Die besten Hausmittel bei Hühneraugen

Ein bewährtes homöopathisches Mittel bei Hühneraugen ist Ringelblumen-Salbe. (Bild: Johanna Mühlbauer/fotolia.com)
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Bewährte Hausmittel zur Selbstbehandlung von Hühneraugen

Hühneraugen sind Druckstellen an den Füßen, etwa fünf bis zehn Millimeter groß und entwickeln sich meist infolge des Tragens von falschem Schuhwerk. Schuhe, die drücken, einengen und dem Fuß keine Möglichkeit zum Atmen geben, lassen die Hauterscheinungen entstehen. Die Haut reagiert auf den Reiz mit Hornhautbildung. Dies kann ziemlich unangenehm und schmerzhaft sein, weil die Hornhaut wie eine Spitze in die Tiefe wächst. Zur Behandlung der Verhornungen sind eine Vielzahl natürlicher Hausmittel bekannt, die eine schnelle Linderung der Beschwerden bewirken können.

Hühnerauge – ein seltsamer Name

Das Hühnerauge heißt so, weil die schmerzende Stelle viel Ähnlichkeit mit einem Vogelauge, auch Krähen- oder Elsterauge genannt, hat. Ebenso existiert der Begriff Leichdorn. Diese Bezeichnung zielt auf das tote Gewebe ab, das sich bei einem Hühnerauge bildet. In der medizinischen Fachsprache wird das Wort Clavus (lat. Nagel) verwendet.

Ein Hühnerauge kann mit verschiedenen Hausmitteln wie zum Beispiel Zwiebeln, Zitronen oder Teebaumöl behandelt werden. (Bild: leszekglasner/fotolia.com)
Ein Hühnerauge kann mit verschiedenen Hausmitteln wie zum Beispiel Zwiebeln, Zitronen oder Teebaumöl behandelt werden. (Bild: leszekglasner/fotolia.com)

Erste Hilfe bei Hühneraugen: Zwiebelumschlag und Kamillenbad

Um gegen Hühneraugen auf natürliche Weise anzugehen, steht eine Vielzahl an Hausmitteln zur Verfügung. Die Zwiebel ist hier als Erstes zu nennen. Diese wird püriert, mit etwas Zitronensaft und Salz vermischt, dann auf die Stelle aufgetragen und mit einer Mullbinde abgedeckt. Das Ganze muss über Nacht einwirken und wird circa acht Tage lang wiederholt. Danach sollte die Druckstelle aufgeweicht sein, sodass sie ganz einfach abgetragen werden kann.

Vielfach bewährt hat sich ein Kamillentee-Bad, denn dieses weicht die Hornhaut auf und wirkt entzündungshemmend. Baden Sie den betroffenen Fuß für mindestens eine Viertelstunde in frisch zubereitetem Tee. Treten dabei gelbliche Flecken auf der Haut auf, ist dies kein Grund zur Sorge. Die Verfärbungen durch die Heilpflanze lassen sich anschließend mit Wasser und Seife mühelos wieder abwaschen.

Aspirin weicht die festen Hautstellen auf

Ein bekanntes Hausmittel bei Hühneraugen ist Aspirin. Dafür werden bis zu fünf Tabletten zerdrückt und mit etwas Wasser zu einem Brei gerührt, auf die Verhornung aufgetragen und abgedeckt. Die in Aspirin enthaltene Salicylsäure soll die festen Hautstellen aufweichen, so dass diese leicht entfernt werden können. Salicylsäure ist auch in den meisten frei verkäuflichen Mitteln gegen Hühneraugen enthalten. Wird Aspirin oder ein dementsprechendes Produkt verwendet, ist die Haut um die betroffene Stelle mit etwas Fettsalbe zu schützen.

Hühneraugen bekämpfen mit Rosinen und Knoblauch

Rosinen schmecken süß und gehören normalerweise ins Müsli oder in den Kuchen. Durchgeschnitten und auf die betroffene Stelle gelegt, hat die Rosine aber auch bei Hühneraugen ihre Daseinsberechtigung. Sie wird mit einem Pflaster befestigt, bleibt dort über Nacht und wird am nächsten Tag erneuert. Bewährt hat sich bei Verhornungen am Fuß das Auftupfen von Zitronensaft und/oder Salz Sole sowie das Auflegen von Knoblauchzehen, die mit Pflaster oder Mullbinde fixiert werden.

