Bindehautentzündung (Konjunktivitis)

Redaktion Heilpraxis.de

Entzündung der Bindehaut – Konjunktivitis

Bei der Bindehautentzündung, im Lateinischen als Konjunktivitis bezeichnet, handelt es sich um eine der häufigsten Erkrankungen des Auges. Die Entzündung wird durch eine Reihe von verschiedenen Ursachen hervorgerufen. Dementsprechend gibt es ganz unterschiedliche Behandlungsmethoden, um die Ursachen und Symptome zu bekämpfen. Die ersten Anzeichen der Entzündung sind häufig rote, tränende und verklebte Augen. Dabei handelt es sich nicht selten um bakterielle oder virale Infektionen, die ansteckend sind. Bei einem Verdacht auf Bindehautentzündung ist ein Arztbesuch angeraten, um die genaue Ursache und dementsprechende Therapieform zu bestimmen.


Ein kurzer Überblick

Vor der detaillierten Beschreibung des Krankheitsbilds, mit den zugehörigen Symptomen und den möglichen Behandlungsformen, fasst die folgende Übersicht die wichtigsten Fakten rund um die Erkrankung einer Bindehautentzündung kurz zusammen. Auch sollen einige Hinweise zum Verhalten im Krankheitsfall und für vorbeugende Maßnahmen helfen, das Krankheitsrisiko zu minimieren.

Ein rotes Auge ist oftmals das erste Anzeichen für eine Bindehautentzündung. (Bild: julia_diak/fotolia.com)

Bindehautentzündung – das sollte man wissen:

  • Ein rotes Auge bedeutet nicht in jedem Fall, dass eine Konjunktivitis vorliegt. Auch andere (Augen-) Erkrankungen können ursächlich sein. Dies sollte durch einen Arztbesuch abgeklärt werden.
  • Ganz verschiedene Auslöser können eine Bindehautentzündung verursachen. Oft sind es ansteckende Infektionen, zum Beispiel durch Viren oder Bakterien.
  • Kommen Allergien wie zum Beispiel Heuschnupfen als Ursache für eine Bindehautentzündung in Betracht, sind immer beide Augen betroffen.
  • Die Ursache einer Bindehautentzündung bestimmt maßgeblich die Therapieform. Eine ärztliche Untersuchung ist vor einer Behandlung unbedingt angeraten.
  • Bilden sich schleimige oder eitrige Sekrete, die das Auge verkleben, handelt es sich meist um eine bakterielle Infektion, die mit antibiotischen Augentropfen oder Augensalben behandelt werden kann.
  • Bindehautentzündungen, die nicht von Bakterien verursacht sind, können nicht mit Antibiotika behandelt werden.
  • Nicht selten klingt eine Bindehautentzündung auch ohne weitere Behandlung innerhalb von zehn Tagen problemlos ab.
  • Natürliche Hausmittel können bei auftretenden Symptomen eine gewisse Linderung versprechen, müssen aber mit Vorsicht angewandt werden und ersetzen bei Entzündungen, die einer medikamentösen Behandlung bedürfen, keine Therapie.

Was ist zu tun bei einem Verdacht auf Bindehautentzündung?

Liegt die Vermutung auf eine Bindehautentzündung nahe, oder ist das Auge vermutlich aus anderen Gründen gerötet, sollte eine ärztliche Untersuchung durchgeführt werden. Erst nach einer genauen Diagnose können die Therapiemöglichkeiten bestimmt werden.

Symptome wie juckende und schmerzende Augen können mit kalten oder warmen Kompressen und künstlicher Tränenflüssigkeit gemildert werden. Verklebte Augen können mit lauwarmen Wasser und einem Waschlappen sanft gereinigt werden.

Bei Problemen mit den Augen sollte immer eine augenärztliche Untersuchung durchgeführt werden. (Bild: sebra/fotolia.com)

Wie kann man vorbeugen und eine mögliche Ansteckung verhindern?

