Sexuelle Krankheiten

Dr. Utz Anhalt
Sexualverhalten ist ein Schlüsselfaktor für sexuell übertragene Krankheiten. Diese sexuell übertragenen Krankheiten stellen weltweit ein wichtiges Gesundheitsproblem dar und einen Hauptgrund für akutes Leiden, Unfruchtbarkeit und Tod. Es gibt viele Formen dieser Krankheiten. Dazu gehören Infektionen wie Aids, Gonorrhöe und Beckenentzündungen. Gesundes sexueller Verhalten stärkt die Kapazitäten der Kommunen und steigert die Möglichkeit, sexuellen Krankheiten und ihren Komplikationen vorzubeugen.

Bakterielle Vaginosis

Bakterielle Vaginosis ist verbunden mit einem Ungleichgewicht der Bakterien, die normalerweise in der weiblichen Vagina leben. Unklar ist, wie dieses Ungleichgewicht entsteht. Die Vaginalflora enthält zumeist gutartige und wenige harmlose Bakterien – bakterielle Vaginosis entsteht, wenn diese harmlosen Bakterien in Mengen auftreten.

Durch Sex übertragbare Erkrankungen. Bild: ruigsantos - fotolia
Durch Sex übertragbare Erkrankungen. Bild: ruigsantos – fotolia

Die Vagina einer Frau sollte Laktobazillen enthalten. Diese Bakterien produzieren Milchsäure und reichern so die Scheide mit Säure an, was andere Bakterien davon abhält, hier zu wachsen. Wenn die Vagina nicht so säurehaltig ist, wie sie sein sollte, haben andere Bakterien hingegen die Möglichkeit sich auszubreiten. Wenn die Milchsäurebazillen abnehmen, wird die Vagina weniger säurehaltig.

Bakterielle Vaginose ist der wesentliche Grund für unnormalen Ausfluss der Scheiden bei jungen Frauen im gebärfähigen Alter und bedingt sexuelle Promiskutivität. Es handelt sich um eine der häufigsten Infektionen der Vagina. Diese gynäkologische Störung ist gekennzeichnet durch einen dünnen und anhaftenden Ausfluss im unteren weiblichen Genitaltrakt. Die Betroffenen leiden bisweilen unter sozialer Isolation, Depression und Selbstmordversuchen wegen den psychosozialen Symptomen, die die Vaginose begleiten.

Wenn sie unbehandelt bleibt, ist bakterielle Vaginose ein mögliches Risiko, sich mit Aids zu infizieren. Zu den anderen Komplikationen gehören Beckenentzündungen und Frühgeburten.

Das verbreitetste Symptom ist der stark riechende Ausfluss aus der Scheide. Er sieht meist gräulich oder gelb aus. Ein Zeichen einer bakteriellen Vaginose kann ein “fischiger” Geruch sein, der nach dem Sex noch intensiver riecht.

Das wichtigste Medikament, um bakterielle Vaginose zu behandeln, ist Metronidazol. Die Erfolgsrate liegt bei 70 % bis 80 %, aber bei 30 % der Patienten mit einer raschen Heilung kehrt die Krankheit in den nächsten Monaten zurück. Außerdem ist der Gebrauch verbunden mit starken Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit, Schwindel, Übelkeit, Neutrophenie und Scheidenpilz. Allergie und Immunität gegen das Medikament zeigen einige Patienten ebenfalls.

In den letzten Jahren, als Folge des großen Interesses an pflanzlicher Medizin und den starken Nebenwirkungen chemischer Medikamente, spielen Kräuterprodukte auch bei der Behandlung der Vaginose eine Rolle.

Hypericum perforatum L. (H. perforatum), allgemein bekannt als St. John´s Würze, ist eine der Pflanzen, die die Aufmerksamkeit einer Menge Forscher auf sich gezogen hat – wegen ihrer diversen Nutzmöglichkeiten.

Sie ist eine der am häufigsten genutzten Heilpflanzen weltweit, gehört zur Familie der Hypericacae, und ist eine krautartige wie mehrjährige Pflanze. Ihre Blütenzweige sind medizinisch wertvoll. Sie enthält Komponenten und chemische Substanzen wie Anthraquinone, Flavonoide, Phloroglukinole, Tannine, Phenole, Hyperforin und Hypericin.