Das Einreiben der verhornten Stelle mit Schöllkraut-Tinktur kann schnell Abhilfe schaffen. (Bild: behewa/fotolia.com)
Das Einreiben der verhornten Stelle mit Schöllkraut-Tinktur kann schnell Abhilfe schaffen. (Bild: behewa/fotolia.com)

Wirksame Tinkturen gegen Verhornungen

Abendliches Betupfen mit einem kleinen Tropfen Teebaumöl oder etwas Propolistinktur ist einen Versuch wert, dem Hühnerauge beizukommen. Sowohl Schwedenkräuter in flüssiger Form nach dem Rezept von Maria Treben als auch Schöllkrauttinktur können für das tägliche Einreiben der Verhornungen verwendet werden. Dies geschieht am besten abends und die betroffenen Stellen werden danach abgedeckt. Wichtig: Die Schöllkrauttinktur darf nicht zum innerlichen, sondern nur für den äußerlichen Gebrauch verwendet werden.

Mandelöl und Aloe vera zur äußeren Behandlung

Das tägliche Einreiben mit Oliven- oder Mandelöl soll die Druckstelle weicher machen, sodass sie leichter mit einem Bimsstein entfernt werden kann. Eine ähnliche Wirkung hat aufgeweichte Kernseife.

Aloe vera ist ein natürliches Heilmittel mit verschiedensten Einsatzmöglichkeiten, sowohl innerlich als auch äußerlich. Am besten hilft ein frisches Stück der Aloe Pflanze, dessen Gel auf das Hühnerauge aufgebracht wird. Dies sollte zweimal täglich wiederholt werden. Ist keine Pflanze zur Hand, ist die Anwendung natürlich auch mit einem hochwertigen Aloe vera-Hautgel möglich.

Kompresse mit Hauswurz hilft über Nacht

Der Hauswurz (Sempervivum) aus der Familie der Dickblattgewächse ist ein altbewährtes Hausmittel bei Druckstellen am Fuß. Für eine wirksame Kur werden die fleischigen Blätter der Pflanze in einer Saftpresse zerquetscht, um den Saft zu gewinnen. Dieser wird anschließend auf die verhornte Hautstelle geträufelt.

Zusätzlich kommt eines der bearbeiteten Blätter auf die Stelle und wird dort mit einer Mullbinde am Zeh fixiert. Die Kompresse mit Hauswurz wirkt am besten, wenn sie über Nacht angebracht bleibt. Am nächsten Morgen lässt sich das Hühnerauge meist problemlos entfernen.

Ein bewährtes homöopathisches Mittel bei Hühneraugen ist Ringelblumen-Salbe. (Bild: Johanna Mühlbauer/fotolia.com)
Ein bewährtes homöopathisches Mittel bei Hühneraugen ist Ringelblumen-Salbe. (Bild: Johanna Mühlbauer/fotolia.com)

Homöopathische Mittel bei Hühneraugen

Aus dem Bereich der Homöopathie bietet sich bei einer unangenehmen Verhornung am Fuß unter anderem Calendumed Salbe an. Der enthaltene Wirkstoff Calendula (Ringelblume) lindert Schmerzen und Spannungsgefühle, weicht die Hornhaut auf und fördert die Wundheilung. Dementsprechend eignet sich das Präparat auch gut zur Behandlung von Wunden, Erfrierungen oder leichten Verbrennungen und kann beispielsweise als Hausmittel gegen Sonnenbrand eingesetzt werden. Verursachen die Hühneraugen starke Schmerzen, Hautbrennen und/oder Jucken, kann Antimonium crudum helfen.

Wichtig: Verletzungen vermeiden

Die Apotheke oder auch gut sortierte Drogeriemärkte halten verschiedene Pflaster bereit, welche auf die Hühneraugen aufgeklebt werden, um diese zum „Einschmelzen“ zu bringen. Achtung: Viele dieser Produkte enthalten sehr viel Salicylsäure, wodurch unter Umständen Hautprobleme und Reizungen auftreten können. Die Pflaster sollten daher nur im Falle starker Schmerzen angewendet werden.

