für einen anderen haben: So kann die eine Brustkrebspatientin problemlos in die Sauna, während sich bei der anderen ein Lymphödem im Arm entwickelt.

Hat der eine Patient trotz Strahlen- oder Chemotherapie keine Probleme mit der Haut, zeigt der andere nach einer Fangopackung womöglich starke Hautreaktionen. Therapiefolgen, die eigentlich bereits ausgeheilt sind, können erneut auftauchen.

Daher gilt: Bei der Entscheidung für oder gegen Wärmeanwendungen jeglicher Art, Massagen und der Wellness zu Hause ist immer die individuelle Situation des Patienten ausschlaggebend. Ansprechpartner für eine Einschätzung ist der behandelnde Arzt. (ad)