Reagiert ein Auge empfindliche auf bestimmte Reize oder bestimmte Allergene, sollten diese möglichst gemieden werden. Unter Umständen kann es ratsam sein, auf Kontaktlinsen zu verzichten. Liegt eine Schwangerschaft vor, sollte vor der Geburt eine Infektion der Mutter durch Gonokokken oder Chlamydien geklärt werden, um das Neugeborene bei einer Spontangeburt vor einer möglichen Bindehautentzündung entsprechend schützen zu können.

Bei einer infektiösen Bindehautentzündung (insbesondere bei Adenoviren) sind Hygienemaßnahmen entscheidend, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Dazu gehören unter anderem ein regelmäßiges, gründliches Händewaschen, eine häufige Verwendung von Handdesinfektionsmitteln, das Benutzen von eigenen Waschlappen und Handtüchern und das regelmäßige gründliche Reinigen von benutzter Wäsche der Betroffenen. Medikamente, wie beispielsweise Augentropfen, dürfen einzig und allein von der jeweilig infizierten Person benutzt werden. Auch ein eingeschränkter Kontakt der Betroffenen zu anderen Personen, zum Beispiel durch das Fernbleiben vom Arbeitsplatz, der Schule oder einer Kinderbetreuungseinrichtung, kann notwendig werden.

Definition

Die Bindehaut (Tunica conjunctiva) ist eine schützende Schleimhaut, die die Innenseite der Augenlider und die Lederhaut bis zum Rand der Hornhaut überzieht. Die Hauptaufgabe der Bindehaut besteht darin, eine Schmierschicht zwischen der Lederhaut des Augapfels und den Augenlidern zu bilden und somit die Beweglichkeit des Augapfels sicherzustellen. Über die Bindehaut wird ebenfalls gewährleistet, dass die Hornhaut bei jedem Lidschlag mit ausreichend Tränenflüssigkeit benetzt wird. Zudem schützt sie das Auge vor Fremdkörpern und dient der Immunabwehr des Auges.

Bei einer Konjunktivitis handelt es sich um eine häufig auftretende Entzündung der Bindehaut. Unterschiedlichste Ursachen bedingen bei der akuten sowie chronischen Form dieser Erkrankung sehr ähnliche Krankheitsbilder. Sind Bakterien oder Viren für die Erkrankung verantwortlich, ist die Konjunktivitis ansteckend. Besonders häufig sind bei bakteriellen Infektionen Kleinkinder betroffen. Da sich Kinder häufig ins Gesicht fassen und viel Kontakt mit anderen haben, werden die Erreger sehr schnell weitergegeben. Ist manchmal zu Beginn zunächst nur ein Auge betroffen, geht die Infektion im Verlauf meist auch auf das andere Auge über.

Es gibt aber auch Bindehautentzündungen, die auf einer Reihe anderer Ursachen beruhen und nicht ansteckend sind. Dabei handelt es sich beispielsweise um Allergien und äußere Reize.

Die Bindehaut bildet eine Schleimhaut an der Innenseite der Augenlider. Bei einer Entzündung wird ihre schützende Funkion gestört. (Bild: Henrie/fotolia.com)

Symptome

Das wichtigste erste Anzeichen für eine Bindehautentzündung ist eine Augenrötung. Doch sind gerötete Augen auch Begleitsymptome anderer Krankheiten, die es auszuschließen gilt. Bei einer akuten Konjunktivitis treten häufig die folgenden Beschwerden in unterschiedlicher Kombination und Stärke auf:

  • rote Augen,
  • Jucken oder Brennen der Augen,
  • Kratzen der Augen (Gefühl von Sand im Auge),
  • tränende Augen,
  • geschwollene Bindehaut und Augenlider,
  • wässrige, schleimige oder eitrige Absonderungen (Sekrete),
  • eingeschränkte Sehfähigkeit (durch verklebte Augen),
  • Lichtempfindlichkeit (Photophobie),
  • Augenschmerzen,
  • krampfhafter Lidschluss (Blepharospasmus).

