Leistenschmerzen – Ursachen, Behandlung und Prävention

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Was tun bei Leistenschmerzen?

Für Schmerzen in der Leistengegend, also im Bereich zwischen Unterleib, Hüfte und Oberschenkel, gibt es zahlreiche mögliche Ursachen. Egal, ob die Probleme zum ersten Mal auftreten oder schon länger bestehen: Leistenschmerzen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn harmlose Überlastungen beim Sport können ebenso dahinterstecken wie Hüftprobleme, Harnsteine oder ein medizinischer Notfall wie ein eingeklemmter Leistenbruch. In jedem Fall sollten Sie daher so bald wie möglich fachkundigen medizinischen Rat einholen.


Leistenschmerzen – ein kurzer Überblick

Dieser Artikel bietet Ihnen einen Überblick über mögliche Auslöser der Beschwerden, Diagnosemöglichkeiten, Therapieansätze und Prävention. Vorab eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Fakten:

  • Definition: Schmerzhafte Beschwerden im Leistenbereich, also zwischen Unterleib, Hüfte und Oberschenkel. Der medizinische Fachbegriff hierfür lautet Inguinalschmerzen. Er leitet sich vom lateinischen Namen für die Leistengegend ab (Regio inguinalis).
  • Symptome: Je nach Ursache variierende dumpfe, stechende, scharfe oder ziehende Schmerzen. Diese können akut oder chronisch auftreten, leicht oder heftig sein, eher oberflächlich oder auch innerlich empfunden werden und in die Oberschenkel ausstrahlen. Teilweise treten nur nachts Beschwerden auf. Bestimmte Bewegungen, Husten, Niesen oder Pressen können in manchen Fällen die Schmerzen verschlimmern.
  • Mögliche Ursachen: Allgemeine Erkrankungen (z.B. Abszesse), Brüche (z.B. Beckenbruch, Leistenbruch, Schenkelbruch), Erkrankungen der Geschlechtsorgane (z.B. Eierstockentzündung, Hodenentzündung, Hodentorsion, Nebenhodenentzündung), Erkrankungen der unteren Harnwege (z.B. Blasensteine), Erkrankungen des Hüftgelenks (z.B. Arthritis, Arthrose, Bursitis, Morbus Perthes, Rheuma), Lymphknotenschwellungen (z.B. durch Infektionen), Menstruationsbeschwerden, Muskel- oder Sehnenverletzungen (z.B. Muskelzerrung, Sehnenansatzreizungen), Schwangerschaft (z.B. Beckenringlockerung), Erkrankungen des Skelettsystems (z.B. Fußdeformitäten, Beinlängenunterschiede, Schambein- oder Schambeinfugenentzündung, Bandscheibenvorfall), Tumore, Wachstum, weitere Ursachen.
  • Diagnose: Anamnese – Klinik, Lokalisation, akut/chronisch, Begleitsymptome (Verschlimmerung beim Husten, Niesen, Pressen), Vorerkrankungen; körperliche Untersuchung – Betrachtung und Abtasten der Leistengegend; apparative Diagnostik – Ultraschall (Sonografie), Röntgen, Computertomografie (CT), Magnetresonanztherapie (MRT).
  • Therapie: Je nach Ursache zum Beispiel Kälteanwendungen wie Kryotherapie, Wärmetherapien mit Heizkissen, Fango- oder Moorpackungen, Physiotherapie, manualtherapeutische Mobilisation, intrakutane Quaddeln, Massagen, transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS), verschiedene Formen der Wassertherapie, Akupunktur, Laserbehandlungen, Operation, schulmedizinische Medikamente wie Entzündungshemmer mit oder ohne Kortison, Schmerztabletten und schmerzstillende Salben, alternativmedizinische Medikamente wie das Schüßlersalz Nr.7 (Magnesium phosphoricum), Zeel-Tabletten, Traumeel-Tabletten oder Traumeel als Salbe, Tropfen oder Gel, Kytta-Salbe oder Alpenkräuter-Salbe. Auch klassische homöopathische Mittel können bei verschiedenen Leistenbeschwerden unterstützend zum Einsatz kommen. Diese sollten aber von erfahrenen Homöopathen aufgrund des Gesamtbildes des Patienten sorgfältig ausgewählt und nicht aufgrund eines einzelnen Symptoms eingesetzt werden.
  • Prävention: Je nach Ursache; für die Leistenbruch-Prävention etwa schonendes Heben, Ausdauersport (Kräftigung der Bauch- und Rückenmuskulatur), ausreichende Trinkmenge, ballaststoffreiche Ernährung mit viel Gemüse und Obst, wenig Fleisch.
Leistenschmerzen sind ein weit verbreitetes Beschwerdebild, das verschiedene Ursachen haben kann. (Bild: mapo/fotolia.com)