Das Heilkraut wird traditionell verwendet für die Behandlungen von Entzündungen der Bronchen und des urogenitalen Bereiches, Migräneattacken, Ischias, Verdauungsstörungen, Malaria und für Schnitte, Brandwunden und Hautgeschwüre. Außerdem hilft es gegen Menstruationsbeschwerden, Leukorrhoe und Blasenstörungen, ebenso als Antidepressivum.

Chlamydia trachomatis

Chlamydia trachomatis ist inzwischen die häufigste sexuell übertragene Krankheit in der entwickelten Welt. Die WHO schätzt, dass jährlich 100 Millionen neue Fälle weltweit auftreten. Studien zeigen, dass diese Infektion die häufigste von Bakterien übertragene Krankheit in europäischen Ländern und in den Vereinigten Staaten ist: Mit mehr als 2,8 Millionen neuen Fällen jedes Jahr. 2009 wurden zum Beispiel dem Center for Diseases Control 1,2 Millionen Fälle gemeldet.

Betroffen von Chlamydia waren 6,8 % der sexuell aktiven Mädchen zwischen 14 und 19 Jahren. Menschen, die ungeschützten Sex mit verschiedenen Partnern haben, sind stärker gefährdet, sich mit Chlamydia zu infizieren als diejenigen, die safer sex praktizieren und in einer monogamen Beziehung leben. Das Bakterium Chlamydia trachomatis überträgt sich durch oralen, analen und vaginalen Sex. Sowohl Männer als auch Frauen können diese verbreitete Infektion bekommen. Sex ohne Kondom und ungeschützter Oralsex sind die Hauptwege, wie sich eine Chlamydiainfektion verbreitet.

Symptome einer Chlamydia-Infektion bei Frauen beinhalten: Außergewöhnlichen genitalen Ausfluss, schmerzhaftes Wasserlassen, Brennen oder Jucken in der und um die Scheide, Rötung und Schwellung der Vulva und Schmerzen im Becken während des Geschlechtsverkehrs.

Männer mit Chlamydia zeigen oft überhaupt keine Symptome, oder sie entwickeln die Symptome einige Wochen nach der Ansteckung. Symptome von Chlamydia treten, wenn überhaupt, gewöhnlich eine bis drei Wochen nach der Ansteckung auf.

Die Anzeichen der Infektion sind: Schmerzen während des Wasserlassens, Rötung oder Schwellung des Penisendes, Ausfluss aus dem Penis, meist in gelblich oder beige. Die Harnwege sind entzündet, dadurch wird das Wasserlassen schwierig. Die Schmerzen sind in der Regel auf die Penisspitze begrenzt, wo die Harnröhre endet. Es können auch Schmerzen beim Sex auftreten.

Chlamydia kann verschiedene Organe befallen, darunter den Penis, die Vagina, die Harnröhre, den Anus, das Auge und die Kehle, und kann ernste und bisweilen permanente Schäden des reproduktiven Systems verursachen.

Die gute Nachricht ist, dass Chlamydia sich einfach mit Antibiotika heilen lässt. Die schlechte Nachricht lautet, dass die Hälfte der infizierten Frauen nicht weiß, dass sie infiziert sind und 30 % entwickeln ernste Komplikationen wie Schäden an den Eileitern, verursacht von einer Beckenentzündung, was zu Sterilität führen kann. Schäden an den Eileitern können außerdem das Risiko bedingen, dass sich die befruchtete Eizelle außerhalb des Uterus einpflanzt; auch Frühgeburten sind möglich.

Ein Baby, dass Chlamydia trachomatis im Geburtskanal ausgesetzt ist, kann eine Augen- oder Lungenentzündung entwickeln. Wenn das Baby durch den Geburtskanal gelangt, kommt es in Kontakt mit dem Blut und der Vaginalflüssigkeit der Frau. Ein infiziertes Baby zeigt gewöhnlich die Symptome einer Bindehautentzündung wie Ausfluss und geschwollene Augenlider (meist in den ersten zehn Tagen nach der Geburt).