Abhängig von der Krankheitsursache fallen die Symptome unterschiedlich aus und können unter Umständen bei der Diagnose wichtige Hinweise liefern. Bei einer bakteriellen Infektion sondern die Augen zum Beispiel meist ein eitriges oder schleimiges Sekret ab und sind häufig morgens verklebt. Bei viralen Infektionen hingegen ist das Sekret eher wässrig und eine Lichtempfindlichkeit tritt vermehrt auf.

Die Beschwerden treten, vor allem bei einer bakteriellen Ursache, in der Regel einseitig auf. Innerhalb weniger Tage breiten sich die Symptome aber zumeist auf beide Augen aus. Bleibt die Erkrankung einseitig, verläuft diese oft schwerwiegender. Ist eine Allergie die Ursache für die Bindehautentzündung zeigen sich die Symptome immer an beiden Augen. Handelt es sich um eine chronische Bindehautentzündung, zeigt sich eine ähnliche aber oftmals mildere Symptomatik. Ein chronischer Verlauf zieht sich meist über mehr als drei bis vier Wochen hin.

Eine Konjunktivitis äußert sich durch unterschiedliche Beschwerden an den Augen und kann auch Schmerzen verursachen. (Bild: sebra/fotolia.com)

Ursachen

Die verschiedenen Ursachen einer Bindehautentzündung können darin unterschieden werden, ob es sich um eine infektiöse oder nicht-infektiöse Form der Erkrankung handelt. Liegt eine Infektion vor, kommen verschiedene Krankheitserreger als Auslöser in Frage.

Infektiöse Bindehautentzündung durch Viren

Bei den infektiösen Erkrankungen stellt insgesamt die virale Konjunktivitis die häufigste Ursache dar. Da die Symptome für gewöhnlich erst einige Tage nach der Infektion auftreten, ist diese Form besonders ansteckend. Lokale und viral bedingte Bindehautentzündungen werden in der Regel durch Adenoviren und manchmal durch Enteroviren verursacht. Eine Konjunktivitis kann aber auch in Verbindung mit einer Erkältung oder anderen Virusinfektionen (insbesondere bei Masern, Windpocken und Röteln) auftreten. Auch können bestimmte Herpesviren eine Bindehautentzündung verursachen, wobei flüssigkeitsgefüllte Bläschen an den Augenlidern entstehen können.

Bei einer schweren Adenoviruskonjunktivitis (auch epidemische Bindehautentzündung genannt) klagen Betroffene häufig über eine schmerzhafte Lichtempfindlichkeit (Photophobie) und ein Fremdkörpergefühl. Zu den möglichen Komplikationen gehören längerfristige Hornhauttrübungen.

Infektiöse Bindehautentzündung durch Bakterien

Häufig, insbesondere bei Kindern, ist eine Infektion mit Bakterien für die Entstehung einer akuten Konjunktivitis verantwortlich. Verschiedenste Erreger kommen dabei als Krankheitsursache in Betracht, wie zum Beispiel Staphylokokken, Pneumokokken, Streptokokken oder Bakterien der Art Haemophilus.

Seltener kann eine Infektion mit Gonokokken oder Chlamydien vorliegen. Diese Bakterien können beim Geschlechtsverkehr übertragen werden und unter schlechten hygienischen Bedingungen. Auch während einer Spontangeburt können diese Erreger auf das Neugeborene übertragen werden. Bei infizierten Müttern erkranken etwa 20 bis 40 Prozent der Babys. Bei der sogenannten „Schwimmbadkonjunktivitis“ sind mit Chlamydien infizierte Badewasser für die Erkrankung verantwortlich. Sind Chlamydien (Chlamydia trachomatis) die Auslöser, kann es sich um eine Einschlusskonjunktivitis handeln. Es kommt dabei zu einer Entzündung der Innenseite des Augenlids mit einer Lidschwellung sowie zur Bildung von kleinen Follikeln an der Bindehaut. Durch einen verwandten Erreger kann es vor allem in tropischen Regionen und unter einer schlechten Hygiene zur Ausbildung eines Trachoms kommen. Bei dieser, oft chronisch verlaufenden, Augeninfektion kommt es zur Bildung von typischen Einschlusskörpern, die im Heilungsprozess Narben an der Hornhaut verursachen können. Bei diesem Vernarbungsprozess und ohne Therapie der Erkrankung kommt es häufig zur Erblindung.

