Ausbreitung resistenter Malaria-Erreger

Heilpraxisnet

Resistenter Malaria-Erreger breitet sich weiter aus

24.02.2015

Laut einem internationalen Forscherteam breitet sich in Südostasien ein resistenter Malaria-Erreger immer weiter aus und steht bereits kurz vor der Grenze zu Indien. Weltweit sterben jedes Jahr Hunderttausende Menschen an der gefährlichen Infektionskrankheit.

Resistente Erreger nur wenige Kilometer von Indien entfernt
Nach Forscherangaben breitet sich ein resistenter Malaria-Erreger in Südostasien immer weiter aus. Ein internationales Wissenschaftler-Team warnt zufolge im Fachblatt „Lancet Infectious Diseases“ dass das effektive und viel genutzte Malaria-Medikament Artemisinin gegen den Erreger wirkungslos sei. Nur 25 Kilometer von der indischen Grenze entfernt seien resistente Parasiten in Myanmar gefunden worden. Die Forscher um Kyaw Tun vom Myanmar Oxford Clinical Forschungszentrum in Yangon schreiben, dass eine Ausbreitung auf dem Subkontinent ernste Konsequenzen hätte. Wie es heißt, sei die Ausbreitungsrate besorgniserregend.

Hunderttausende Menschen sterben jedes Jahr an Malaria
Jedes Jahr sterben weltweit fast 600.000 Menschen an den Folgen einer Malaria-Infektion. Der Großteil von ihnen sind Kinder unter fünf Jahren in Afrika. Die aktuellen Ergebnisse zeigten, dass sich die Geschichte wiederhole. Professor Mike Turner vom Wellcome Trust berichtete, dass in den 1960er Jahren gegen andere Wirkstoffe resistente Parasiten in Südostasien aufgetaucht seien und sich über Myanmar nach Indien und von dort über den Rest der Welt verbreitet hätten. Der Experte nannte Myanmar ein Einfallstor, durch das sich resistente Erreger auf den Weg in die Welt machen könnten.

Forscher warnten bereits im vergangenen Sommer
Forscher hatten bereits im letzten Sommer vor Erregern gewarnt, die gegen Artemisinin resistent sind. Diese hätten sich in einigen Regionen Thailands, Kambodschas, Myanmars und Vietnams bereits fest etabliert. Das Wissenschaftler-Team hatte rund 1.200 Patienten in insgesamt zehn Ländern Asiens und Afrikas untersucht. Im Fachmagazin „New England Journal of Medicine“ („NEJM“) berichteten die britischen Wissenschaftler, dass der resistente Erreger in den drei afrikanischen Ländern noch nicht gefunden worden sei.

Eine der tödlichsten Infektionskrankheiten
Der Malariaerreger wird über Stiche der weiblichen Anopheles-Mücke übertragen. Die Krankheit, die mit hohem Fieber einhergeht, gilt als eine der tödlichsten Infektionskrankheiten überhaupt. Neben der hohen Temperatur kommt es auch zu Symptomen wie Schüttelfrost und Beschwerden des Magen-Darm-Trakts, wie Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Malaria kann zwar geheilt werden, doch aufgrund mangelnder medizinischer Versorgung sterben viele Patienten. Eine vorbeugende Impfung existiert bislang nicht. Wer in betroffene Gegenden reist oder dort lebt, sollte sich vor Mückenstichen schützen. Schutz können beispielsweise Moskitonetze, lange Kleidung oder spezielle Mückensprays bieten. (ad)

Bild: Stefan Klaffehn / pixelio.de