Definition

Als Leistenschmerzen werden allgemein Schmerzen im Bereich der Leiste bezeichnet. Damit ist anatomisch der Übergang vom Bauch zum Oberschenkel beziehungsweise konkret der untere seitliche Teil der Bauchwand gemeint. Der medizinische Fachbegriff für Leistenschmerzen lautet Inguinalschmerzen. Er leitet sich vom lateinischen Namen für die Leistengegend ab (Regio inguinalis).

Anatomie

Die Leistenregion (Regio inguinalis) wird von den beiden Darmbeinkämmen und dem oberen Rand des Beckens sowie zur Mitte hin vom geraden Bauchmuskel und der Schamgegend begrenzt. In der Leistenregion liegt der etwa vier bis fünf Zentimeter lange Leistenkanal mit seinem inneren Zugang, dem so genannten Leistenring. Dieser verbindet in der vorderen Bauchwand die Bauchhöhle mit der äußeren Schamgegend. Hier befinden sich wichtige Nervenbahnen, Blut- und Lymphgefäße, sowie beim Mann der Samenstrang und bei der Frau das runde Mutterband. Der Leistenkanal ist von Muskeln, Bindegewebe und Bändern umgeben, wodurch die empfindlichen Gefäße und Bahnen im Inneren geschützt werden.

Symptome und Ursachen

Schmerzen in der Leiste zeigen sich in unterschiedlichster Form und können vielfache Ursachen haben, die über Reizungen, Entzündungen, Muskelzerrungen und eingeklemmte Nerven bis zu einem Bruch reichen. Es ist auch möglich, dass Schmerzen, deren Ursache in anderen Körperbereichen liegt, in die Leiste ausstrahlen. Da die Ursachen von Leistenschmerzen äußerst vielfältig sind, behandelt dieser Artikel nur einige von ihnen ausführlicher: Leistenbruch, Verletzungen, Lymphknotenschwellungen, Hüftgelenksarthrose und Harnsteine.

Leistenbruch – Symptome und Ursachen

Eine häufige Ursache für Leistenschmerzen ist der Leistenbruch. Der medizinische Fachbegriff dafür lautet Leistenhernie (Hernia inguinalis). 90 Prozent der Betroffenen sind Männer. Jährlich treten in Deutschland rund 160.000 Leistenbrüche auf. Doch was genau ist ein Leistenbruch und wie kann er entstehen?

Der oben beschriebene Leistenkanal wird durch Muskeln, Bindegewebe und Bänder stabilisiert und vom Bauchraum getrennt. Diese schützende Struktur ist recht weich und stellt dadurch eine „natürliche Schwachstelle“ der Bauchwand dar: Durch zu hohen Innendruck im Bauchraum kann es dort relativ leicht zu einem Leistenbruch kommen. Das kann etwa durch das Tragen oder Heben schwerer Lasten, festes Pressen beim Stuhlgang oder auch bei Presswehen während der Geburt geschehen. Selbst Niesen oder starker Husten können bei manchen Menschen einen Leistenbruch auslösen. Konkret bedeutet das, dass die schützende Hülle beschädigt wird und so Eingeweide oder Organteile durch die entstandene Lücke in der Bauchwand (auch Bruchpforte genannt) hervortreten.

Dass es bei Männern deutlich häufiger zu Leistenbrüchen kommt, liegt in ihrer embryonalen Entwicklung begründet. Bis zum Zeitpunkt der Geburt wandern die Hoden aus dem Bauchraum Richtung Hodensack. Dabei passieren sie den Leistenkanal. Danach schließt sich dieser Kanal; bei etwa fünf bis 20 Prozent der männlichen Babys bleibt er jedoch offen. Diese angeborene Schwachstelle erhöht lebenslang das Risiko für einen Leistenbruch deutlich.

Von anderen anlagebedingten Schwächen der Bauchwand sind beide Geschlechter gleichermaßen betroffen. Diese Schwachstellen können zum Beispiel an Durchtrittsstellen von Gefäßen oder Nerven vorliegen. Auch Verletzungen können die Bauchwand schädigen und das Risiko für einen Leistenbruch erhöhen. Übergewicht und/oder chronische Verstopfung sind weitere Faktoren, die einen Leistenbruch begünstigen.