Zudem befindet sich nicht selten in angebrochenen Packungen von Tropfen, Cremes und Kontaktlinsenlösungen der sogenannte „Krankenhauskeim“ Pseudomonas aeruginosa. Diese Bakterien vermehren sich äußert schnell und können ebenfalls eine Bindehautentzündung verursachen.

Sind Bakterien die Krankheitsursache, können die Erreger mit Antibiotika behandelt werden. Bei komplizierten Infektionen kann eine Bestimmung der Erreger notwendig sein. (Bild:Alexander Raths/fotolia.com)

Weitere infektiöse Bindehautentzündungen

Sehr seltenen stehen auch Infektionen durch Pilze oder Parasiten mit einer Konjunktivitis in Verbindung. Parasitäre Bindehautentzündungen, beispielsweise durch Würmer oder Fliegenlarven, kommen vor allem in den Tropen vor. Im tropischen Afrika ist in diesem Zusammenhang vor allem die sogenannte Flussblindheit (Onchozerkose) bekannt. Diese Krankheit wird durch Fadenwürmer verursacht, die durch Kriebelmücken übertragen werden. Diese Infektion kann bis zur Erblindung führen.

Nicht-infektiöse Bindehautentzündung

Eine häufige Ursache für Bindehautentzündungen, denen nicht eine Infektion zugrunde liegt, stellen Allergien dar. Eine Konjunktivitis tritt dann durch eine Überempfindlichkeit gegenüber bestimmter allergieauslösenden Substanzen (Allergenen) auf. Bekannt sind insbesondere ein Auftreten der Erkrankung im Zusammenhang mit einer Pollenallergie und Heuschnupfen, sowie jahreszeitlich bedingte Häufungen der Krankheit (Frühjahr). Eine allergische Rhinokonjunktivitis zusammen mit Heuschnupfen ist eine der häufigsten allergischen Erkrankungen der Nasen- und Augenschleimhäute. Die auftretenden Symptome sind vor allem ein Jucken und Tränen des Auges, Niesreiz und Fließschnupfen.

Des Weiteren können verschiedene äußere Reize zu einer Entzündung der Bindehaut führen. Häufig verursachen Wind, Zugluft oder eine trockene Luft eine Konjunktivitis, da das Auge nicht ausreichend mit Tränenflüssigkeit versorgt wird. Dies kann auch durch ein zu seltenes Blinzeln die Folge sein, wenn beispielsweise Betroffene längere Arbeiten am Computer verrichten.

Trockene Augen als Ursache können aber auch ohne zusätzliche Reize entstehen. Hormonelle Umstellungen in den Wechseljahren kommen hierbei in Betracht, aber auch das sogenannte Sicca-Syndrom (Keratokonjunktivitis sicca). Dabei wird eine Entzündung der Horn- oder Bindehaut durch eine mangelnde Tränensekretion oder eine veränderte Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit hervorgerufen.

Zudem können auch Rauch, Staub, Chlor in Schwimmbädern, starkes Licht und UV-Strahlen zu einer Entzündung der Bindehaut führen. Sind Fremdkörper im Auge die Ursache für einen entzündlichen Prozess, klingen die Symptome in der Regel nach der professionellen Entfernung schnell ab.

