Zehn Minuten leichte sportliche Betätigung schützt vor Demenz

Selbst leichte sportliche Betätigung hält unser Gehirn gesund

Leider treten weltweit immer mehr Fälle von Demenz auf. Welche Möglichkeiten gibt es, um einer Demenz-Erkrankung vorzubeugen? Forscher fanden jetzt heraus, dass selbst leichte sportliche Betätigung, wie beispielsweise Spazierengehen, Yoga oder Tai Chi vor der Erkrankung schützen.


Die Wissenschaftler der University of California, Irvine und der University of Tsukuba in Japan stellten bei ihrer gemeinsamen Untersuchung fest, dass selbst sehr leichte Trainingseinheiten die Konnektivität zwischen Teilen des Gehirns erhöhen, welche für die Gedächtnisbildung und Speicherung von Informationen zuständig sind. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“.

Yoga ist eine indische Lehre, die auch in Europa immer beliebter wird. Yoga ist eine der sechs klassischen Schulen (Darshanas) der indischen Philosophie. Einige meditative Formen des Yoga legen ihren Schwerpunkt auf die geistige Konzentration, andere mehr auf körperliche Übungen. (Bild: Robert Kneschke/fotolia.com)

Selbst kurze Spaziergänge wirken sich positiv auf das Gehirn aus

Leichte sportliche Betätigung, wie Yoga oder Tai Chi, kann helfen das Gehirn gesund zu halten. Zusätzlich haben auch kurze Spaziergänge während des Tages erhebliche Auswirkungen auf die Verbesserung der Gedächtnisleistung und unsere Kognition haben, erklärt Studienautor Professor Michael Yassa von der University of California, Irvine.

Zehn Minuten leichte körperliche Anstrengung kann den Unterschied machen

Bei der aktuellen Studie an 36 gesunden jungen Erwachsenen entdeckten die Forscher, dass bereits eine einzige 10-minütige Phase leichter Anstrengung erhebliche kognitive Vorteile bringen kann. Mittels hochauflösender funktioneller Magnetresonanztomographie untersuchte das Team die Gehirne der Probanden kurz nach den Trainingseinheiten und bemerkte dabei eine bessere Verbindung zwischen dem sogenannten hippocampalen dentalen Gyrus und kortikalen Bereichen, welche mit einer detaillierten Gedächtnisverarbeitung verbunden sind.

Verbesserung der Funktion des Hippocampus ist sehr vielversprechend

Der Hippocampus ist entscheidend für die Schaffung neuer Erinnerungen, er ist eine der ersten Regionen des Gehirns, die sich mit steigendem Alter verschlechtert. Bei Alzheimer ist dieser negative Vorgang sehr viel stärker, erläutert Professoor Yassa. „Die Verbesserung der Funktion des Hippocampus ist sehr vielversprechend, um das Gedächtnis im Alltag zu verbessern“, fügt der Experte in einer Pressemitteilung hinzu.

Training führte zu unmittelbaren Auswirkungen

Sport verstärkte die Kommunikation zwischen Gedächtnis-fokussierten Teilen des Gehirns. Die Möglichkeit, dass neue Zellen entstehen, sollte dabei nicht außer Acht gelassen werden, aber dies ist ein Prozess, der etwas länger dauert, erklären die Mediziner. „Was wir beobachteten, war, dass diese 10-minütigen Trainingseinheiten unmittelbar danach Ergebnisse zeigten“, erklärt Professor Yassa in der Pressemitteilung der University of California, Irvine.

Es ist gut seine Schritte zu zählen

Es ist ermutigend zu sehen, dass mehr Menschen ihre Bewegungsgewohnheiten im Auge behalten, indem sie beispielsweise die Anzahl ihrer Schritte überwachen, sagt der Experte. Selbst kurze Gänge zu Fuß während des Tages können erhebliche Auswirkungen auf die Verbesserung von Gedächtnis und Wahrnehmung haben.

Weitere Forschung wird durchgeführt

Professor Yassa und seine Kollegen an der UCI und an der University of Tsukuba testen derzeit an älteren Erwachsenen, die ein höheres Risiko für altersbedingte geistige Beeinträchtigungen haben, ob regelmäßige, kurze, leichte Übungen, welche täglich über mehrere Wochen oder Monate hinweg durchgeführt werden, sich langfristig positiv auf die Struktur und Funktion des Gehirns auswirken. (as)