Wiesenklee – Heilwirkung, Verwendung und Anbau im eigenen Garten

Dr. Utz Anhalt

Rotklee kann Wechseljahresbeschwerden lindern

Wiesenklee, auch Rotklee genannt, ist ebenso häufig wie wirksam – er hilft gegen die Beschwerden der Wechseljahre und gegen Entzündungen der Schleimhaut. Dazu bereichert er die Küche mit gesunden Sprossen. Die Pflanze kommt natürlich von Europa bis nach Asien vor. Er liebt nährstoffreiche Böden und Sonne, Wiesen, lichte Wälder und Wegränder bis ins Gebirge. Heute wird der Klee auch als Heilpflanze angebaut, in China wie in Osteuropa.


Ein Tiefwurzler

Wiesenklee ist ein Tiefwurzler. Seine Pfahlwurzeln wachsen bis zu 2 Meter tief, und deshalb erobert die Pflanze eine Vielzahl von Lebensräumen. Die Blätter sind bis zu sechs Zentimeter lang, am Rand glatt und erscheinen nahezu immer zu dritt – daher das vierblättrige Kleeblatt als Glückssymbol, es ist sehr selten.

Wiesenklee ist eine krautige Pflanze mit auffällig roten oder rosa Blüten. (Bild: M. Schuppich/fotolia.com)

Wiesenklee als Arznei

Der Klee enthält pflanzliche Östrogene und dient deshalb traditionell als Mittel gegen Beschwerden der Wechseljahre. Diese können zu Hitzewallungen, Schlafstörungen, erhöhter Reizbarkeit sowie einem größeren Risiko für Erkrankungen des Herzkreislaufs führen, zu einem verschlechterten Gedächtnis und zu einer nachlassenden Dichte der Knochen.

Da die Wechseljahre mit einem Niedergang von Östrogenen verbunden sind, gelten Östrogene als erfolgreiche Medizin gegen die mit dieser Phase verbundenen Beschwerden. Allerdings stehen sie im Verdacht, erhebliche Nebenwirkungen auszulösen.

In der Vergangenheit diente Wiesenklee als Mittel gegen diverse Leiden: Es sollte Menstruationsschmerzen lindern, das Blut reinigen, bei Lebererkrankungen helfen, gegen Husten wirken, die Wundheilung beschleunigen, Darmentzündungen linden, Durchfall bremsen und Entzündungen der Schleimhäute heilen. Außerdem führten sich unsere Vorfahren diesen Klee zu gegen Würmer, Rheuma oder Gicht.

Wiesenklee gibt es als Kapseln, Tabletten oder Tee zu kaufen.

Wiesenklee im Garten

Rotklee lässt sich im Garten einfach kultivieren. Er bevorzugt eine sonnige Lage, akzeptiert aber auch Halbschatten, liebt nährstoffreichen, durchlässigen und etwas feuchten Boden – und der ist in Norddeutschland die Regel.

Wenn Sie eine Wildblumenwiese anlegen wollen, gehört der Klee zu den ganz wenigen Pflanzen, die sich auch auf einer bestehenden Grasnarbe durchsetzen. Sie müssen also nicht wie bei den meisten anderen Nacktsamern mühsam die Rasenfläche abtragen – es reicht, den Boden aufzulockern.

Wiesenklee lässt sich leicht im eigenen Garten kultivieren. (Bild: animaflora/fotolia.com)

Ein Lichtkeimer

Sie können Wiesenklee jederzeit zwischen März und August säen bei einer maximalen Tiefe von 1 cm, denn er keimt bei Licht. Dazu drücken Sie die Samen in den Boden und streuen nur ein wenig Erde darüber, oder sie mischen die Samen mit Blumenerde und streuen diese Mischung auf die Fläche. Der Klee zieht viele Nährstoffe, und deshalb sollte der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen 20 cm oder mehr betragen.

