Nierensteine – Symptome, Ursachen und Behandlung

Computerdarstellung von Nierensteinen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Quellen ansehen

Nephrolithiasis: Harnsteine in der Niere

Nierensteine können je nach Größe, Art und Position über lange Zeit hinweg unbemerkt bleiben oder aber zu einer heftigen und sehr schmerzhaften Nierenkolik führen. Wandern die Steine in die unteren Harnwege ab, kommt es meist zu ähnlichen Beschwerden. Die Ursachen sind nicht vollständig geklärt, aber begünstigende Faktoren wie bestimmte Lebensmittel mit schädlichen Nährstoffen und Stoffwechselstörungen sind unumstritten potenzielle Auslöser. Konventionelle Maßnahmen bestehen in einer Zertrümmerung und Entfernung der Nierensteine, während insbesondere die Naturheilkunde durch eine gezielte Ernährungsumstellung dem Steinleiden vorzubeugen versucht.


Ein kurzer Überblick

Betroffene, die bereits unter Nierensteinen gelitten haben, werden ohne vorbeugende Maßnahmen wahrscheinlich immer wieder an Harnsteinen in der Niere erkranken. Während der untenstehende Artikel wissenswerte, ausführliche Informationen enthält, bietet die folgende kurze Zusammenfassung eine erste schnelle Übersicht zu dieser häufigen Nierenkrankheit.

  • Definition: Nierensteine sind kristalline Ablagerungen aus Urinbestandteilen, die sich im Nierenbecken oder in den Nierenkelchen bilden. Sie weisen unterschiedliche Größen, Formen und Zusammensetzungen auf. Befinden sich die Harnsteine in den unteren Harnwegen (zum Beispiel durch Abwanderung), werden sie entsprechend ihrer Position benannt.
  • Symptome: Zu den typischen Beschwerden zählen starke Nierenkoliken und heftige Flankenschmerzen auf der entsprechenden Seite, die in benachbarte Körperregionen ausstrahlen können. Dabei kann es auch zu Übelkeit und Erbrechen sowie zu Blut im Urin kommen. Treten begleitend Infektionen oder andere Komplikationen auf, können weitere Beschwerden hinzukommen.
  • Ursachen: Zu den bislang bekannten Ursachen zählen neben bestimmten Grunderkrankungen des Stoffwechsels und Hormonhaushalts auch Flüssigkeitsmangel (Dehydratation), ungünstige Ernährungsweisen und ein insgesamt ungesunder Lebensstil mit wenig Bewegung.
  • Diagnose: In den allermeisten Fällen werden bei der Diagnosestellung Ultraschalluntersuchungen hinzugezogen oder aber andere bildgebende, radiologische, endoskopische oder nuklearmedizinische Verfahren. Häufig werden Urin-, Blut- und Steinproben analysiert, um die genauen Ursachen zu finden.
  • Behandlung: Konservative Methoden können in leichteren Fällen durch eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr, Ernährungsumstellung und Wärmebehandlung den Steinabgang erleichtern und die Schmerzen lindern. Bei schwerwiegenderen Erkrankungen und bei drohenden Komplikationen kommen verschiedene Techniken zum Einsatz, die die Nierensteine aktiv zertrümmern und entfernen.
  • Naturheilkundliche Behandlung: Vorbeugend und symptomlindernd wird als zusätzliche alternative Behandlungsmethode vor allem einer bewussten Ernährungsumstellung (zum Beispiel auf eine vegetarisch-basische Kost) große Wirksamkeit nachgesagt. Zudem hat sich Kaliumcitrat, das Kaliumsalz der Zitronensäure, als empfehlenswert herausgestellt. Trinkt man Zitronensaft, gilt dies als eine gute Maßnahme gegen Nierensteine.
Nierensteine unterschiedlicher Zusammensetzung, Form und Größe können bei Betroffenen wiederholt zu Beschwerden führen. (Bild: decade3d/fotolia.com)

Definition

Nierensteine (aus dem Griechischen: Nephrolithen) sind kristalline Ablagerungen, die sich aus Bestandteilen des Urins bilden und im Nierenbecken oder in den Nierenkelchen lokalisiert sind. Befinden sich die Ablagerungen nicht in der Niere, sondern anderenorts in den ableitenden Harnwegen, nennt man die sogenannten Harnsteine entsprechend ihrer Lokalisation auch Harnleitersteine, Blasensteine oder Harnröhrensteine. Eine Ansammlung vieler kleinerer Nierensteine wird als Nierengrieß bezeichnet.