Kontaktlinsenträger haben ein erhöhtes Krankheitsrisiko, da Verunreinigungen an der Kontaktlinse ins Auge übertragen werden können. (Bild: RRF/fotolia.com)

Kontaktlinsenträger haben ein erhöhtes Krankheitsrisiko. Durch Verunreinigungen der Linse kann eine mechanische Reibung entstehen und es ist möglich, dass angesammelte Bakterien in das Auge übertragen werden.

Neben den genannten Gründen sind auch infektiöse Allgemeinerkrankungen oder andere schwerwiegende Augenerkrankungen mögliche Auslöser für eine Bindehautentzündung. Auch nicht (vollständig) behobene Brechungsfehler und Sehstörungen sowie eine Sonderform der Reaktiven Arthritis (Reiter-Syndrom) werden mit der Erkrankung in Verbindung gebracht. Die Liste der möglichen Ursachen ist lang.

Diagnose

Ein rotes Auge kann für viele Erkrankungen symptomatisch sein, weshalb in diesem Zusammenhang in der Regel ein Arztbesuch ratsam ist. Vermutet man bereits durch weitere Anzeichen eine Bindehautentzündung, ist auch in diesem Fall eine augenärztliche Untersuchung anzuraten, denn die individuelle Therapie richtet sich nach der Ursache, die es zunächst zu ermitteln gilt.

Anhand einer genauen Patientenbefragung (Anamnese) und der weiteren ärztlichen Beurteilung der typischen Symptome und Beschwerden wird versucht, die Krankheitsursache möglichst genau zu bestimmen. Ein wichtiges Kriterium ist, ob die Entzündung von Beginn an beidseitig bestand oder zunächst nur ein Auge betroffen war. Handelt es sich um eine (dauerhaft) einseitige Konjunktivitis ist in den meisten Fällen eine Infektion die Ursache.

In aller Regel findet eine Untersuchung der Augen mit Hilfe einer Spaltlampe statt. Das Auge kann so in starker Vergrößerung betrachtet werden und auch die Lidinnenseite des Auges, indem das Augenlid vorsichtig umgeklappt wird. Erscheinungen, die bei einer Bindehautentzündung auftreten, werden meist bereits bei dieser relativ einfachen Untersuchung erkannt. Auch Fremdkörper sind so zu finden. Wird eine infektiöse Bindehautentzündung vermutet, kann gegebenenfalls über einen Abstrich der Erreger bestimmt werden. Dies wird aber meistens nur bei schwerwiegenderen Fällen in Betracht gezogen. Wird hingegen von einer Allergie ausgegangen, kann möglicherweise ein Allergietest helfen, die Allergene zu ermitteln.

Bei der augenärztlichen Untersuchung hilft die vergrößerte Ansicht der Augen durch die Spaltlampe bei der Diagnosestellung. (Bild: mmphoto/fotolia.com)

Behandlung

Eine einfache akute Bindehautentzündung klingt in der Regel bis etwa zehn Tage nach Krankheitsbeginn ohne weitere Folgen ab. Insbesondere bei der sogenannten „Physiologischen Konjunktivitis“ wird bewusst auf Medikamente verzichtet. Dabei handelt es sich um eine „normale“ Bindehautentzündung als typische Erscheinung bei Kindern und jungen Erwachsenen, ohne dass im eigentlichen Sinn ein Krankheitswert entsteht, den es zu behandeln gilt.

In bestimmten Fällen kann eine unbehandelte Bindehautentzündung aber sehr lange dauern oder weitere schwerwiegendere Folgen haben. Werden therapeutische Maßnahmen ergriffen, richten sich diese nach den Ursachen sowie nach den auftretenden Symptomen und deren Ausprägung. Am häufigsten findet eine lokale Behandlung mittels Augentropfen oder Augensalben statt. Bei stark verklebten Augen, wie sie häufig bei einer Bakterieninfektion mit Sekretion entstehen, ist es ratsam, vor der Verwendung von Augentropfen die Augen mit lauwarmen Wasser und einem Waschlappen vorsichtig auszuwaschen.

