Blähbauch: Im Flugzeug schnell pupsen

Heilpraxisnet

Pupsen im Flugzeug lieber nicht verkneifen

02.12.2014

In geschlossenen Räumen, umgeben von anderen Menschen, verkneifen es sich viele Menschen aus Scham zu pupsen. Besonders problematisch wird dies in Flugzeugen, wo sich der Furzdrang ab einer bestimmten Flughöhe steigert. Fachleute raten dazu, sich das Pupsen aus gesundheitlichen Gründen besser nicht zu verkneifen.

Zwischenlandung wegen Blähungen
So gut wie jeder Mensch kennt das Problem: Man müsste pupsen, traut sich aber nicht, da man von anderen Menschen umgeben ist. Das Phänomen Blähbauch in der Luftfahrt wird von der Crew „Boeing Belly“ genannt, wie die „Welt“ in einem aktuellen Artikel schreibt. Das Blatt veranschaulicht die Problematik mit einem Beispiel aus den USA. Dort musste einmal eine Maschine zwischenlanden, nachdem eine von Blähungen geplagte Passagierin nach jedem Pups ein Streichholz angezündet hatte, um den unangenehmen Geruch zu kaschieren.

Noch immer ein Tabuthema
Eigentlich ist Flatulenz stinknormal, für viele aber trotzdem ein Tabuthema. Der „Welt“ zufolge produziert jeder Mensch pro Tag rund 1,5 Liter Gase im Körper. „Die meisten gelangen durch die Darmwand ins Blut und werden weiter in der Leber abgebaut und durch die Lunge ausgeatmet“, so der Gastroenterologe Mathias Strowski auf dem Reiseportal „travelbook.de“. „Alle Gase, die so nicht abgebaut werden können, müssen dann als Pups den Körper verlassen.“ Diese erreichen dabei eine Geschwindigkeit von 0,1 bis 1,1 Meter pro Sekunde. Wie das Blatt schreibt, beträgt die Zahl der täglichen Pupse durchschnittlich 12,7. Jeder Furz besteht aus Gasen, wie unter anderem aus geruchlosem Stickstoff, Kohlendioxid, Wasserstoff, Sauerstoff, aber auch übelriechenden Schwefelverbindungen.

Flatulenz nimmt über den Wolken zu
Bei Flügen erhöht sich die Flatulenz unter anderem aufgrund des verringerten Luftdrucks. Wie berichtet wird, treten ab 3.500 Meter Höhe quasi alle diese Gase in den Darm über und führen so zu gesteigertem Furzdrang. Wenn das Flugzeug weiter steigt, dehnen sich die Gase im Bauch weiter aus. Zudem wird die Luftansammlung durch einen Mangel an Bewegung oder auch eine falsche Ernährung an Bord gefördert. Von der Crew wird das Phänomen des Phänomens des Blähbauchs in der Luftfahrt „Boeing Belly“ genannt, der sowohl die Passagiere als auch die Piloten und Flugbegleiter – vor allem auf der Langstrecke – quält.

Erfahrene Vielflieger verzichten auf manche Getränke und Speisen
Auf gängige Hausmittel bei Blähungen, mit denen man den Bauchschmerzen, Aufstoßen mit Sodbrennen und Pupsen normalerweise gut begegnen kann, muss man an Bord oft leider verzichten, da das Mitnehmen von Getränken nicht gestattet wird und viele der Hilfen in Form von Tees zubereitet werden. Nicht als Hausmittel, sondern als Bordmittel bietet sich an, immer wieder mal aufzustehen und sich etwas zu bewegen. Dies ist bei langen Flügen ohnehin ratsam, vor allem als Prävention gegen Thrombosen. Erfahrene Vielflieger verzichten oft auf Alkohol, kohlensäurehaltige Getränke, Saft und Kaffee, da diese das Problem noch verstärken können. Sie greifen stattdessen zu ungesüßtem Kräutertee oder stillem Wasser.

Besser fahren lassen
Laut der „Welt“ sollte man auch auf Salat und Obst verzichten. Auf bestimmte Lebensmittel, die Flatulenz fördern, verzichten Airlines den Angaben zufolge ohnehin meistens: Dazu zählen etwa Hülsenfrüchte, Lauchgemüse oder Kohl. Weiter wird berichtet, dass sich manche Passagiere mit rezeptfreien Entschäumungspräparaten mit den Wirkstoffen Dimeticon und Simeticon behelfen. Diese lösen die Gase bereits im Magen auf. Zur Frage, ob man sich den Pups besser verkneifen soll oder nicht, thematisiert das Blatt eine Studie, die Wissenschaftler im „New Zealand Medical Journal“ veröffentlicht haben. Die simple Antwort lautet: „Just let it go“, was bedeutet, dass es raus gelassen werde sollte. Ansonsten drohten Beschwerden wie Völlegefühl, Verdauungsstörungen und Bauchweh.

Fliegen mit Lederhose
Durch das angestrengte Zurückhalten der Luft im Bauchraum könne sich der Darm zu sehr verkrampfen und an seinen Krümmungen rechts und links im Bauch die Luft einklemmen, was weitere Beschwerden zur Folge hat. Deshalb gelte die Devise: Lieber fahren lassen. Die Geruchsprobleme, die bei solchem konsequenten Let-it-go-Verhalten an Bord auftreten können, thematisieren die Forscher ebenfalls. Ihr Vorschlag lautet, künftig Aktivkohle in Flugzeugsitzen zu verarbeiten, da dieses Material den Geruch neutralisieren könnte. Professor Doktor Strowski, der meint, man solle sich bei seinen Mitreisenden in solchen Fällen „einfach entschuldigen“ hat einen etwas ungewöhnlichen Rat und meint: "Fliegen sie mit Lederhose! Durch den Stoff werden die Darmwinde gedämpft und peu à peu verteilt." (ad)

Bild: Tilmann Jörg / pixelio.de