Keine Balkonpflanze

Rotklee hat zwar geringe Ansprüche, ist aber als Balkonpflanze nicht zu empfehlen, da die Wurzeln bis zu 2 Meter Länge erreichen können. Falls Sie es dennoch probieren wollen, dann bieten Sie dem Klee einen tiefen Topf, damit Spielraum für die Wurzeln entsteht.

Gießen

Im Garten braucht die Pflanze generell kein zusätzliches Gießen. Sie mag es zwar etwas feucht, zieht das Wasser jedoch tief aus der Erde und hat keine Probleme mit Trockenzeiten.

Sie überwintert ohne Probleme. Dabei bleiben die Wurzeln erhalten, und das Laub stirbt ab. Im nächsten Frühjahr treibt die Pflanze wieder aus.

Eine Küchenpflanze

Wiesenklee kennen wir vor allem als Tierfutter und Gründünger. Doch er ist nicht nur für Kaninchen geeignet, sondern auch für Menschen und passt gut zu grünen Salaten. Wir verwenden dazu die Wiesenkleesprossen und streuen sie wie Brunnenkresse auf den zubereiteten Feld-, Eisberg- oder Kopfsalat.
In der Küche brauchen die Sprossen circa eine Woche, bis sie sich zum Essen lohnen.

Auch die Blüten schmecken mild und lassen sich in Saucen, Salaten und Brotaufstrichen verwenden.

Rezept für Wiesenklee-Tee

Wir bereiten einen Tee zu, indem wir 3 Teelöffel getrocknete Blüten in kochendem Wasser ziehen lassen, ungefähr 15 Minuten. Dann gießen wir das Wasser ab. Pro Tag empfiehlt es sich, bis zu drei Tassen zu trinken.

Mit den getrockneten Blüten des Klees kann zum Beispiel ein wohltuender Kräutertee zubereitet werden. (Bild: Heike Rau/fotolia.com)

Nebenwirkungen

Zu den Nebenwirkungen von Rotklee-Produkten fehlen valide Studien. Als problematisch gilt generell das Östrogen, und es steht in Frage, ob solche künstlich zugeführten Hormone Brustkrebs fördern oder sogar auslösen. Umgekehrt zeigte aber eines dieser Isoflavone, Biochanin A, sogar einen Schutz gegen Brustkarzinome.

In Studien zeigten sich über einen langen Zeitraum der Einnahme Kopfschmerzen und Übelkeit. Es fehlt aber ein hinreichender Beleg, dass diese ursächlich mit der Pflanze zusammen hingen.

Wiesenklee erwerben

Kapseln, Tee und Tinkturen sind nicht arzneimittelpflichtig und lassen sich insofern in normalen Läden als Nahrungsergänzung kaufen. Allerdings werden Sie den Klee kaum auf der Gemüsetheke in frischer Form finden.

Samen zum Selbstanbau, spezielle Sets, um Sprossen zu ziehen und frische Keimlinge gibt es bei Gärtnereien, in Reformhäusern und bei Gemüseläden zu kaufen.

Spekulation und Mode

Rotklee kam in den letzten Jahrzehnten in Mode. Auslöser dafür ist, dass asiatische Frauen seltener an Wechseljahresbeschwerden leiden als Mitteleuropäerinnen. Dafür machen manche den Anteil an pflanzlichen Östrogenen im Soja verantwortlich.

Ein Beleg dafür, dass der regelmäßige Konsum solcher Pflanzenöstrogene die Wechseljahresbeschwerden bremst, steht jedoch aus. Jedenfalls enthält der Klee diese Phytoöstrogene, Biochanin A, Formononetin, Daidzein und Genistein und eignet sich für Anhänger der Östrogenthese.

Wie wirkt Rotklee?

Bisher gibt es keinen klinischen Nachweis dafür, dass Wiesenklee die Beschwerden der Wechseljahre mindert. Das liegt daran, dass er bisher nicht umfassend wissenschaftlich untersucht wurde.

Vorsichtshalber sollten Sie die Pflanze nicht zu sich nehmen, wenn Sie schwanger sind oder unter einem an Östrogene gebundenen Brustkrebs leiden. (Dr. Utz Anhalt)