Tendovaginitis stenosans

Bei schweren Formen der Tendovaginitis stenosans ist das Strecken der Finger oftmals blockiert und nur durch zusätzichen Druck zu erreichen. (Bild: staras/fotolia.com)
Jeanette Vinals Stein
Berufliche Tätigkeiten mit den Händen wie beispielsweise das Arbeiten am Computer oder auch professionelles Klavierspielen führen zu erheblichen Belastungen der jeweiligen Sehen und nicht selten ist eine Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) die Folge. Eine spezielle Form stellt dabei die Tendovaginitis stenosans dar, welche mit dem Phänomen der schnappenden Fingern einhergeht.

Definition

Die Tendovaginitis stenosans beschreibt eine Entzündung im Bereich der Fingerbeugesehnen, welche mit der Bildung von Sehnenknötchen einhergeht, die anschließend zu Bewegungseinschränkungen führen, da die Sehne nicht mehr frei durch das sogenannte Ringband gleiten kann. Das Beugen und und Strecken des Fingers ist ab einem gewissen Punkt nur gegen Widerstand möglich, nach dessen Überwindung die Bewegung in einer Art Schnappen zu Ende geführt wird. Daher auch die Bezeichnung „Schnappende Finger“. Weitere Bezeichnungen des Beschwerdebildes sind Digitus saltans oder auch Springfinger.

Bei schweren Formen der Tendovaginitis stenosans ist das Strecken der Finger oftmals blockiert und nur durch zusätzichen Druck zu erreichen. (Bild: staras/fotolia.com)
Bei schweren Formen der Tendovaginitis stenosans ist das Strecken der Finger oftmals blockiert und nur durch zusätzichen Druck zu erreichen. (Bild: staras/fotolia.com)

Symptome

Unsere Sehnen laufen in Sehenscheiden. Bei einer wiederholten Überlastung entstehen an den Flexoren der Finger mitunter kleine Verletzungen und entsprechende Entzündungen. Das Gewebe schwillt an und es bilden sich sogenannte Sehnenknoten. In der Folge können die Sehnen nicht mehr einwandfrei durch das sogenannte Ringband gleiten und es treten entsprechende Bewegungseinschränkungen auf. Die verminderte Funktion kann sich darin ausdrücken, dass man den Finger nur noch schwer beugen oder strecken kann. Auch das Zurückgehen in die Ursprungsposition kann gar nicht, schwer oder ruckartig (schnellend) geschehen. Schmerzen entlang des Sehnenverlaufs und eine Schwellung sind ebenfalls oft Teil des Beschwerdebildes .

Diagnose

Bei der Untersuchung sollte der gesamte Verlauf der Gefäße an der betroffenen Extremität in Betracht gezogen werden. Wenn es zu Abklemmungen an klassischen Engstellen kommt, kann dies zu einem Stau führen, der aus ganzheitlicher Sicht mitverantwortlich für die Problematik ist. Zu den mechanischen Faktoren müssen aber auch das Gewebe und die Versorgung betreffende Grunderkrankungen und Zustände miteinbezogen werden, wie Stillzeit, Schwangerschaft, Menopause, Diabetes Mellitus, Amyloidose (Eiweißstoffwechselstörung) oder Rheumatoide Arthritis.

Therapie

Zunächst ist eine Schonung der Sehne angebracht, damit die Entzündung abklingen kann. Durch begleitende sanfte manuelle Therapien können strukturelle Beeinträchtigungen bis zu eine gewissen Maß behoben werden. Allerdings lässt sich das Fingerschnappen nicht selten nur durch einen operativen Eingriff beheben. (jvs)

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