Bei einer bakteriellen Konjunktivitis werden oftmals antibiotische Augentropfen oder Augensalben verschieben, die gegen ein breites Spektrum an verschiedenen Bakterien wirksam sind (sognannte Breitbandantibiotika). Handelt es sich um eine kompliziertere Form, bei der diese Therapie keine Wirkung zeigt, kann es notwendig werden, die Erreger zu bestimmen und Antibiotika gezielt einzusetzen. Handelt es sich um Chlamydien, ist der Krankheitsverlauf meist länger oder sogar chronisch und kann unter Umständen schwerwiegende Folgen haben. In diesem Fall bedarf es immer einer entsprechenden Therapie der Erkrankten und dessen Partner, da diese Erreger bei Intimkontakten übertragen werden können.

Sind Viren ursächlich für die Entzündung ist meist keine Therapie möglich, um die Erreger zu bekämpfen. Ein Großteil dieser Entzündung heilt jedoch von alleine und behandelt werden lediglich die Symptome. Gegen Juckreiz und Brennen im Auge können warme oder kalte Kompressen helfen. Augentropfen mit künstlicher Tränenflüssigkeit können ebenfalls helfen, die Reize im Auge zu mindern. Einzig bei einigen Herpesviren, die eine Bindehautentzündung verursachen können, kann das Medikament Aciclovir eingesetzt werden, um die Beschwerden zu lindern. Handelt es sich um Adenoviren, spricht man auch manchmal von der hochansteckenden „Augengrippe“. Hierbei sind Hygienemaßnahmen und ein möglichst eingeschränkter Kontakt zu anderen Personen besonders wichtig, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Sind bei einer allergisch bedingten Konjunktivitis die Allergene bekannt, sollten diese in erster Linie gemieden werden. Ist dies nicht oder nur bedingt möglich, können abschwellende, kortisonhaltige Augentropfen und sogenannte Antihistaminika helfen, die allergischen Reaktionen einzudämmen. Es kann zudem geklärt werden, ob eine Hyposensibilisierung mögliche Erfolgsaussichten hat.

Antibiotische Augentropfen werden bei den meisten bakteriellen Infektionen eingesetzt, aber auch künstliche Tränenflüssigkeit kann helfen, die Beschwerden einer Konjunktivitis zu mildern. (Bild: Cpro/fotolia.com)

Wenn andere Reize ursächlich sind für die Entzündung, ist der Kontakt mit diesen zu vermeiden. Durch Schutzbrillen (zum Beispiel eine Sonnenbrille oder eine Schwimmbrille) können Einflüsse von einigen schädlichen Reizen minimiert werden. Akute Symptome können auch hier durch Kompressen oder künstliche Tränenflüssigkeit gelindert werden.

Prinzipiell wird angeraten, bei einer Bindehautentzündung auf Kontaktlinsen zu verzichten, um das Auge zu schonen. Neben dem mechanischen Reiz und einer möglichen Verunreinigung der Kontaktlinsenlösung, besteht die begründete Annahme, dass Kontaktlinsen Augeninfektionen und schwere Augenschäden verursachen oder zumindest begünstigen.

Naturheilkundliche Behandlung

Eine Konjunktivitis ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und ein Arztbesuch ist unbedingt ratsam, da unter Umständen Medikamente oder andere Therapien notwendig sind, um die Ursachen wirksam zu bekämpfen. Es sollte aber beachtet werden, dass nicht jede bakteriell verursachte Konjunktivitis eine Behandlung mit Antibiotika erfordert. Zudem können Mittel aus der Naturheilkunde eine Linderung der Beschwerden sowie eine Beschleunigung der Heilung herbeiführen. In einem weiteren Artikel sind ausführliche Informationen über natürliche Hausmittel gegen Bindehautentzündungen zu finden. (jvs, cs; aktualisiert am 30.08.2018)