Unabhängig davon, welches Hausmittel zur Anwendung kommt, sollten auf keinen Fall Gegenstände (wie z.B. Messer oder Rasierklingen) eingesetzt werden, die die Haut verletzen können. Denn dadurch kann sich aus einem harmlosen Hühnerauge eine behandlungsbedürftige Wunde entwickeln. Zartes Abtragen mit einem Bimsstein ist möglich. Wenn jedoch alles nicht hilft, sollte ein Arzt oder Podologe aufgesucht werden.

Ursachen von Verhornungsstörungen

Hühneraugen entstehen an Stellen mit viel Reibung und/oder Druck, oft ausgelöst durch schlecht sitzende Schuhe. Die betroffenen Stellen befinden sich häufig im Bereich der Zehen und an der Fußsohle. Äußerst selten tritt solch eine Druckstelle an den Fingern auf. Ein Beispiel ist der Mittelfinger, an dem sich durch exzessives Schreiben mit dem Stift eine Verhornung bilden kann.

Die Ursache für häufige Hühneraugen kann eine Zehendeformation wie der so genannte "Hallux valgus" sein. (Bild: misalukic/fotolia.com)
Die Ursache für häufige Hühneraugen kann eine Zehendeformation wie der so genannte „Hallux valgus“ sein. (Bild: misalukic/fotolia.com)

Eine weitere mögliche Ursache ist ein Hallux valgus. Dabei handelt es sich um eine Deformität der Großzehe, die durch eine Beule im Bereich des Zehenballens gekennzeichnet ist. Diese entsteht meist durch jahrelanges Tragen zu enger und zu hoher Schuhe. Bei Fehlstellungen, wie Spreiz- oder Knickfuß treten Hühneraugen ebenfalls vermehrt auf.

Trockene Haut begünstigt die Entstehung von Verhornungen. Eine genetische Veranlagung, Stoffwechselstörungen wie beispielsweise Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen und die Strahlentherapie bei Krebspatienten kommen als weitere mögliche Auslöser für die Entstehung der Druckstellen in Betracht.

Wodurch der Schmerz entsteht

Bei einem Hühnerauge bildet sich vermehrt Hornhaut, was eigentlich ein Schutzmechanismus ist, um den Körper vor dem ungewohnten Druck zu schützen. Diese Hornhaut wächst wie eine Spitze in die Tiefe, dringt in tiefere Hautschichten vor und trifft auf Nervenendigungen, was sehr schmerzhaft sein kann. Vor allem das Laufen in Schuhen bereitet Schmerzen.

Durch den andauernden Reiz, kann sich die Stelle entzündlich verändern, verbunden mit Rötung und Eiterbildung. Gerade Diabetiker, bei denen das Schmerzempfinden reduziert ist, bemerken diese Druckstelle häufig erst im fortgeschrittenen Zustand, wenn sich bereits ein Geschwür (Ulkus) oder ein unnatürlicher Gang zwischen Organen bzw. zwischen Körperoberfläche und Organ (Fistel) gebildet hat.

Verschiedene Arten von Verhornungen

In der Medizin werden verschiedene Arten der Verhornungen voneinander abgegrenzt. So existieren zum Beispiel ein weiches (Clavus mollis) und ein hartes Hühnerauge (Clavus durus). Diese beiden Varianten unterschieden sich durch den weichen oder den harten Hornhautkern. Ein Clavus subungualis ist ein Hühnerauge unter dem Nagel, ein Clavus neurovasculare ist sehr schmerzhaft, da es mit Nerven durchsetzt ist.

Das Clavus neurofibrosum ist sehr großflächig, das Clavus papillaris besitzt einen weißen Rand und unter der Hornhautschicht befindet sich Flüssigkeit. Ein besonderes Hühnerauge ist das Clavus miliaris, das nicht in die Tiefe geht, eine runde Form besitzt und an Stellen auftritt, die keinem Druck ausgesetzt sind. Gerne wird hier auch der Begriff „Pseudohühnerauge“ gebraucht.