Grundsätzlich unterscheiden sich die Ablagerungen in ihrer Größe, äußeren Form und Zusammensetzung. Aufgrund dieser Merkmale gibt es verschiedene Einteilungen von Nierensteinarten. Zu den häufigsten Formen zählen Korallensteine, Hirschgeweihsteine, Ventilsteine und Ausgusssteine. Betrachtet man die chemischen Bestandteile wird häufig die folgende, mit den Ursachen in Verbindung stehende, Klassifikation gewählt:

  • Kalziumsteine: Bei etwa siebzig bis achtzig Prozent handelt es sich um stoffwechselbedingte, kalziumhaltige Ablagerungen, wobei am häufigsten Kalziumoxalatsteine vorkommen.
  • Harnsäuresteine: Etwa fünfzehn Prozent sind ernährungsbedingt und sogenannte Uratsteine.
  • Struvitsteine: Circa zehn Prozent bestehen aus Magnesium-Ammonium-Phosphat und bilden sich typischerweise bei Harnwegsinfektionen (Infektsteine).
  • Zystinsteine und Xanthinsteine: Eine sehr geringe Anzahl von Nierensteinen (ungefähr zwei Prozent) geht auf seltene vererbbare Stoffwechselerkrankungen (Zystinurie, Xanthinurie) zurück.

Nierensteine sind die häufigste Nierenerkrankung und gelten mittlerweile als eine weit verbreitete Volkskrankheit. Insgesamt tritt das Steinleiden in Deutschland bei circa fünf Prozent der Gesamtbevölkerung auf. Insbesondere im Lebensalter zwischen dreißig und fünfzig Jahren häuft sich die Nierensteinkrankheit (Nephrolithiasis), wobei Männer öfter betroffen sind als Frauen. In mehr als fünfzig Prozent der Fälle kommt es zu einer wiederholten Steinbildung.

Nierensteine gehören zu den Volkskrankheiten, die auch aufgrund einer zunehmend ungesunden Lebensweise entstehen. (Bild: Henrie/fotolia.com)

Symptome

Kleinere Nierensteine (zwischen 5 und 10 Millimetern) und Nierengrieß werden oft nur zufällig entdeckt und gehen meistens von alleine ab, ohne dass es zu größeren Beschwerden kommt. Das Ausschwemmen mit dem Urin kann aber zu (leichten) Beschwerden beim Wasserlassen (Dysurie) führen.

Handelt es sich allerdings um größere Harnsteine in der Niere, treten meistens Beschwerden auf, die eine Behandlung und Entfernung der Steine erfordern. Das typische Symptom ist die sogenannte Nierenkolik. Diese sehr starken und krampfartigen Schmerzen entstehen beim Abwandern der Harnsteine über die unteren Harnwege (Harnleiterkolik). Die dabei in Schüben verlaufenden Muskelkontraktionen sowie die Überbeanspruchung der Harnleiter lösen intensive Schmerzen beziehungsweise Koliken aus, die zu den stärksten Schmerzarten zählen. In diesem Zusammenhang können auch ein erhöhter Bewegungsdrang sowie Übelkeit und Erbrechen auftreten.

Je nach Position der Nierensteine treten die Beschwerden in der entsprechenden Flanke auf und strahlen unter Umständen in benachbarte Regionen (Rücken und Bauch) aus. Harnleitersteine verursachen Schmerzen im Schambereich und in den Leisten (Leistenschmerzen), die bis in die Beine ausstrahlen können. Die Symptomatik bleibt solange bestehen, bis der Nierenstein in die Blase gelangt. Manchmal wird ein Harnstein eingeklemmt, so dass der Prozess sehr lange dauern kann. In diesen Fällen besteht die erhöhte Gefahr für einen längeren Urinstau (Nierenstau), der zu Schädigungen der Niere führen kann. Dabei kann auch das Bakterienwachstum begünstigt werden, so dass es zusätzlich zu einer Harnwegsinfektion bis hin zu einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) kommen kann, begleitet von Fieber und anderen möglichen Beschwerden. Eine schwere mögliche Komplikation stellt in diesem Fall die Urosepsis dar, eine allgemeine bakterielle Entzündung des Körpers (Sepsis) ausgehend von den Harnwegen.

