Stechen in der Brust

Bruststechen - Stechen in der Brust

Bruststechen

Viele Menschen leiden an Stechen in der Brust. Die Angst ist groß, dass es sich dabei um einen Herzinfarkt handelt. Wir stellen Ursachen, Symptome und mögliche Behandlungen vor.

Ein Stechen in der Brust wird häufig mit einem Herzinfarkt oder Brustkrebs in Verbindung gebracht. Häufig tritt das Stechen aber durchgängig weiter oder gelegentlich auf, trotzdem strukturelle Ursachen ausgeschlossen wurden. Neben konventionellen Konzepten bestehen in der Naturheilkunde alternative Ansätze zur Entstehung und Therapie insbesondere von funktionell bedingtem Stechen in der Brust.

Inhalt:
Stechen in der Brust
Synonyme
Symptome Bruststechen
Ursachen von Stechen in der Brust
Nervöses und psychosomatisches Bruststechen
Manuelle Verfahren
Naturheilverfahren und Psychotherapie

 

Synonyme

Stechen in der Brust, Bruststechen, Stiche in der Brust, Bruststiche, Schmerzen in der Brust, Brustschmerzen, stechende Schmerzen in der Brust, Kontinuumdistorsion am Brustbein, Triggerband an der Brust, Entfaltung der mittleren BWS, nervöse Herzstiche, Brustschmerzen.

Symptome Bruststechen

Das Stechen in der Brust tritt meist temporär auf. Da sich lebenswichtige Organe wie das Herz und die Lunge im Brustkorb befinden, sollten fachärztliche Untersuchungen Durchblutungsstörungen (Angina pectoris) und einen Herzinfarkt ausschließen. Besonders gilt dies, wenn Panik, Angst, Ausstrahlungen in den linken Arm, Oberarmschmerzen, Atemnot übermäßiges Schwitzen, Übelkeit und Erbrechen oder ein Vernichtungsgefühl dazukommen. Desweiteren, wenn das Stechen in der Brust beim Atmen oder beim Husten auftritt oder parallel Verdickungen im Brustbereich spürbar sind. Bei einigen Menschen tritt das Stechen in der Brust nur nachts oder im Liegen auf. Andere spüren bei starken Stresssituationen das Stechen in der Brust oder beispielsweise bei Belastung beim Laufen oder beim Gewichtheben- hier oftmals beim Bankdrücken oder beim nach innen Drücken des Armes. Das Stechen kann auch von Symptomen am Kopf wie Ohrendruck oder Kopfschmerzen vom Hinterkopf ausstrahlend, anschließend begleitet werden. Das Stechen kann auch bis in den Rücken ziehen und sich bis zu generellen Brustschmerzen ausweiten.

Oftmals klagen Frauen auch über Stechen in der Brust beim Stillen, die zusätzlich von Einschlafen der Hände (nachts) oder Unterarmschmerzen begleitet werden.

Ursachen von Stechen in der Brust

In erster Linie sollte natürlich ein sofortiger ärztlicher Ausschluss von Ursachen wie Herzinfarkt, Rippenbrüchen, Gefäßverengungen am Herzen und Erkrankungen der Lunge und ihrer umgebenden Strukturen ausgeschlossen werden.
Sollten zu dem Stechen in der Brust stark hervortretende Rippenknorpel sichtbar sein, so ist an das Tietze- Syndrom zu denken.

Aus funktioneller Sicht, nach Ausschluss von strukturellen Ursachen, handelt es sich oft um Verspannungen oder Reizungen der Brustmuskulatur, die vom Brustbein bis zur Schulter zieht. Gerade an den Ansätzen am Brustbein klagen viele Menschen über das mechanisch auslösbare Stechen. Da die Rippen vom Brustbein bis nach hinten in den Rücken ziehen, ist es gut nachvollziehbar, dass auch eine verspannte Rückenmuskulatur oder Festigkeit an den Rippen- Wirbel- Gelenken sich nach vorne übertragen und das Stechen auslösen könnten.
Auch können nach Auffassung von Körpertherapien wie dem Rolfing oder der Osteopathie, alte Verletzungen oder durch Entzündungen bedingte Verklebungen des Lungenfells Bewegungseinschränkungen hervorrrufen, die auch das Stechen verursachen könnten. Bei You Tube existiert ein interessantes Video des Rolfing- Therapeuten Gil Headley, der an einem frischen Präparat künstlich Luft in die Atemwege pumpt und man kann gut beobachten, wie stark sich die Lungen aufblähen und sich Herz und umgebende Strukturen, wie das gleitende Bindegewebe (Faszien) mitbewegen müssen.

Denkbar ist, dass Menschen mit viel sitzenden Lese- und Computertätigkeiten, hier zusätzlich Festigkeit in die Brustregion bringen. Der österreichische Philosoph Professor Otto Julius Hartmann (1895- 1989) legt in seinem Buch „Dynamische Morphologie“ die Logik nahe, dass das Prinzip unseres Hirnschädels, dass durch Festigkeit und durch eine massive Nicht- Dynamik gekennzeichnet ist, bei Menschen die viel Kopfarbeiten machen, sich im restlichen Körper fortsetzt und diese Beschwerden hervorrufen kann.
Das Stechen in der Brust beim Stillen kann auch durch die nach vorne geneigte Haltung entstehen. Das Einschlafen der Hände oder die Unterarmschmerzen könnten auch dadurch bedingt sein, dass durch die hohe Spannung der Brustmuskeln Gefäße abgeklemmt werden, die zu den Armen verlaufen. Sicherlich spielen in diesem Fall nicht nur mechanische, sondern auch hormonelle Faktoren eine Rolle.