Zu den Symptomen einer Lungenentzündung gehört Keuchhusten, der stetig schlimmer wird und meist in drei bis sechs Wochen nach der Geburt auftritt.

Pflanzen, die für ihre antibakteriellen Eigenschaften bekannt sind wie Salbei, Knoblauch, Kurkuma, Katzendorn, Sägepalme und Gelbwurzel sind sehr wirksam gegen Chlamydia.

Gonorrhoe

Gonorrhoe ist die zweithäufigste bakterielle Infektion in Europa und ein ernstes Gesundheitsproblem, weil unbehandelte Infektionen zu Folgeerkrankungen führen können, darunter Beckenentzündungen, Frühgeburten und Unfruchtbarkeit.

Unterschiedliche Erreger-Typen. Bild: designua - fotolia
Unterschiedliche Erreger-Typen. Bild: designua – fotolia

Gonorrhoe, eine sexuell übertragene Infektion, ist exklusiv bei Menschen und gedeiht in den warmen feuchten Gebieten des Reproduktionstraktes, im Gebärmutterhals, dem Uterus und den Eileitern der Frau, und in der Harnröhre von Männern und Frauen. Es wird geschätzt, dass jährlich mehr als 100 Millionen neue Fälle von Gonorrhoe auftreten.

Gonorrhoe wird verursacht von Bakterien, die sich vor allem im Samen und der Vaginalflüssigkeit von Männern und Frauen finden, die infiziert sind. Gonorrhoe wird leicht durch sexuellen Kontakt von einer Person auf die andere übertragen. Jeder, der sexuell aktiv ist, kann sie bekommen und weiter geben.

Gonorrhoe ist bedeutend wegen ihrer möglichen Komplikationen, wie Krankheiten des Genitaltraktes von Frauen, die zu Unfruchtbarkeit führen können, zusätzlichen Infektionen und Neonates, einer Augenkrankheit. Gonorrhoe-Patienten sind außerdem häufig mit Chlamydia infiziert. Gonoorhoe fördert weiterhin die sexuelle Übertragung von HIV, und die beiden Krankheiten treten oft zusammen auf.

Die Symptome erscheinen gewöhnlich zwei bis vierzehn Tage nach der Infektion, allerdings zeigen viele Infizierte niemals erkennbare Symptome. Solche Betroffenen sind ideale Überträger der Krankheit.

Die Frühzeichen einer Gonorrhoe sind meist schwer zu erkennen. Männer zeigen häufiger deutliche Symptome als Frauen. Die Hälfte der Frauen, die Gonorrhoe-Symptome entwickeln haben außergewöhnlichen Scheidenausfluss, und eine von vieren klagt über Schmerzen im Genitalbereich. Weniger häufige Symptome einer Gonorrhoe sind Schmerzen beim Urinieren und stärkere Blutungen während der Periode. Der Ausfluss hat oft eine ungewöhnliche Konsistenz, mal ist er cremig, mal erinnert er an Blut oder ist sogar grünlich.

Mehr als 90 % der Männer mit Gonorhoe zeigen Symptome, was es einfacher macht, die Infektion zu erkennen. Die ersten Symptome können sich eine Woche nach der Übertragung zeigen, nämlich als brennender Schmerz beim Pinkeln.

Andere mögliche Symptome beinhalten einen weißen Ausfluss aus dem Penis und verstärkten Harndrang. Die Symptome verschwinden zwar nach einigen Wochen, die Infektion bleibt aber im Organismus und kann weitere Schäden im Körper verursachen. Weniger verbreitete Symptome der Gonorrhoe sind Anusschmerzen oder ein unangenehmes Gefühl, wenn die Infektion sich in den After ausbreitet.

Gonorrhoe kann von einer Mutter auf das Kind während der Geburt übertragen werden. Neugeborene zeigen Symptome in den ersten Wochen in ihren Augen, die schwellen an, röten sich und habeben einen breiigen Ausfluss.

Um die natürliche Prävention von Gonorrhoe voran zu treiben, sollte der Geschlechtsverkehr mit dem infizierten Partner vermieden werden. Außerdem sollte man es verhindern, Kleidung und Handtücher mit einer infizierten Person zu teilen, denn der gemeinsame Gebrauch ist hoch ansteckend.