Zumeist entstehen während des natürlichen Abtransports kleinere Verletzungen der Harnleiterschleimhäute, so dass Blut im Urin sichtbar wird (Makrohämaturie) oder bei Laboruntersuchungen nachweisbar ist (Mikrohämaturie).

Weitere mögliche Begleitsymptome sind ein verstärkter Harndrang, der ein häufiges Wasserlassen bedingt, und eine beginnende Darmlähmung. In seltenen schweren Verläufen kann es ohne entsprechende Behandlung auch zu massiven Komplikationen wie einem (einseitigen) akuten Nierenversagen oder einer Urämie (Harnvergiftung durch „Urin im Blut“) kommen.

Chronische Nierensteine, können sehr groß sein und zu sogenannten Ausgusssteinen heranwachsen, die das ganze Nierenbecken ausfüllen. In diesem Fall ist das Abwandern in die unteren Harnwege nicht möglich. Beschwerden treten hier allerdings weniger auf. Betroffene klagen über eher leichte, dumpfe oder drückende Schmerzen im Bereich der Nieren und des Rückens. Komplikationen entstehen hierbei meist auch durch bakterielle Infektionen oder eine Schrumpfniere, die mit einer Zerstörung von Nierengewebe einhergeht.

Zu den typischen Symptomen zählen heftige Nierenkoliken und sehr starke Flankenschmerzen. (Bild: PeJo/fotolia.com)

Ursachen

Im medizinischen Fachjargon bezeichnet man den Entstehungsprozess von Harnsteinen in den Nieren und Harnwegen als Nephrolithiasis beziehungsweise Urolithiasis. Hierbei bildet sich aus zuvor gelösten Stoffen eine feste Masse, die zu der kristallinen Ablagerung (Konkrement) führt.

Die genauen Stoffwechselvorgänge sind bislang noch nicht vollständig verstanden. Bevor es zur Steinbildung kommt, liegen erhöhte Konzentrationen von bestimmten Bestandteilen im Blut und Urin vor. Aus Expertensicht können verschiedene Ursachen zu solch einem Ungleichgewicht führen, wie etwa Flüssigkeitsmangel (Dehydratation) aber auch verschiedene Erkrankungen, die mit einer erhöhten Harnkonzentration einhergehen. Dazu zählen unter anderem die als Gicht benannte Purin-Stoffwechselkrankheit oder eine hormonell bedingte Störungen des Kalziumstoffwechsels (Nebenschilddrüsenüberfunktion).

Allgemein gelten Nierensteine auch als Wohlstandskrankheit, wobei eine eher ungesunde Lebensweise als Ursache angenommen wird. Gründe werden in einer zu eiweißreichen Ernährung, Überernährung, Bewegungsmangel und damit einhergehender Fettleibigkeit (Adipositas) gesehen. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente (zum Beispiel Antibiotika) wird in Zusammenhang mit einer vermehrten Steinbildung gebracht.

Diagnose

Neben den typischen Nierenkoliken und weiteren Hinweisen, die durch eine übliche Patientenbefragung (Anamnese) und zugehörige klinische Untersuchung ermittelt werden können, kommen zur Diagnoseabsicherung vor allem bildgebende Verfahren zum Einsatz. In den allermeisten Fällen werden Urinproben entnommen und im Labor ausgewertet sowie Ultraschalluntersuchungen der Nieren, Harnleiter und Blase durchgeführt.

Unter Umständen können auch Röntgenaufnahmen unter der Verwendung von Kontrastmittel zur Erstellung eines Pyelogramms (Urografie) die Diagnostik ergänzen, wobei dieses Diagnoseverfahren immer seltener angewandt wird. Heutzutage kommen auch andere bildgebende Verfahren wie die Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) zum Einsatz. Abhängig von der Größe und den jeweiligen Bestandteilen können aber nicht alle Harnsteine durch diese Methoden sichtbar gemacht werden.

In schwierigeren Fällen und wenn die Diagnose nicht eindeutig ist, können auch weitere endoskopische oder nuklearmedizinische Untersuchungen in Frage kommen. Zur Ursachenforschung kann den Betroffenen außerdem angeraten werden, beim Urinieren ein Sieb zu verwenden und die ausgeschiedenen Steine für bestimmte Analyseverfahren aufzubewahren.