Nervöses und psychosomatisches Bruststechen

Nervöse Herzbeschwerden gehen vor allem mit beschleunigter Herztätigkeit einher, doch auch Herzbeklemmungen, Druckgefühl und Stechen in der Brust gehören zu den Symptomen. Dahinter stecken keine Leistungsschwächen des Herzens, sondern eher seine gesteigerte Erregbarkeit. Das Herz wird in seiner Funktion maßgeblich vom vegetativen Nervensystem mitgesteuert und reagiert damit fein auf die Dysbalancen, die sich im Zusammenspiel zwischen Körper und Seele ergeben. Häufig bestehen noch weitere vegeative Symptome wie innere Unruhe, Schlafstörungen, Blasendruck oder Reizdarmsyndrom.

Alle Situationen und Konflikte, die individuell Stress auslösen können (z.B. berufliche Überforderung, zwischenmenschliche Belastungen oder innere Konflikte) kommen als Verstärker der Symptome in Frage. Bleibt ein innerlich bestehender Konflikt auf unbewusster Ebene dauerhaft bestehen, so kann sich dieser –im Sinne der Psychosomatik- auf körperlicher Ebene, z.B. als „Stechen in der Brust“ ausdrücken. Bei den Betroffenen, die das Stechen ja körperlich empfinden, dauert es in der Regel sehr lange, bis sie diese Erklärung für sich annehmen können. Diese Abwehr ist unter dem Aspekt des sich selbst organisierenden Organismus nachvollziehbar, der nämlich das Symptom vorzuziehen scheint, das mit weniger Angst besetzt ist und deshalb eher in den Vordergrund treten darf. In diesem Sinne hat das Symptom eine Schutzfunktion, die nicht vorschnell aufgegeben werden darf.

Therapeuten, die in ihrer Arbeit organbezogene Deutungen heranziehen, gehen davon aus, dass ein Bruststechen mit Angst um das eigene Herz bei jedem Betroffenen ähnliche Hintergründe haben müsse. Beim Herzen liegt in diesem Sinne der Bezug zum eigenen Lebensrhythmus, der Wahrnehmung und des Auslebens der eigenen Gefühle, das Erfahren von Verletzungen (z.B. Trauer, Liebeskummer) nahe.
So hilfreich diese Aspekte auch sein können, bei allzu starrer Anwendung besteht auch immer die Gefahr, dem Betroffenen eine Erklärung überzustülpen, was unter Umständen zu Widerständen gegen die Heilung führt.

Manuelle Verfahren

Aus mechanischer Sicht muss die Bewegung im Brustbereich verbessert werden. Methoden wie die eingangs erwähnten Osteopathie und Rolfing beziehen hierzu den gesamten Körper und seine Statik in Untersuchung und Behandlung mit ein.

Dazu werden die Atembewegung und die Beweglichkeit des Brustkorbes getestet und vorhandene Bewegungseinschränkungen behandelt. Desweiteren werden der Brustkorb und seine Strukturen in Beziehung zum Rest des Körpers gesetzt und die generelle Spannungsverteilung im Organismus untersucht und gegebenfalls behandelt. Deswegen ist es für ienen Osteopathen beispielsweise auch interessant, ob die Betroffenen zusätzlich zum Stechen in der Brust über beispielsweise Kiefergelenksbeschwerden, Rückenschmerzen, Fußschmerzen oder Kloß im Hals klagen- was für Betroffene, die ja ursprünglich wegen Stechen in der Brust zum Osteopathen gekommen sind, verwirrend sein kann.

Direkter wird bei dem Konzept nach dem Fasziendistorsionsmodell (FDM) vorgegangen. Bei dieser, auch manuellen, Behandlung werden direkt die Punkte und Areale gestestet, die den betroffenen Schmerzen bereiten und behandelt. Bei dem Stechen in der Brust punktuell, handelt es sich nach dem FDM um Störungen im Knochen- Band- Übergang oder Knochen- Sehnen- Übergang am Brustbein. Diese Punkte werden durch Daumendruck behandelt und sofort erneut getestet.

Naturheilverfahren und Psychotherapie

Nervös bedingtes Bruststechen spricht gut auf eine regelmäßige Anwendung von Heilpflanzenrezepturen an, die einerseits das vegetative Nervensystem beruhigen, andererseits herzkräftigende Wirkung haben. Ein Kräutertee aus Weißdornblüten, Baldrianwurzel, Melisse, Rosmarinblättern und Arnikablüten erfüllt diesen Anspruch und sorgt als Ritual zu festgelegten Zeiten zusätzlich für eine Pause, in der das Nervensystem auf Ruhe umschalten kann. Ähnliche Wirkstoffe werden auch in Salben für die äußerliche Anwendung genutzt. Auch hier kann bereits das regelmäßige Einreiben der eigenen Brust (durch Zuwendung und Ruhe) therapeutische Wirkung haben. Homöopathische Mittel, die in niedrigen Potenzen eingesetzt werden, sind zum Beispiel Coffea (Kaffee), Convallaria (Maiglöckchen) oder Valeriana (Baldrian).

Eine Behandlung mit Biofeedback hilft vielfach, die nervösen Beschwerden eigenständig günstig zu beeinflussen, etwa durch Atemtechnik, Imagination, Meditation oder inneren Suggestionen.Werden tieferliegende Probleme vermutet, können diese z.B. durch moderne Hypnosetherapie aufgearbeitet und dabei mit entspannenden und stärkenden Bildern kombiniert werden. Alternativ oder zusätzlich sind besonders auch systemische Therapie oder tiefenpsychologische Verfahren zu empfehlen. (tf, jvs)