Das typischste Symptom eines Leistenbruchs ist eine von außen sicht- und tastbare Vorwölbung in der Leiste oder im Hodenbereich, die sich meist nach innen hineindrücken lässt. Durch Husten, Niesen oder Pressen kehrt die Wölbung jedoch zurück. Bei manchen Brüchen kann man die Vorwölbung allerdings nicht „wegdrücken“. Besonders bei Belastung verursacht ein Leistenbruch häufig Schmerzen, die je nach Art des Bruches und individuellem Schmerzempfinden unterschiedlich stark sein können. Bestehen neben den oben genannten Symptomen starke Schmerzen, Druckempfindlichkeit oder Rötung der Schwellung, sollten Sie sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben.

Achtung: Bei Verdacht auf einen Leistenbruch sollte immer so schnell wie möglich ärztlicher Rat eingeholt werden. Zwar gibt es unkomplizierte Brüche, die nicht zwingend sofort behandelt werden müssen, doch prinzipiell kann jeder Leistenbruch zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Das passiert, wenn das von innen durchtretende Gewebe – häufig handelt es sich dabei um einen Teil des Darms – an der Bruchpforte eingeklemmt wird. Dadurch kann der Kot den Darm an dieser Stelle nicht mehr passieren; im schlimmsten Fall tritt ein vollständiger Darmverschluss ein. Zudem wird die Durchblutung behindert oder gar vollständig unterbrochen, was zum Absterben von Darmgewebe führt. Eine Bauchfellentzündung (Peritonitis) ist die Folge.

Häufige Anzeichen für solche Komplikationen sind – neben den oben genannten Symptomen – heftige Bauchschmerzen mit stark gespannter Bauchwand. Der Bereich des Bruchs ist dabei meist stark gerötet und äußerst schmerzhaft. In diesem Fall sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen, sich in eine Notaufnahme begeben oder über die Notrufnummer 112 Hilfe anfordern.

Verletzungen – Symptome und Ursachen

Die meisten Menschen kennen diese Situation: Eine falsche Bewegung, und plötzlich geht gar nichts mehr. Schmerzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit zeigen an, dass Muskeln, Sehnen oder Bänder verletzt oder überstrapaziert wurden. Häufig passiert es beim Sport, aber auch in vielen anderen Alltagssituationen können Verletzungen eintreten, zum Beispiel beim Hausputz oder bei der Gartenarbeit. Im Bereich der Leiste kommt es oft zu Muskelzerrungen oder -überdehnungen. Davon können Muskeln und Sehnen im Bereich der Hüften, des Beckens und der Oberschenkel betroffen sein und Leistenschmerzen auslösen.

Beim Sport kann es zu Verletzungen im Leistenbereich kommen, vor allem durch ungenügendes Aufwärmen oder Überlastung. (Bild: dusanpetkovic1/fotolia.com)

Chronische Überlastung, zum Beispiel beim Sport, und/oder mehrmalige winzige Verletzungen (Mikrotraumen) können unter anderem zu einer Sehnenentzündung (Tendopathie) führen. Zu einer Muskelzerrung oder einem Muskelriss kommt es dagegen häufig bei schnellen, kräftigen Bewegungen zum Beispiel beim Sport nach ungenügendem Aufwärmen. Ein krampfartiger, schnell stärker werdender Schmerz ist typisch für eine Zerrung. Bei einem Muskelriss tritt indes eher ein plötzlicher, stechender Schmerz auf. Fehlbelastungen oder Stauchungen im Leistenbereich können ebenfalls Schmerzen zur Folge haben.

Lymphknotenschwellung – Symptome und Ursachen

Eine weitere häufige Ursache von Leistenschmerzen ist eine Lymphknotenschwellung. Lymphknoten bilden einen wichtigen Teil des Immunsystems und spielen eine zentrale Rolle bei der Abwehr von Infektionen. Bei starker Beanspruchung schwellen sie an. Die Lage der geschwollenen Lymphknoten kann einen Hinweis auf die Erkrankung geben. Bei einer Mandelentzündung würden beispielsweise eher die Lymphknoten im Hals anschwellen. Eine Entzündung am Bein hingegen kann eine schmerzhafte Verdickung der Lymphknoten in der Leiste hervorrufen. Manchmal stecken auch Geschlechtskrankheiten oder ein Abszess im Darm oder After dahinter.

