Verdauungsstörung

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Naturheilkunde bei Verdauungsstörungen

Der Begriff Verdauungsstörung (Dyspepsie, griech.: Fehlverdauung) umfasst als Oberbegriff eine Reihe von Symptomen, die im gesamten Magen-Darm-Trakt auftreten können, z.B. Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall. Die Ursachen sind vielfältig und nicht immer leicht zu erkennen, die Behandlung sollte jedoch ursächlich erfolgen. Besonders Heilpflanzen, die in verschiedener Darreichungsform erhältlich sind, eignen sich zur Wiederherstellung der physiologischen Verdauungsfunktion.

Der Verdauungsvorgang: Zerlegung und Feinanalyse
Der Verdauungsprozess beginnt mit der Aufnahme stofflicher Produkte in Form von Nahrung. Im Mund bereitet der Speichel die Nahrung durch Zerkleinerung und Spaltung für das Schlucken vor, die Magensäure tötet Bakterien und andere Keime ab, im Dünndarm wird die vorbereitete Nahrung dann fein auf ihre Verwendung hin analysiert, um entweder verwertet oder ausgeschieden zu werden. Dazu werden verschiedene Verdauungssäfte benötigt, die von den umliegenden Organen bereitgestellt und in den Dünndarm abgegeben werden: Die Bauchspeicheldrüse liefert die aggressiven Enzyme zur Kohlehydrate- Fett- und Eiweißspaltung, die Leber steuert die außerdem notwendige Gallenflüssigkeit für die Fettverdauung bei.

Störungen führen zu Symptomen
Störungen in einem dieser Bereiche, insbesondere ein Mangel oder Überschuss an Verdauungssäften führen zu einer Verdauungsstörung mit den Symptomen Sodbrennen, Übelkeit und Erbrechen auch Bauchschmerzen oder Bauchkrämpfe, Blähungen, Flatulenz, Durchfall und Verstopfung. Die Symptome können isoliert oder in verschiedenen Kombinationen auftreten.

Magen-Darm Schmerzen - anatomische 3D-Illustration
Verdauungsbeschwerden gehen oft mit Symptomen wie Durchfall, Bauchschmerzen oder Blähungen einher. (Bild: ag visuell/fotolia.com)

Die Ursachen können organischer, psychischer oder funktioneller Natur sein
Die Dysbalance der Verdauungssäfte kann als Folge einer entzündlichen Darmerkrankung entstehen, aber auch durch Darmtumoren.

Häufig besteht auch eine Schwäche einzelner Organe, ihrer Sekretions- und Verdauungsfunktion. Auch eine gestörte Bakterienflora im Darm, etwa nach Einnahme von Antibiotika oder einem Befall mit Darmpilzen (v.a. mit dem Hefepilz Candida Albicans) und Fehlernährung führen zu Gärungs- und Fäulnisprozessen und damit zur Gasbildung (Blähungen), welche Bauchschmerzen und übel riechende Gase (Flatulenz) verursacht. Ebenso können auf psychischer Ebene Angst und unverarbeitete Konflikte in Frage kommen oder Stress und Nervosität. Der Reizmagen, bei dem organische Befunde weitgehend fehlen, wird auch als „funktionelle Dyspepsie“ bezeichnet.

Die Pflanzenheilkunde bietet ein großes Repertoire für die Verdauung
In der Therapie sollte das Augenmerk auf die Ursache der Verdauungsstörung gerichtet werden. In der konventionellen Medizin werden überschüssige Säuren mit hemmenden Medikamenten unterdrückt, Verdauungsträgheit durch Abführmittel beschleunigt und Durchfall medikamentös gestoppt. In den großen naturheilkundlichen Ansätzen, beispielsweise der Traditionellen Chinesischen Medizin, im Ayurveda und der traditionell westlichen (galenischen) Medizin wird der Verdauungsfunktion eine gewichtige Funktion für den gesamten Gesundheitszustand eines Menschen beigemessen. Deswegen gibt es eine Vielzahl an Heilpflanzen, die –erfahrungs-medizinisch erprobt-, je nach Bedarf und Ursache bei Verdauungsstörungen zum Einsatz kommen. Kräuter können entspannend, krampflösend, keimtötend, entzündungshemmend oder gegen Blähungen wirken. Auf die Organe, z.B. Leber oder Bauchspeicheldrüse, wirken sie entweder anregend und stärkend oder beruhigend. Ob die Pflanzen einzeln oder kombiniert als Teemischung, Dragees oder Tinktur verabreicht werden, ob spagyrisch hergestellt oder homöopathisch aufbereitet, das liegt ganz im Ermessen des behandelnden Heilpraktikers. Zusätzlich sollte gemeinsam ein Ernährungsplan erarbeitet werden, der idealerweise auch die Verhaltensweisen beim Essen berücksichtigt.

Hektisches Hinunterschlingen von Nahrung „nebenbei“ kann sich ebenso ungünstig auf die Verdauung auswirken wie die zeitliche Verteilung der Mahlzeiten gegen den biologischen Rhythmus. Alternativ zur Gabe von Pflanzendrogen können mit Hilfe unzähliger weiterer Naturheilverfahren, z.B. psychologischer, physikalischer und manueller Ausrichtung, die die Selbstheilungskräfte unterstützen und die Verdauung wieder ins Gleichgewicht gebracht werden.

Osteopathische Behandlung lockert und mobilisiert innere Organe
In der Osteopathie beispielsweise werden die Gleitflächen der Organe untereinander wie Gelenke gesehen. Wenn es zu Bewegungseinschränkungen kommt, so kann es zu einem Problem in der Funktion des Organes kommen. In den Aufhängungen der Organe verlaufen größtenteils die Gefäße, so dass eine Mobilisierung und Lockerung der Aufhängestrukturen zu einer verbesserten Ver- und Entsorgung der Organe führen kann.

Eine wichtige Komponente spielt die Atmung, die durch die Erzeugung eines Unterdrucks für eine gute Entsorgung und eine Schaukelbewegung sorgt, die die Verdauung anregt und ihre reibungslose Funktion mit gewährleistet. Durch eine verminderte oder flache Atmung kann es zu Beeinträchtigungen dieser für die Verdauung notwendigen Bewegung kommen. So sind in der osteopathischen Herangehensweise neben der direkten Beobachtung der Organe auch die Strukturen wichtig, die einen mechanischen Einfluss auf die Organfunktion haben. (Dipl.Päd. Jeanette Viñals Stein, Heilpraktikerin)

Bild1: sigrid rossmann  / pixelio.de