Trübe Augen – Ursachen, Erkrankungen und Behandlung

Was verbirgt sich hinter trüben Augen?

Trübe Augen können äußerlich sichtbar sein, die Sehkraft messbar beeinträchtigen oder nur subjektiv empfunden werden, es gibt dafür keine eindeutige Definition. Und so muss man, wenn von „trüben Augen“ die Rede ist, eine Trübung der Linse von einem verschleiert wirkenden Blick mit schweren Lidern ebenso unterscheiden wie von getrübter Sehqualität. Nicht immer steckt hinter der Augentrübung eine Krankheit, sie kann sich auch nach Drogen- und Medikamentenkonsum zeigen oder psychische Befindlichkeiten verraten. Nach der Lehre des Ayurveda ist sie auch ein Ausdruck der persönlichen Konstitution oder eines energetischen Ungleichgewichts.


Schwere Lider und trübe Augen

Hängende, schwere Lider können die Augen trübe wirken lassen. Dies kann durch Einfluss von Alkohol und anderen Drogen geschehen, aber auch bei der Drogensubstitution (z.B. mit L-Polamidon) oder unter der Wirkung verschiedener Psychopharmaka. Manchmal sind schwere Lider und trübe Augen auch Ausdruck von (geistiger) Überanstrengung, Müdigkeit und Erschöpfung. Darüber hinaus kann ein traurig-trüber Blick ein Zeichen von Melancholie und Depression sein. Nicht umsonst werden die Augen als „Spiegel zur Seele“ bezeichnet.

Schwere Lider und trübe Augen sind häufig ein Zeichen für Müdigkeit oder Überanstrengung. (Bild: Alessandro Grandini/fotolia.com)

Auf viele Männer wirkt der „Schlafzimmerblick“ einer Frau im Allgemeinen anziehend und erotisch. Die als trübe empfundenen Augen bei Wetterfühligkeit, niedrigem Blutdruck (Hypotonie), Kopfschmerzen und Migräne können ebenfalls mit einem „Schleierblick“ und schweren Lidern einhergehen, bleiben von außen jedoch häufig unbemerkt.

Trübe Augen bei Linseneintrübung

Trübe Augen, die früher oder später bereits von außen sichtbar sind, treten am häufigsten in Form des grauen Stars auf, der sich zumeist im Alter entwickelt und seltener auch im Rahmen verschiedener Grunderkrankungen entsteht. Beim grauen Star erscheinen die Augenlinsen weißlich oder gräulich getrübt, die betroffene Person nimmt diese Trübung als „Nebelschleier“, „Milchglas“ oder „Wasserfall“ dar. Letzterer gab der Linsentrübung einst auch die griechische und in der Medizin gängige Bezeichnung „Katarakt“. Unbehandelt kann ein grauer Star nach und nach zur völligen Erblindung führen.

Augentrübung und angeborener grauer Star

Ein grauer Star kann angeboren sein oder im Laufe des Lebens erworben werden. Die angeborene Form ist dabei auf Vererbung zurückzuführen. Außerdem können Kinder bereits mit einer Linsentrübung geboren werden, wenn die Mutter während der Schwangerschaft eine Virusinfektion durchgemacht hat, z.B. Röteln oder Masern.

Angeboren ist auch der Katarakt bei Galaktosämie, einer angeborenen Stoffwechselstörung, bei der aufgrund eines Enzym-Defekts bestimmte Zucker im Blut (Galaktose) nicht verstoffwechselt werden können. Die dabei zurückbleibenden Stoffwechselzwischenprodukte lagern sich unter anderem in den Augenlinsen ab und sorgen damit für trübe Augen. Als einzig wirksames Mittel gilt derzeit eine spezielle Diät, die das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten soll.

Trübung der Augen bei erworbenem grauen Star

Am weitaus häufigsten entwickeln sich trübe Augen mit dem sogenannten Altersstar, denn mit dem Alter steigt das Risiko für einen Grauen Star. Jährlich sollen allein in Deutschland mehr als 400.000 Operationen durchgeführt werden, bei denen man die natürlichen Augenlinsen durch Kunststofflinsen ersetzt. Die Ursache für die fortschreitende Trübung, die durch Proteinanlagerungen in der Augenlinse entsteht, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt, angenommen wird jedoch eine genetische Komponente.

Als weitere Entstehungsfaktoren gelten Ernährungsstörungen, ultraviolettes Licht und Enzymveränderungen. Seltener tritt ein grauer Star nach längeren Kortisonbehandlungen oder Vergiftungen auf, im Rahmen von Diabetes oder einer bestimmten Form von Muskelschwund (Myotonia dystrophica), die ebenfalls mit Linseneintrübung einhergeht.