Früchte zu essen reinigt das Blut, ebenso Gemüse, entweder roh oder als Saft. Bananen und Kartoffeln sollte man hingegen vermeiden. Papayas, wilde Äpfel und Melonen sind jedoch bekannt als natürliche Heilmittel gegen Gonorhoe.

Andere Formen der Naturheilkunde wie Akupunktur helfen zwar nicht direkt gegen Gonorhoe, stärken aber das Immunsystem, so dass dieses besser gerüstet ist für den Kampf gegen die Bakterien.

Genitales Herpes

Genitales Herpes ist eine sexuell übertragbare Krankheit, verursacht von einer Variante des Herpes-Virus (HSV), bei der schmerzende Blasen in der Genitalregion auftreten. HSV vom Typ 1 verursacht normalerweise fiebernde Blasen im Mund oder Gesicht, während HSV vom Typ 2 typischerweise an den Genitalien auftritt.

Meistens sind HSV-1 und HSV-2 inaktiv und verursachen keine Symptome, aber einige Infizierte haben “Ausbrüche” von Blasen. Einmal mit HSV infiziert, bleiben die Betroffenen es ein Leben lang.

Beide Virentypen werden übertragen durch direkten Kontak, also Haut-zu-Haut Berührungen, Küssen und Anal-, Oral- oder Vaginalsex. Die ersten Symptome erscheinen gewöhnlich nach zwei bis vierzehn Tagen, manchmal aber erst Jahre nach der Infektion.

Wie auch immer, einige Menschen, die mit dem Virus in Berührung kommen, erkranken, während andere nie Symptome zeigen. Das bedeutet, dass die meisten Menschen mit Genitalherpes nicht wissen, dass sie infiziert sind, aber die Infektion übertragen.

Symptome variieren von Person zu Person. Symptome einer neu eingefangenen Herpes-Infektion beinhalten rote Punkte oder Blasen an den Genitalien, dem Rektum und der Afteröffnung. Außerdem zeigt sich Herpes in Fieber, brennendem Schmerz auf der Haut und Juckreiz an der infizierten Stelle, außerdem an Nervenschmerzen im Bein.

Wenn Sie Symptome der Genitalherpes haben, sollten diese von Gesundheitsbeauftragten untersucht werden, die sie vielleicht zum Bluttest schicken.

Nach dem ersten Ausbruch verschwinden die Symptome und das Virus wird inaktiv. Es bleibt im Nervensystem und kann sich Monate oder Jahre später reaktivieren, meist an der gleichen Stelle, wo es zuerst auftrat. Über die Zeit kommt es immer seltener zum Ausbruch, und die Symptome werden milder und bleiben deshalb oft unerkannt.

Herpes beeinflusst nicht die Fruchtbarkeit von Mann und Frau. Sogar, wenn eine Frau unmittelbar vor der Schwangeschaft mit dem Virus infiziert ist, besteht ein sehr geringes Risiko, dass die Mutter die Krankheit auf das Baby überträgt.

Wenn die erste Infektion in den letzten zehn bis zwölf Wochen der Schwangerschaft erfolgt, besteht ein kleines Risiko, dass sie sich auf das Baby überträgt. In diesem Fall kann es notwendig sein, einen Kaiserschnitt vorzunehmen, um eine Infektion des Babys zu vermeiden.

HIV

HIV ist ein Virus und steht für Human Immunodeficiency, also für humane Immunschwäche. Der Name beschreibt das Virus: Es infiziert nur Menschen (und nahe verwandte Primaten), und es greift das Immunsystem an, das nicht mehr so effektiv arbeiten kann, wie es sollte. Im Unterschied zum Schutz gegenüber vielen anderen Viren, ist unser Immunsystem unfähig, HIV abzuwehren und zu zerstören.

Das gemeinsame Nutzen von Kanülen bei Drogensüchtigen, sexueller Kontakt, also oraler, vaginaler oder analer Sex mit jemand, der HIV positiv ist, und das ohne Kondom, sind Möglichkeiten, HIV zu übertragen.

