Fußbad

Füße einer Frau in Schale mit Wasser und Blüten.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Quellen ansehen

Warme Fußbäder können gegen kalte Füße helfen, kühlende Fußbäder erfrischen an warmen Tagen und auch bei diversen Erkrankungen kann ein Fußbad unterstützende Therapie sein. Je nach Art der gesundheitlichen Beschwerden und der gewünschten Wirkung kann man verschiedene Zusätze in ein Fußbad geben.


Das Fußbad ist auch ein Bestandteil der Hydrotherapie, die seit der Antike therapeutisch unterstützend angewandt wird. Hier sind zum Beispiel die Wasseranwendungen von Sebastian Kneipp bekannt.

Füße einer Frau in Schale mit Wasser und Blüten.
Ein Fußbad kann bei verschiedensten Beschwerden Linderung verschaffen. (Bild: pakorn/fotolia.com)

Fußbad – ein kurzer Überblick

Alle wichtigen Informationen rund um das Fußbad finden Sie in unserem Kurzüberblick.

  • Beschreibung: Ein Fußbad ist ein Teilbad bis handbreit unter die Kniekehle.
  • Wirkung: Ein Fußbad kann wärmende oder auch kühlende Wirkung haben und das Immunsystem unterstützen.
  • Anwendungsgebiete: Ein kaltes oder wechselwarmes Fußbad wird unter anderem angewandt bei Varikose (ausgeprägtes Krampfaderleiden), Ödembildung (Wasseransammlung im Gewebe), Überhitzung, Kreislaufregulationsstörungen, Schweißfüßen (Hyperhidrosis pedis), Einschlafstörungen sowie zur Stärkung des Immunsystems. Ein warmes Fußbad wird zum Beispiel angewandt bei Reizblase, kalten Füßen, Verstopfung oder beginnenden Infekten.
  • Mögliche Nebenwirkungen: Es sind keine Nebenwirkungen bekannt.
  • Kontraindikationen: Ein kaltes Fußbad sollte nicht bei kalten Füßen, Reizblase, Harnwegsinfekten, Bluthochdruck (Hypertonie), während der Menstruation, bei arteriellen Durchblutungsstörungen beziehungsweise arterieller Verschlusskrankheit (Stadium III-IV) sowie akuter Erkältung durchgeführt werden. Ebenso sollten Personen, die leicht frieren, auf kalte Anwendungen verzichten. Warme Fußbäder sind bei entzündlichen Hauterkrankungen an Füßen und/oder Waden, Bluthochdruck, massiven Krampfadern, chronisch venöser Insuffizienz oder Arteriosklerose (Arterienverkalkung) nicht zu empfehlen. Menschen mit einer akuten Venenthrombose sollten Abstand von einem Fußbad nehmen.
  • Hinweis: Das Zugeben von Alkalien (Seifen) im Fußbad zerstört den Säureschutzmantel der Haut und erhöht somit die Anfälligkeit für Hauterkrankungen wie zum Beispiel Fußpilz, Nagelpilz oder Ekzeme.

Wirkung

Durch ein Fußbad kann die Durchblutung beeinflusst werden. Warmes Wasser trägt zur Entspannung und Entkrampfung bei. Bei Verwendung von kaltem Wasser verengen sich zuerst die Gefäße, die sich anschließend wieder weiten. Dies unterstützt die Durchblutung, die Lymphzirkulation und den Stoffwechsel des Gewebes. Da die Haut bei einem Fußbad einen Temperaturreiz aufnimmt, kann dieser über sogenannte Reflexbögen (Nervenleitungen von der Haut übers Rückenmark zu inneren Organen) innere Organe beeinflussen.

Je nach Reizstärke hat das Fußbad unterschiedliche Wirkungen: Kleine Reize können die Lebenskraft anfachen, mittlere Reize können diese fördern und große Reize können hemmend wirken. Zu starke Reize wirken kontraproduktiv. Die Reizstärke sollte an die Ausgangslage der Person angepasst werden, die ein Fußbad nehmen möchte.

Gesundheitliche Anwendung

Bei einem Fußbad sollte das zu verwendende Gefäß so groß sein, dass beide Füße bequem nebeneinander Platz haben. Außerdem ist darauf zu achten, dass einige Minuten nach jedem Fußbad, egal ob warm oder kalt, die Füße wieder warm sind. Funktioniert dies nicht, ist zunächst mit ansteigenden Fußbädern (siehe unten) zu beginnen.

Ein kaltes Fußbad wirkt zuerst erfrischend, dann entspannend und beruhigend. Die Wassertemperatur sollte mindestens 12 Grad Celsius haben und 18 Grad Celsius nicht überschreiten. Die Dauer liegt zwischen 30 Sekunden und zwei Minuten. Nachdem die Füße an der Luft getrocknet sind, zieht man warme Socken darüber. Kalte Fußbäder können bei Venenleiden, Kopfschmerzen, Überhitzung, bei einem Anfall von Gicht oder Nasenbluten zum Einsatz kommen.