Durch bildgebende Verfahren, wie zum Beispiel Ultraschall, sind Nierensteine in vielen Fällen sicher zu erkennen. (Bild: Kot63/fotolia.com)

Behandlung

Prinzipiell ist eine Therapie nur dann notwendig, wenn die Nierensteine nicht von alleine abgehen oder behandlungsbedürftige Beschwerden auftreten, die auch zu Komplikationen führen können. Eine Behandlung heißt aber nicht gleich eine aktive Entfernung der Steine.

Konservative Behandlung

In vielen Fällen werden zunächst konservative Maßnahmen empfohlen, um den natürlichen Abgang zu erleichtern und zu beschleunigen. Dazu zählen vor allem eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr von etwa zwei bis drei Litern (natriumarmes) Wasser pro Tag, moderate Bewegung und eine salz- und fleischarme Ernährung. Bei begleitenden Schmerzen wird auch in der Schulmedizin oftmals auf das altbewährte Hausmittel der Wärmetherapie (warmes Bad, warme Leibwickel oder Wärmflasche) zurückgegriffen. Bei starken Beschwerden werden aber auch Schmerzmittel verschrieben. In allen Fällen sollte der Steinabgang überwacht werden, um mögliche Komplikationen im weiteren Verlauf zu verhindern.

Behandlung mittels aktiver Entfernung und Auflösung

Sollte aus medizinischer Sicht die Indikation bestehen, aktiv einzugreifen, kann dies – abhängig von der Lage und der Art des Steins – mittels verschiedener Methoden erfolgen. Dabei werden die Harnsteine entweder medikamentös aufgelöst (Litholyse) oder unter Anwendung verschiedener Techniken zertrümmert und entnommen.

Die Zertrümmerung von Harn- und Gallensteinen bezeichnet man als Lithotripsie. Bekannte Verfahren nutzen etwa mechanische Druckwellen von außen (extrakorporale Stoßwellen-Lithotripsie), Laser (Laserlithotripsie) oder aber ein spezielles Instrument, welches über einen künstlichen Kanal bis zur Position des Steins eingeführt wird (perkutane Nephrolitholapaxie).

Eine oft angewandte operative Methode bei Harnleitersteinen stellt außerdem die Ureterorenoskopie (Harnleiter- und Nierenspiegelung). Diese endoskopische Untersuchung des Harnleiters und des Nierenbeckens ermöglicht es, über den Arbeitskanal des eingeführten optischen Geräts weitere Instrumente zum Zertrümmern und Entnehmen des Steins einzuführen (intrakorporale Lithotripsie). Die sogenannte Schlingenextraktion kommt heutzutage wegen der erhöhten Verletzungsgefahr nur noch selten zum Einsatz.

In den meisten Fällen wird nach den Eingriffen für einige Tage ein Katheter oder Stent (auch Harnleiterschiene genannt) im Harnleiter belassen, um sicherzustellen, dass mögliche Reste der Ablagerungen im Nachhinein einfacher abfließen können.

Eine ganz andere Herangehensweise wurde vor einiger Zeit von zwei US-Osteopathen postuliert. Sie zeigten durch ihre Ig-Nobelpreis (2018) gekrönte, spektakuläre Studie: Fahrten mit der Achterbahn helfen gegen Nierensteine.

Sind konservative Maßnahmen nicht ausreichend, gibt es verschiedene Methoden der Zertrümmerung und Entfernung von Nierensteinen, wie etwa die Stoßwellen-Lithotripsie. (Bild: bilderzwerg/fotolia.com)

Vorbeugung

Kam es bereits mehr als einmal zur Ausbildung von Nierensteinen, besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich bei den Betroffenen auch weiterhin Harnsteine entwickeln. In jedem Fall ist die jeweilige Ursache der entscheidende Faktor, um die richtigen vorbeugenden Maßnahmen unternehmen zu können. Zur Ursachenermittlung werden die persönliche Lebens-und Berufsgeschichte, mögliche Vorerkrankungen und auch Analyseergebnisse von Blut- Urin- und Steinproben hinzugezogen.