Wer unter anderen sexuellen Krankheiten leidet wie Syphillis, Herpes, Chlamydia, Gonnorhoe oder Scheidenentzündung hat vermutlich ein höheres Risiko, sich während ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit HIV zu infizieren.

Menschen infizieren sich aber nicht durch gewöhnlichen Körperkontakt wie Küssen, Umarmen, Hände schütteln oder bei Mahlzeiten die gleichen Gefäße zu benutzen.

Die Symptome von HIV variieren abhängig vom Grad der infektion. Obwohl viele Betroffene in den esten Monaten am meisten infektiös erscheinen, sind sich viele ihres Zustandes erst viel später bewusst.

Die ersten Wochen nach der ursächlichen Infektion löst bei vielen entweder keine Symptome aus oder eine grippeähnliche Krankheiten, die Fieber, Kopfschmerzen oder Gliederschmerzen beinhaltet.

Weil die fortschreitende Infektion das Immunsystem schwächt, kann das Individuum andere Zeichen entwickeln, zum Beispiel geschwollene Lympfknoten, Gewichtsverlust, Fieber, Durchfall und Husten.

Nach der ersten Phase, in der das Immunsystem mit HIV “kämpft”, verliert es und die Symptome verschwinden. Die HIV-Infektion geht nun in die zweite Phase über, und die besteht aus einer langen Zeit ohne Symptome, die latente Periode. In dieser Zeit wissen die Betroffenen oft nicht, dass sie infiziert sind und übertragen die Infektion auf andere. Diese Periode kann zehn Jahre dauern oder sogar länger.

Während dieser Periode ohne Symptome tötet HIV langsam die weißen Blutkörperchen ab und zerstört so das Immunsystem. Bluttests während dieser Phase zeigen den Verlust, denn normalerweise hat ein Menschen zwischen 450 und 1400 dieser Zellen pro Mikroliter. Diese Anzahl ändert sich konstant, abhängig von der Verfassung der Person. Bei einer HIV-Infektion nimmt die Anzahl der weißen Blutkörperchen ständig ab, macht den Betroffenen anfällig für andere Infektionen – und setzt ihn der Gefahr aus, AIDS zu bekommen.

Mutter-Kind-Übertragungen sind die heraus ragende Ursache, Kinder mit HIV zu infizieren. Das Virus kann während der Schwangerschaft übertragen werden, während oder nach der Kindsgeburt und erfolgt dann durch das Stillen an der Brust. Bei den meisten Kindern, die infizierzt werden, ohne, dass sie an der Brust gesaugt hätten, erfolgt die Infektion während der Geburtsphase. In den Ländern, wo das Stillen an der Brust die Norm ist, erfolgen mehr als ein Drittel aller HIV-Übertragungen durch die Muttermilch.

Die Behandlung mit Anti-HIV-Medikamenten verhindert, dass HIV sich vermehrt und das Immunsystem zerstört. Das bewahrt den Körper vor lebensgefährlichen Infektionen und Krebsen und schützt davor, dass HIV sich in Aids verwandelt.

AIDS

Der Begriff AIDS beschriebt die fortgeschrittensten Stadien einer HIV-Infektion. Menschen, deren HIV-Infektion früh behandelt wird, entwickeln dieses Stadium nicht. AIDS ist ein genereller Begriff, der verschiedene Krankheiten beinhaltet, die aus einem sehr geschwächten Immunsystem resultieren.

AIDS / HIV ist heute keine Einbahnstraße mehr in Richtung Tod. Mit der richtigen Behandlung und Fürsorge erholen sich viele Menschen mit der Diagnose AIDS von ihren AIDS-bezogenen Krankheiten und führen ein langes und gesundes Leben.

HIV (im frühen Stadium) und AIDS sind also nicht das gleiche, und HIV-Infizierte entwickeln nicht automatisch AIDS, AIDS ist ungewöhnlich für Menschen, deren HIV früh behandelt wurde.

Sogar bei Menschen, die keine Behandlung erfuhren, gibt es in der Regel ein Zeitfenster von mehreren Jahren, bevor AIDS entsteht. Denn es dauert lange, bis die Immunschwäche ein Niveau erreicht, dass Folgekrankheiten ungeschützt eindringen können.