Eine Sonderform des kalten Fußbades ist das Wassertreten. Diese Anwendung gehört zu den Kneipp´schen Anwendungen und unterstützt bei Schlafproblemen, beginnenden Störungen der arteriellen Durchblutung, Krampfadern, Wetterfühligkeit und chronischer Müdigkeit. Zudem konnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer Studie positive Effekt bei Patientinnen und Patienten mit Polyneuropathien nachweisen. Nach mehrwöchigen Kneipp´schen Anwendungen berichteten die Patientinnen und Patienten von einer Abnahme ihrer Missempfindungen.

Frau beim Wassertreten in einem Kneippbecken.
Eine besondere Form des Fußbads ist das Wassertreten nach Kneipp. (Bild: S. Kuß/fotolia.com)

Bei dieser Anwendungsform wird die Fußbadewanne so weit mit kaltem Wasser zwischen zehn Grad Celsius und 18 Grad Celsius befüllt, dass die Waden nur zu drei Vierteln bedeckt sind. Das „Wassertreten“ wird ein bis drei Minuten lang im „Storchenschritt“ durchgeführt: Dabei steht man auf einem Bein, während man das andere angewinkelt so weit hochzieht, bis sich das Knie des gehobenen Beins etwa auf Hüfthöhe und die Fußspitze ungefähr auf Kniehöhe befindet. Anschließend stellt man das Bein wieder ab und wiederholt das Ganze auf der anderen Seite.

Achten Sie bitte unbedingt darauf, dass Sie sich während des „Storchenschritts“ gut festhalten können, Ihre Fußwanne sicher steht und eine rutschfeste Beschichtung aufweist. Wichtig ist auch, dass die Füße nach dem Fußbad schnell wieder warm werden. Bewegung oder warme Socken unterstützen das Erwärmen.

Ein ansteigendes Fußbad durchwärmt den gesamten Organismus und erweitert die Blutgefäße. Hierbei wird mit einer Wassertemperatur von 33 Grad Celsius begonnen und durch ständiges Nachgießen von heißem Wasser minutenweise auf 41 Grad Celsius erhöht. Ein ansteigendes Fußbad sollte nicht länger als 15 bis 20 Minuten dauern. Nun werden die Füße aus dem Wasser genommen, abgetrocknet und es wird empfohlen, eine Ruhezeit von 30 Minuten einzuhalten. Das ansteigende Fußbad kommt zum Einsatz bei Blasenentzündungen, leichten Erkältungen, Nasennebenhöhlenproblemen und Regelschmerzen.

Ein warmes Fußbad steigert die allgemeine Durchblutung und führt dem Körper Wärme zu. Ein warmes Fußbad liegt zwischen 36 Grad Celsius und 38 Grad Celsius und ein heißes zwischen 39 Grad Celsius und 41 Grad Celsius und beide dauern circa zehn bis 20 Minuten. Es unterstützt bei Schlafproblemen, Neigung zu Infekten, Verstopfung und bei chronisch kalten Füßen.

Fußbad nach Schiele

Das „Fußbad nach Schiele“ ist eine Spezialwanne mit einer beheizbaren Platte auf dem Boden des Gefäßes. Das Wasser wird 0,5 Grad Celsius pro Minute erwärmt. Dabei steigt die Temperatur von 35 Grad Celsius bis 43 Grad Celsius. Dies trainiert passiv das Herz-Kreislauf-System. Dieses spezielle therapeutische Fußbad wird in Naturheilpraxen und einigen Kliniken angeboten.

Fußbad zur Pflege

Ein Fußbad muss nicht zwingend aus gesundheitlichen Gründen durchgeführt werden. Es kann auch der Vorbereitung einer anschließenden Fußpflege dienen, zum Beispiel zur Entfernung von Hornhaut. Dafür sollte das Fußbad nicht heißer sein als circa 38 Grad Celsius und eine Badedauer von zehn bis maximal zwanzig Minuten haben. Dem Bad kann etwas Essig hinzugefügt werden, der die Hornhaut weicher macht. So lässt sie sich anschließend leichter entfernen.

Zusätze im Fußbad

Verschiedene pflanzliche Zusätze, Salz oder Senfmehl können die Wirkung des Fußbades unterstützen. Sollen dem Fußbad ätherische Öle hinzugefügt werden, sind diese vorher mit einem Emulgator zu mischen. Sahne, Milch oder Molkepulver leisten hier gute Dienste. Das Gemisch wird anschließend in das Fußbad gegeben.

Bei der Verwendung ätherischer Öle gilt der Grundsatz „weniger ist mehr“. Ein paar Tropfen eines Öls reichen vollkommen aus. Es ist möglich, dass die ätherischen Öle allergische Reaktionen hervorrufen. Bei Unsicherheit bezüglich der Anwendung sollte diese vorab mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden.

Mann sitzt vorm PC am Schreibtisch und hält sich die Stirn.
Ein kaltes Fußbad soll gegen verschiedene Formen von Kopfschmerzen helfen. (Bild: milanmarcovic78/fotolia.com)

Rezepte für wohltuende Fußbäder

Fußbäder können sehr wohltuend sein. Die meisten Rezepte sind zudem leicht anzuwenden und die Zutaten in fast jedem Haushalt vorhanden.