In jedem Fall wird empfohlen, die Flüssigkeitsaufnahme auf zwei bis drei Liter (natriumarmes) Wasser zu erhöhen, insbesondere zur Nacht. Dadurch wird die Konzentration an steinbildenden Substanzen im Urin möglichst gering gehalten. Des Weiteren kommt der Ernährung eine große Bedeutung zu. Entsprechend der jeweiligen Zusammensetzung der Nierensteine können verschiedene Ernährungsumstellungen helfen eine Neubildung zu verhindern.

Die meisten Betroffenen neigen zu Kalziumoxalatsteinen, deren Bildung entweder durch eine erhöhte Oxalatzufuhr oder einen vermehrten Kalziumabbau zu erklären ist. In diesem Fall wird angeraten, bei der Ernährung auf eine ausreichende Kalziumzufuhr zu achten. Kalzium bindet im Darm das Oxalat, wodurch es ausgeschieden wird und nicht mehr für die Steinbildung verfügbar ist. Außerdem sollte entsprechend wenig Oxalat über die Nahrung aufgenommen werden. Das wird am besten dadurch sichergestellt, Nahrungsmittel mit einem hohen Anteil an Oxalatsäure zu meiden. Dazu zählen unter anderem Kaffee, schwarzer (und grüner) Tee, Cola, Schokolade, Erdbeeren, Rhabarber, Spinat und Mangold.

Kommt es bei Personen eher zur Bildung von Harnsäuresteinen, sollte der Verzehr von Fleisch (Geflügel) und Fisch reduziert werden, da diese Nahrungsmittel hohe Mengen an Purinen enthalten. Die aus diesen Stoffen (als Abbauprodukt) gebildete Harnsäure senkt den pH-Wert des Urins und führt zu einem erhöhten Harnsäurespiegel. Ist dies der Fall, versucht der Organismus die hohe Säurekonzentration auch mit Kalzium aus den Knochen zu neutralisieren. Im schlimmsten Fall kann es dadurch zur Osteoporose kommen. Manchmal ist in diesem Zusammenhang auch eine medikamentöse Behandlung notwendig.

Naturheilkundlich kann man Nierensteinen mit viel Wasser, einer bewussten Ernährung und Zitronensaft gut entgegenwirken. (Bild: fotofox33/fotolia.com)

Es wird vermutet, dass zu viel Stress die Bildung von Stoffen mindert, die eine Steinbildung eher hemmen, wie etwa Magnesium. Entsprechend können Stressreduzierung und magnesiumhaltige Nahrungsmittel helfen, der (erneuten) Steinbildung entgegenzuwirken. Förderliche und magnesiumreiche Lebensmittel sind beispielsweise Bierhefe, Sojamehl, Weizenkeime oder Weizenkleie, Mandeln, Bananen, Kohlrabi und Sellerie.

Naturheilkundliche Behandlung

Entsprechend der vorbeugenden Maßnahmen, kann eine weitergehende Ernährungs- und Lebensumstellung der Entstehung von Nierensteinen vorbeugen. Eine gesunde, salz-, fett- und eiweißreduzierte Ernährung, kombiniert mit ausreichender Bewegung, senkt das allgemeine Risiko für Harnsteine. Beispielsweise kann auch eine vegetarisch-basische Ernährung (oder eine Basenkur) dabei unterstützen, Nierensteinen vorzubeugen und entsprechende Beschwerden zu verringern. Eine basische Kost kann insbesondere das Auftreten der sogenannten Zystinsteinen vermindern.

Als besonders wirksam hat sich außerdem Kaliumcitrat, das Kaliumsalz der Zitronensäure, gezeigt. So kommt es, dass zum Schutz vor Nierensteinen das Trinken von frischem Zitronensaft oder sogar eine Zitronensaft-Kur als empfehlenswert gelten. (jvs, cs)

Autor: 
Dr. rer. nat. Corinna Schultheis
Quellen:
  • Hildegard-Heilkunde von A-Z
  • Pschyrembel Naturheilkunde und alternative Heilverfahren
  • Naturheilpraxis heute: Lehrbuch und Atlas
  • Nierensteine und Harnleitersteine
  • Kidney stones: pathophysiology and medical management
  • S2k-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Metaphylaxe der Urolithiasis
  • Guideline Urolithiasis
  • Innere Medizin 2019
  • Was sind Nierensteine?