Sluder-Neuralgie

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Sluder- Neuralgie Sluder- Syndrom; Pterygopalatinum- Ganglion Neuralgie

Als Sluder- Neuralgie wird ein Modell zu Erklärung von Gesichtsschmerzen bezeichnet. Die Symptome dauern meist nicht länger als 20 Minuten und können mit Niesanfällen einhergehen. Betroffen von den Schmerzen können sein: Der Bereich des inneren Lidwinkels mit Augapfel und Nasenwurzel, Teilen des Oberkiefers und Gaumens und zum Teil mit Ausstrahlungen in Hals und Schulter. Häufig treten auch Unterfunktionen der Sensibilität in einer Gesichtshälfte oder im Gaumen- Rachen- Bereich auf. Es kann auch zu einer halbseitigen Gaumensegel- Lähmung kommen. Benannt wurde das Modell nach dem us- amerikanischen Hals- Nasen- Ohren- Arzt Greenfield Sluder aus St. Louis (1865- 1908).

Anatomie und Physiologie der Sluder- Neuralgie
Im Mundraum befindet sich vor dem Kiefergelenk in der sogenannten „Flügelgaumengrube“ ein Nervenknoten, ein Ganglion. Wegen seiner Nähe zum Keilbein (Os pterygoideum) und zum Gaumen (Palatinum) wird es Ganglion pterygopalatinum genannt. Wegen seiner Nähe zu einer Öffnung, die Formane sphenopalatinum genannt wird, wurde es füher als Ganglion sphenopalatinum bezeichnet. Das Ganglion ist eine Umschaltstelle für parasympathische Nerven. Dies ist ein Teil des unwillkürlichen Nervensystems, das eher für nach innen gerichtete Verdauungs- und Regenerationsprozesse zuständig ist. Im Ganglion pterygopalatinum schalten sich Nervenfasern für die Nasen-, Gaumen-, Rachen- und Tränendrüsen und für die Gefäße von Gesicht und Gehirn um.

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Sluder-Neuralgie

Sluder vertrat die Ansicht, dass es bei bestimmten Gesichtsneuralgien zu einer reflektorischen Reizung von Fasern des Gesichtsnerven N. Trigeminus kommt. Er behandelte dies, indem er Alkohol in das Ganglion spritzte. Nun ist es so, dass zwar vom zweiten Ast des Trigeminusnerven (Nervus maxillaris) sensible Fasern durch das Ganglion Pterygopalatinum ziehen, aber nach bisherigen anatomischen Kenntnissen kein Austausch stattfindet. Fasern des unwillkürlichen Nervensystems aus dem Ganglion nutzen aber den Nerven und seine Äste quasi als Autobahn zu ihren Zielorganen.

Naturheilkundliche Therapie
Früher wurde Alkohol in das Ganglion injiziert. Heutzutage wird ein Lokalanästhetikum gegeben oder auf die Nasenschleimhaut aufgetragen. In der Naturheilkunde gibt es Möglichkeiten in der Neuraltherapie nach Huneke. Hier wird ein naturheilkundliches (meist nicht verschreibungspflichtiges) Lokalanästhetikum in den betroffenen Bereich injiziert.

In einer manuellen Behandlung, wie der Osteopathie, vermutet man häufig einen Zusammenhang zum Kiefergelenk und den umgebenden Muskeln. Durch die Nähe von bestimmten Mundschliesser- Muskeln (Pterygoideii- Muskeln) wird hier mit lösenden oder ausgleichenden Techniken gearbeitet, so dass das Ganglion möglicherweise durch mechanische Kräfte nicht in seiner Funktion behindert oder irritiert wird. Die Kraniosakrale Osteopathie bezieht Möglichkeiten abnormer Spannungen der Gesichtsknochen und des Keilbeines mit ein.

Im Fasziendistorsionsmodell, bei dem nach der Körpersprache des Patienten in Diagnose und Behandlung vorgegangen wird, findet man häufig ein Streichen entlang einer Linie, was Triggerbänder bedeutet. Allerdings ist es hier schwierig, den Patienten in einem akuten Stadium anzutreffen und den möglichen Behandlungserfolg zu überprüfen. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie, 31.03.2010)

Bildnachweis: Jorma Bork  / pixelio.de

Weiterführende Informationen:
Hans Barop: Lehrbuch und Atlas Neuraltherapie nach Huneke; Hippokrates Verlag
und
Was ist Osteopathie?