Während der Endstadien von AIDS hat das HIV-Virus das Immunsystem so beschädigt, dass der Körper Infektionen nicht mehr abwehren kann und den diversen Mikroorganismen nicht mehr gewachsen ist, die in den Körper gelangen.

Diese Infektionen sind als opportunistische Infektionen bekannt. Als ein Ergebnis entwickeln Menschen mit fortgeschrittenem AIDS wiederholte Infektionen des gleichen Typs, insbesondere Lungenentzündung, Tuberkulose, chronisches Herpes, Toxoplasmose oder Meningitis.

Das Immunsystem ist außerdem einbezogen in die Abwehr bestimmter Typen von Krebs. Wenn das Immunsystem in den späten Stadien von Aids zusammenbricht, tritt der Krebs öfter auf. Die Chancen, Krebs in den Eingeweiden, Lungen und der Haut zu bekommen steigen, ebenso die Wahrscheinlichkeit, Lymphknotenkrebs zu bekommen.

Vaginale Pilzinfektionen

Der Pilz Candida lebt normalerweise in kleiner Menge in der Vagina; eine Pilzinfektion bedeutet, dass diese Pilzzellen sich vermehren und intensives Jucken, Schwellen und Unwohlsein verursachen.

Candida-Infektionen befallen meistens Frauen, die noch ihre Periode haben. Sie sind weniger häufig in der Zeit nach der Menopause, zumindest, wenn diese keine Hormontherapien durchlaufen, und sie sind selten bei Mädchen, die noch keine Menstruation hatten. Viele Mädchen erkennen, dass Pilzinfektionen auftreten, gerade bevor sie ihre Blutung bekommen – ausgelöst durch die Veränderungen der Hormone im Menstruationszyklus.

Candida-Infektionen betreffen gewöhnlich den warmen und feuchten Teil des Körpers wie den Mund oder die Vagina. Wir alle tragen den Pilz in uns, aber normalerweise wird er in Balance gehalten. Kleidung, besonders Unterwäsche aus Materialien wie Nylon, die Hitze und Nässe speichern fördern Pilzinfektionen, denn sie bieten ihnen das Milieu.

Candida kann sich aus vielen Gründen vermehren: Stress, Schwangerschaft und Krankheiten, die das Immunsystem beeinflussen, sind Risikofaktoren.

Die verbreitetsten Symptome sind Jucken und ein Ausfluss aus der Vagina. Letzterer ist oft zäh, weiß und cremig – fast wie Hirtenkäse. Andere Symptome sind Brennen und Rötung des Vaginabereichs, bisweilen schwellen auch die Schamlippen an. Manche Frauen haben Schmerzen beim Urinieren. Sex kann ebenso Schmerzen bereiten, weil die entzündete Vagina gereizt wird.

Knoblauch ist das beste Hausmittel gegen eine Pilzinfektion. Knoblauch hat natürliche Anti-Krebs Substanzen und fungiert als natürliches Antibiotikum. Eine frische Knoblauchzehe allein kann eine Pilzinfektion beenden. Wir nehmen dazu eine Zehe frischen Knoblach, schälen die weiße Hülle ab und lassen die Zehe intakt. Zur Schlafenszeit stecken wir die Zehe in die Vagina. Am nächsten Morgen nehmen wir die Zehe heraus und spülen sie die Toilette hinunter. Knoblach verusacht allerdings häufig wässrigen Ausfluss in der Scheide.

Nach ein oder zwei Nächten der Knoblauchbehandlung dürfte das Jucken aufhören. Warum nachts? Es besteht eine Verbindung zwischen der Scheide und dem Mund. Im Moment, in dem die Scheide in die Vagina gelangt, wandert der Geschmack des Knoblauchs in den Mund.

Bei einer fortgeschrittenen Infektion kann ebenfalls Knoblauch den Pilz bekämpfen, allerdings sollten wir die Dosis erhöhen. Zuerst entfernen wir den Pilzausfluss mit einem trockenen Tuch, dann nehmen wir eine Knoblauchzehe und halbieren sie. Dann gehen wir vor wie beschrieben und wiederholen die Therapie einige Nächte.

