Bakterien können bei der Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs helfen

Die Anwesenheit von bestimmten Bakterien in unserem Mund deutet auf eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs hin. (Bild: lom123/fotolia.com)
Alexander Stindt
Bestimmte Bakterien im Mund zeigen die Wahrscheinlichkeit für Bauchspeicheldrüsenkrebs
Die Anwesenheit bestimmter Bakterien im Mund kann darauf hindeuten, dass ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs vorliegt. Mit ihrer Hilfe köntne schnell eine frühere und präzisere Behandlung eingeleitet werden.

Wissenschaftler vom „NYU Langone Medical Center“ stellten bei einer Untersuchung fest, dass es eine Möglichkeit gibt, die Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs frühzeitig zu erkennen. Bestimmte Bakterien im Mund können ein Anzeichen für ein erhöhtes Risiko von Bauchspeicheldrüsenkrebs sein. Die Forscher veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie beim Annual meeting of the American Association for Cancer Research.

Die Anwesenheit von bestimmten Bakterien in unserem Mund deutet auf eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs hin. (Bild: lom123/fotolia.com)
Die Anwesenheit von bestimmten Bakterien in unserem Mund deutet auf eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs hin. (Bild: lom123/fotolia.com)

Bakterielle Veränderungen im Mund sollten untersucht werden
Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs sind anfällig für Zahnfleischerkrankungen, Hohlräume und haben im Allgemeinen eine schlechte Mundgesundheit, sagen die Mediziner. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigten, dass eine bakterielle Veränderung in unserem Mund auf die Gefahr der Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs hinweisen könnte. Zusätzliche Faktoren sind das Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen in der Familie und ob Betroffene Raucher sind, sagt Jiyoung Ahn, einer der Forscher vom NYU Langone Medical Center. Bauchspeicheldrüsenkrebs ist normalerweise frühzeitig nur schwer zu erkennen, die Erkrankung ist äußerst tödlich und nur wenige Betroffene überleben länger als 5 Jahre nach der Diagnose.

Zwei vorkommende Bakterienarten sind besonders gefährlich
Wenn bei Menschen im Mund sogenannte Aggregatibacter actinomycetemcomitans Bakterien gefunden werden, stieg das Risiko Bauchspeicheldrüsenkrebs zu entwickeln um etwa 119 Prozent, warnen die Wissenschaftler. Die Bakterien können oft in Verbindung mit Parodontitis gebracht werden. Das Vorkommen von Porphyromonas gingivalis Bakterien in unserem Mund erhöht das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs um mindestens 59 Prozent, verglichen mit Menschen ohne solche Bakterien, sagen die Experten. Beide Arten von Bakterien wurden bei Erkrankungen, wie Parodontitis oder Entzündung des Zahnfleischs gefunden. Die Untersuchungen machten auch deutlich, dass Zigarettenrauchen zu Veränderungen der Menge und Zusammensetzung von Bakterien in unserem Mund führt, fügen die Mediziner hinzu.

Studie untersucht die Mundspülproben von 361 Menschen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs
Für die aktuelle Studie verglichen die Forscher den Bakteriengehalt in Mundspülproben von 361 Männern und Frauen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs, mit den Proben von 371 Menschen im gleichen Alter, die nicht unter einer solchen Erkrankung litten. Weitere Forschung ist allerdings nötig, um eine Ursache-Wirkungs-Beziehung genauer zu bestimmen, erklären die Wissenschaftler vom NYU Langone Medical Center. (as)

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