Warzen und Hühneraugen sehen auf den ersten Blick oft ähnlich aus. (Bild: AB Photography/fotolia.com)
Warzen und Hühneraugen sehen auf den ersten Blick oft ähnlich aus. (Bild: AB Photography/fotolia.com)

Unterschied Hühnerauge – Warze

Hühneraugen lassen sich auf den ersten Blick oft nicht gleich von Warzen unterscheiden. Während erstere an Stellen entstehen, an denen Druck und Reibung herrscht, werden Warzen jedoch vor allem durch Viren verursacht. Ein weiterer Unterschied ist, dass Hühneraugen einen Hornhautkeil besitzen, was bei Warzen nicht der Fall ist.

Vorbeugung von Hühneraugen

Zur Prävention ist das Tragen von gut passendem Schuhwerk unerlässlich. Schuhe sollten weder zu eng noch zu weit, relativ flach und atmungsaktiv sein. Viele Menschen beachten ihre Füße viel zu wenig. Dabei müssen sie täglich sehr viel Arbeit verrichten.

Regelmäßiges Entfernen von Hornhaut mit einem Bimsstein, tägliches Waschen und Eincremen, gründliches Abtrocknen, täglicher Wechsel von Socken und Strümpfen tut den Füßen gut und kann in vielen Fällen die Entstehung von Verhornungen verhindern, beziehungsweise reduzieren. Regelmäßiges Barfuß laufen ist für die Füße eine ganz besondere Wohltat.

Niemals zum Messer greifen

Ist die verhornte Stelle sehr hartnäckig und lässt sich mit Hausmitteln nicht entfernen, sollte auf keinen Fall selbst zum Messer gegriffen werden. Jetzt gilt es, einen Podologen oder Arzt aufzusuchen. Hier wird zuerst mit einem wohltuenden Fußbad die Haut aufgeweicht. Danach können die ersten Hautschichten schon mit einem geeigneten Instrument abgetragen werden.

Um den Hornhautdorn zu entfernen, wird Wasserstoffperoxid verwendet. Dieser kann anschließend mit Hilfe des Skalpells beseitigt werden. Damit die Haut in diesem Bereich noch etwas geschützt ist, wird ein Schaumstoffring rund um die betroffene Stelle angebracht und eventuell zusätzlich Schaumstoffeinlagen für die Schuhe empfohlen. Ein besonders tief sitzendes Hühnerauge wird meist operativ entfernt.

Auch wenn das Hühnerauge erfolgreich behandelt wurde, muss darüber nachgedacht werden, aus welchem Grund dieses überhaupt entstanden ist. Auslöser sollten von nun an gemieden werden.

Achtung: Hühneraugen bei Kindern mit Vorsicht behandeln

Bei Kindern ist aufgrund der noch sensiblen Haut besondere Vorsicht geboten. Mittel, die Salicylsäure enthalten, sollten nicht angewendet werden. Auch von den genannten Hausmitteln ist nicht jedes für Kinder geeignet: Teebaumöl, Schöllkrauttinktur, Aspirin und Schwedenkräuter sollten bei kleinen Kindern gar nicht zum Einsatz kommen. Alle anderen Mittel werden nur in kleinen Mengen und ganz vorsichtig ausprobiert. Bei Hautreizungen ist umgehend ein Arzt aufzusuchen.

Hühneraugen aus ganzheitlicher Sicht

Aus der ganzheitlichen Sicht der Naturheilkunde betrachtet, ist ein Hühnerauge nicht nur eine Druckstelle, sondern ein Zeichen dafür, dass irgendein Organ oder eine Stelle im Körper Hilfe benötigt. Befindet sich die Stelle zum Beispiel oben, über dem Nagel auf der Großzehe, ist dies für einen Therapeuten, der sich mit Fußreflexzonenmassage beschäftigt, ein Hinweis darauf, dass im Kopf eine Schwachstelle liegt. Das kann wiederum bedeuten, dass der Betroffene häufig unter Kopfschmerzen leidet oder ständig mit Grübeleien beschäftigt ist. Hier wird das Hühnerauge nicht nur äußerlich mit Hausmitteln, sondern ganzheitlich behandelt. (sw, nr; aktualisiert am 14.9.2016)

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