(Bild: bilderzwerg/fotolia.com)
Die Linsentrübung bei einem Grauen Star kann operativ behoben werden. (Bild: bilderzwerg/fotolia.com)

Trübe Augen im Ayurveda

Von einer Trübung der Augen wird gemeinhin auch gesprochen, wenn es diesen an Glanz fehlt. Nicht immer müssen dann gesundheitliche Störungen vorliegen, manchmal gehört die Augentrübung einfach zur Konstitution. Nach den Lehren des Ayurveda, der traditionellen indischen Heilkunde, werden wir Menschen mit so einer individuellen Konstitution geboren, die das gesamte Leben konstant bestehen bleibt. Gesund leben heißt hier, die jeweilige Konstitution zu unterstützen und im Gleichgewicht zu halten. Aus den Elementen Erde, Feuer, Wasser, Luft und Äther setzen sich die drei Konstitutions-Grundtypen Vata, Pitta und Kapha zusammen.

So ist bei einer Vata-Konstitution neben anderen typischen körperlichen Merkmalen häufig das Phänomen glanzloser, trüber Augen zu beobachten. Vata-Menschen leiden darüber hinaus oftmals unter trockenen Augen und dunklen Augenringen.

Die Augen der Kapha-Konstitution wirken hingegen durch das reine feuchte und große Augenweiß klar und glänzend, auch wenn sie manchmal ein wenig verklärt dreinblicken.

Die Pitta-Konstitution wird mit feurigen klaren Augen beschrieben, die hier durch eine scharf eingerahmte Iris entstehen, während das Augenweiß bisweilen gelblich eingefärbt sein kann. Häufig leidet diese Konstitution an Augenproblemen und Sehschwächen, wenn Pitta aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Ayurveda Behandlung

Verschiedene Heilpflanzen, die über bestimmte energetische Qualitäten verfügen, haben nach ayurvedischem Wissen eine klärende Wirkung auf trübe Augen. Diese werden unter Berücksichtigung der jeweiligen Konstitution des zu Behandelnden ausgewählt.

Kampfer stärkt in kleinen Dosen den Geist und öffnet die Sinne. Die Augen soll es kühlen, reinigen und klären. Während Kampfer im Ayurveda innerlich und an den Augen direkt verwendet wird, gilt in der konventionellen westlichen Medizin heute lediglich seine Verwendung in Einreibungen (z.B. in Franzbranntwein o.ä.) als unbedenklich.

Die Chrysantheme ist in der indischen und chinesischen Medizin als Heilpflanze bekannt, welche die Augen hell und klar macht und zudem die Sehkraft verbessert. Rizinusöl – regelmäßig in die Augen geträufelt – soll Ablagerungen in den Augen beseitigen und das Augenweiß wieder strahlen lassen.

Weinen reinigt die Augen, da mit den Tränen angesammelte Giftstoffe aus dem Körper transportiert werden. (Bild: Chepko Danil/fotolia.com)

Schließlich soll auch regelmäßiges Weinen die Augen reinigen, indem mit den Tränen angesammelte Giftstoffe aus dem Körper geschwemmt werden.

Augen-Heilmittel aus der Hildegard-Medizin

Wie in der Naturheilkunde gemeinhin üblich, richtet auch das Augen-Universalheilmittel nach Hildegard von Bingen den Fokus auf die Regulierung des gesamten Stoffwechsels, insbesondere aber auf die Stärkung der Nierenfunktion, welche die heilige Hildegard eng mit einer gesunden Augenfunktion verknüpft sah.

W. Strehlow (2007) zitiert dazu aus den übersetzten Hildegard-Werken: „Der Wermutwein beseitigt in dir die Nierenschwäche und die Schwarzgalle und klärt deine Augen auf und stärkt dein Herz und lässt nicht zu, dass deine Lunge krank wird. Es wärmt den Magen (Darm) und reinigt die Eingeweide und bereitet eine gute Verdauung.“ Wermutwein kann aus Wermutfrühlingssaft, Wein und Honig selber hergestellt oder bei spezialisierten Händlern fertig gekauft werden. (jvs, zuletzt aktualisiert am 1.3.2018)


Quellen

Wighard Strehlow: „Hildegard Heilkunde von A-Z“, Augsburg 2007
V. Lad/D. Frawley: „Die Ayurweda Pflanzen-Heilkunde“