Ein Anti-Stress-Fußbad wird mit warmem Wasser zwischen 36 Grad Celsius und 38 Grad Celsius durchgeführt. Ätherisches Öl, zum Beispiel Zitronenöl, Orangenöl, Lavendelöl oder Thymianöl, unterstützen dabei, die Stimmung aufzuhellen und Stress zu vertreiben. Ein paar Tropfen eines hochwertigen Öls, mit einem Emulgator wie Milch oder Sahne gemischt, eignen sich gut zum Hinzufügen zum Badewasser.

Bei Schweißfüßen kann ein Fußbad aus Salbeiblättern oder Eichenrinde die Beschwerden lindern. Von getrocknetem Salbei oder getrockneter Eichenrinde wird ein Esslöffel mit circa einem Viertelliter kochendem Wasser übergossen und nach ungefähr zehn Minuten abgeseiht. Dieser Absud wird dem Badewasser zugegeben.

Bei beginnender Nasennebenhöhlenentzündung und/oder beginnender Erkältung kann ein Fußbad mit Senfmehl hilfreich sein. Das Badegefäß wird mit Wasser einer Temperatur von 36 Grad Celsius bis 37 Grad Celsius befüllt. Gemahlenes Senfmehl wird mit lauwarmem Wasser zu einem Brei vermischt, in ein Tuch gegeben, ausgedrückt und das Senfmehlwasser dem Fußadewasser zugegeben. Das Tuch wird fest zugebunden und ebenfalls in das Badegefäß gelegt. Mit den Füßen kann dieses dann während des Badens mehrmals ausgedrückt werden. Um den aufsteigenden Senfmehlgeruch nicht in die Nase zu bekommen, wird das Gefäß mit einem Handtuch abgedeckt.

Die Badedauer beträgt fünf Minuten bis maximal 15 Minuten, je nach Hautempfindlichkeit. Rötet sich die Haut, wird das Bad beendet. Nach dem Baden werden die Füße lauwarm abgespült, abgetrocknet und anschließend eingeölt. Solange die Haut noch rot ist, sollte kein erneutes Senfmehlfußbad genommen werden.

Kontraindikationen

Kalte Fußbäder sind bei kalten Füßen, Reizblase, Harnwegsinfekten, Bluthochdruck (Hypertonie), während der Menstruation, bei arteriellen Durchblutungsstörungen beziehungsweise arterieller Verschlusskrankheit (Stadium III-IV) sowie akuter Erkältung nicht zu empfehlen. Ebenso sollten Personen, die leicht frieren, auf kalte Anwendungen verzichten.

Warme Fußbäder sind bei entzündlichen Hauterkrankungen an Füßen und/oder Waden, Bluthochdruck, massiven Krampfadern oder Arteriosklerose (Arterienverkalkung) nicht zu empfehlen.

Menschen mit einer akuten Venenthrombose sollten Abstand von einem Fußbad nehmen.

Bei Unsicherheit bezüglich der Anwendung sollte vorab ein Arzt oder eine Ärztin befragt werden. (sw, sm, kh)

Autor:
Susanne Waschke
Quellen:
  • Pschyrembel Wörterbuch der Naturheilkunde, 2. Auflage, 2000 Berlin, New York: de Gruyter
  • Uehleke, Bernhard & Wöhling, Heike & Stange, Rainer. (2008). Eine prospektive «Fernstudie» (Study by Correspondence) über die Wirkung der Kneipp Hydrotherapie bei Patienten mit Beschwerden infolge einer Polyneuropathie. Schweizerische Zeitschrift für Ganzheitsmedizin / Swiss Journal of Integrative Medicine. 20. 10.1159/000286300, ResearchGate
  • Kim, Eun-Young & Kim, Min-Kyung & Kim, Sun. (2018). Comparison of the relaxation and calming effect of a foot bath and a lavender foot bath, through EEG and emotional responses analysis. Journal of Odor and Indoor Environment. 17. 122-131. 10.15250/joie.2018.17.2.122, ResearchGate
  • Otaki, A. & Kawashima, Y. & Takagi, M. & Tsugawa, H. & Fukuoka, E. & Asano, K.. (2017). Influence of foot bath on body temperature change. Journal of the Showa Medical Association. 77. 82-87, ResearchGate
  • Aydın, Duygu & Hartiningsih, Siti & Izgi, Melike & Bay, Sevgi & Unlu, Kubra & Tatar, Meryem & Alparslan, Ayse & Ozeri, Mohammed & Dane, Senol. (2016). Potential beneficial effects of foot bathing on cardiac rhythm. Clinical & Investigative Medicine. 39. 48. 10.25011/cim.v39i6.27501, ResearchGate
  • Son, Yu & Yoo, Myung. (2016). Effects of a Footbath Program on Heart Rate Variability, Blood Pressure, Body Temperature and Fatigue in Stroke Patients. Journal of Korean Biological Nursing Science. 18. 51-59. 10.7586/jkbns.2016.18.1.51, ResearchGate

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.