Trichomoniasis

Trichomoniasis ist eine sexuell übertragene Infektion, die von einem Parasiten verursacht wird und Männer ebenso betrifft wie Frauen, aber die Symptome sind unterschiedlich. Bei Frauen infiziert sich meistens die Vagina, bei Männern sind vor allem die Harnwege betroffen.

Der Parasit überträgt sich gewöhnlich durch Sex, also durch Kontakt zwischen Penis und Scheide, bzw von Vulva zu Vulva mit einem infizierten Partner.

Die Symptome erscheinen in der Regel 5 bis 28 Tage nach der Infektion. Die Zeichen einer Trichommoniasis beinhalten einen gelblich-grauen Ausfluss mit einem Geruch nach verfaultem Fisch. Die Vagina wird rot, schmerzt brennend und juckt. Sex und Harn lassen schmerzt. Jedoch entwickeln manche Frauen mit diesem Parasiten diese Symptome nicht.

Männer zeigen meist gar keine Symptome, aber wenn, dann haben sie einen ungewöhnlichen Ausfluss am Penis, das Pinkeln tut weh, nach der Ejakulation tritt ein brennender Schmerz auf, und es kribbelt im Inneren des Penis.

Infektionen mit Trichomonas vaginalis während der Schwangerschaft können eine Frühgeburt auslösen, was schlechte Gesundheit des Babys und frühen Tod des Neugeborenen bedeuten kann; Frühgeborene brauchen intensive Pflege in den ersten Wochen, bleiben lange im Krankhenhaus und leiden oft einer langwierigen Behinderung im Nervensystem.

Schwangere Frauen mit Trichomonas vaginalis sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt, dass vor der Geburt Membranen reißen, was zu einem geringen Gewicht des Neugeborenen führen kann.

Verschiedene Kräuter stärken das Immunsystem gegen den Parasiten. Die am meisten empfohlenen Pflanzenheilmittel sind Knoblauch und das Öl des Teebaums.

Beckenentzündungen

Beckenentzündungen beeinträchtigen den oberen Genitaltrakt der Frau, dazu gehört der Uterus, die Eierstöcke und die benachbarten Regionen des Beckens. Sie können sich auch auf den Unterleib ausdehnen.

Die klassisch Gefährdete ist einen menstruierende Frau jünger als 25, die mit verschiedenen Partnern sexuell verkehrt, keine Verhütungsmittel verwendet und in einer Gegend mit einer hohen Dichte von sexuell übetragenen Krankheiten lebt.

Sind die Eierstöcke betroffen, deformieren sie. Das kann zu Unfruchtbarkeit führen.

Verschiedene Bakterien verursachen einen Beckenentzündung, darunter die gleichen, die Gonorrhoe und Chlamydia auslösen. Gewöhnlich erreichen die Bakterien zuerst die Vagina und entzünden diese. Diese Infektion erreicht mit der Zeit die Organe des Beckens.

Sexuell aktive Frauen in den gebärfähigen Jahren sind am meisten gefährdet, und die unter 25jährigen mehr als die älteren. Je mehr Geschlechtspartner eine Frau hat, umso höher das Risiko. Aber auch Frauen, deren Partner promiskutiv leben, setzen sich einem erhöhten Risiko aus, da auch der Partner die Bakterien übertragen kann.

Eine Beckeninfektion ist oft schwer zu diagnostizieren, denn sogar, wenn die Symptome auftreten, lassen sie sich leicht mit Zeichen einer Reihe anderer Problem verwechseln – von Krankheiten der reproduktiven Organe wie Endmometriosis bis zu anderen Erkrankungen des Unterleibs.

Schmerz im Unterleib (Unterbauchschmerzen), Fieber, Erschöpfung, vaginaler Ausfluss, schmerzhafte Blutungen nach dem Sex und unregelmäßige Blutungen bei der Menstruation können eine Beckenentzündung anzeigen.

Für alle Geschlechtskrankheiten gilt: Safer Sex, der Gebrauch von Kondomen und Hygiene im Genitalbereich sind gute Mittel, um sexuell übertragenen Infektionen vorzubeugen. (Somayeh Ranjbar)