TBC: 40-jährige Frau stirbt an Tuberkulose

Sebastian

TBC-Tote in Brandenburg: Massentest veranlasst

Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 4.000 Menschen an Tuberkulose. In der Regel werden die Patienten wieder gesund, ohne größere Schäden davon zutragen. Eine 40-jährige Brandenburgerin ist jetzt jedoch daran gestorben. Mit einem Massentest soll nun festgestellt werden, ob es weitere Infizierte gibt.

Mit dem Ergebnis der Obduktion wird nächste Woche gerechnet
In Brandenburg ist eine 40 Jahre alte Frau an Tuberkulose (TBC) gestorben. Davon geht das Neuruppiner Gesundheitsamt aus. Eine Sprecherin der Kreisverwaltung sagte am Mittwoch: „Hundertprozentige Sicherheit soll eine Obduktion der Leiche bringen.“ Nächste Woche soll das Ergebnis vorliegen. Es hieß zunächst, dass damit bereits noch am Mittwoch dieser Woche gerechnet wurde. Die Frau ist den Angaben zufolge am Montag gestorben. Bereits am Donnerstag vergangener Woche war das Gesundheitsamt von ihrer Erkrankung informiert worden. Die Behörde machte mit Verweis auf die ärztliche Schweigepflicht keine näheren Angaben zu der Frau. Zunächst war unklar, ob es sich um offene Tuberkulose handelt, die als besonders ansteckend gilt.

Hauttests bei 200 Menschen veranlasst
Bei 200 Menschen in den Landkreisen Ostprignitz-Ruppin und Prignitz seien Hauttests veranlasst worden. Diese hätten möglicherweise Kontakt zu der Verstorbenen aus Heiligengrabe gehabt, wie eine Sprecherin einen Bericht der „Märkischen Allgemeinen“ bestätigte. Es sei jedoch bislang kein weiterer Tuberkulosefall festgestellt worden. Nach Angaben der Behörde registriert der Landkreis Ostprignitz-Ruppin pro Jahr etwa zehn TBC-Erkrankungen. In ganz Brandenburg sind es jährlich rund 90 Fälle. Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) erkranken bundesweit über 4.000 Personen pro Jahr. Dem RKI zufolge starben in Deutschland im vergangenen Jahr 127 Menschen an der Krankheit. Im Jahr davor waren es 162 Personen. Der jahrelange Rückgang der Erkrankungen habe sich abgeschwächt, so die Beobachtung der Wissenschaftler.

Hamburg hatte im vergangenen Jahr die meisten TBC-Erkrankungen
Dem RKI zufolge wurden im Jahr 2013 die meisten Fälle, gemessen an den Einwohnerzahlen, im Stadtstaat Hamburg (10,62 Fälle pro 100 000 Einwohner) gemeldet. In Brandenburg waren es 3,93 Fälle je 100.000 Einwohner. Im vergangen November waren im brandenburgischen Eisenhüttenstadt mehrere TBC-Erkrankungen von Asylbewerbern in der Zentralen Erstaufnahmestelle des Landes und einer Lehrerin in Frankfurt (Oder) bekannt geworden. Damals mussten mehr als 300 Menschen untersucht werden.

TBC zählt zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten
Obwohl sie heilbar ist, zählt die Tuberkulose weltweit noch immer zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten. In der Regel lässt sich TBC mit Antibiotika erfolgreich behandeln. Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit tritt meist als Infektion der Lunge auf. Verschiedene Symptome wie anhaltender Husten, chronische Müdigkeit, Gewichtsverlust, Fieber mit nächtlichen Schweißattacken und ein Stechen in der Brust können Anzeichen einer Tuberkulose-Erkrankung sein. Bei derartigen Symptomen sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden, denn eine unbehandelte Tuberkulose führt in den meisten Fällen zum Tod. (sb)

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