In einigen Fällen deutet eine Lymphknotenschwellung auf eine eigenständige Krankheit des Lymphsystems hin, wie zum Beispiel entzündlich-rheumatische Erkrankungen oder spezielle Infektionskrankheiten. Auch bei verschiedenen Krebserkrankungen können geschwollene Lymphknoten in der Leistengegend als Symptom auftreten, allerdings sind die Lymphknoten in diesen Fällen meist nicht schmerzhaft.

Um die genaue Ursache herauszufinden, eine ernsthafte Erkrankung frühzeitig zu erkennen bzw. auszuschließen und die optimale Behandlungsmethode wählen zu können, sollten Sie bei geschwollenen, harten und/oder schmerzhaften Lymphknoten in der Leiste ärztlichen Rat einholen.

Hüftgelenksarthrose – Symptome und Ursachen

Eine Arthrose des Hüftgelenks, medizinisch Coxarthrose oder Koxarthrose genannt, kann ebenfalls Auslöser für Schmerzen in der Leistengegend sein. Der Begriff Hüftarthrose setzt sich zusammen aus den lateinischen Wörtern „Coxa“ für Hüfte und „Arthron“ für Gelenk sowie der Endung „-ose“, was in der Medizin für eine Rückbildung oder einen Verfall von Zellen, Geweben oder Organen steht. Hüftgelenksarthrose bedeutet also so viel wie Rückbildung oder Verfall des Hüftgelenks.

Ursache dafür ist Abnutzung durch Belastung in Kombination mit dem natürlichen Alterungsprozess. Ob und wann daraus eine Hüftgelenksarthrose entsteht, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Übergewicht, Über- oder Fehlbelastung, ein Beckenschiefstand, Hochleistungssport, die Ernährung und eventuelle Schädigungen des Hüftgelenks im Vorfeld (z.B. durch Gicht oder rheumatisches Fieber) können einzeln oder in Kombination zu einer Arthrose führen.

Diese verläuft in verschiedenen Phasen. Zunächst wird der Knorpel in der Hauptbelastungszone des Gelenks geschädigt und immer weiter abgeschliffen, bis schließlich der Knorpel vollständig verschwindet und Knochen auf Knochen reibt. In der Folge bilden sich Knochenwucherungen (Osteophyten), Gelenk und Pfanne passen nicht mehr ineinander, was zu Verformungen führt. Schreitet die Arthrose noch weiter fort, verändert sich die Beschaffenheit des Knochens. An den betroffenen Stellen bilden sich häufig Zysten. Eine bestimmte Membran der Gelenkkapsel (Synovialmembran) wird als Reaktion auf den Abrieb im Gelenk häufig dicker und entzündet sich schließlich, was meist mit Schmerzen einhergeht. Dieses Stadium der Arthrose wird „aktivierte Arthrose“ genannt. Im Endstadium des Prozesses verformen sich die Gelenke immer stärker, sodass sie steif und unbeweglich werden.

Symptome einer Hüftgelenksarthrose sind Anlaufschmerzen und Steifigkeitsgefühl, in späteren Stadien auch Belastungs- und Ruheschmerzen. Die Schmerzen können zum Teil in den Oberschenkel und auch die Leistenregion ausstrahlen, beispielsweise beim Treppensteigen.

Hüftschmerzen, zum Beispiel durch Arthrose verursacht, können in die Leistengegend ausstrahlen. (Bild: peterschreiber.media/fotolia.com)

Harnsteine – Symptome und Ursachen

Harnsteine stellen eine weitere mögliche Ursache für Leistenschmerzen dar. Als Harnsteine bezeichnet man die Bildung von Steinen in den Nieren, den Harnleitern oder der Blase, entsprechend können Nierensteine, Harnleitersteine oder Blasensteine auftreten.

Rund fünf Prozent der Bevölkerung leiden mindestens einmal in ihrem Leben an Harnsteinen. Die Erkrankung betrifft Männer doppelt so häufig wie Frauen. Zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr treten Beschwerden durch Harnsteine besonders oft auf. Die Steine können sich aus unterschiedlichen Stoffen bilden: Dabei sind calciumhaltige Steine (aus Calciumoxalat oder Calciumphosphat) am häufigsten vertreten, gefolgt von Harnsäuresteinen, Steinen aus Magnesiumammoniumphoshat, Cystinsteinen und Xanthinsteinen.

Die Ursachen von Harnsteinen sind je nach Art und Lage des Steins verschieden. Bei Blasensteinen liegen die Ursachen meist in Entleerungsstörungen. Bei Nieren- und Harnleitersteinen liegen dagegen oftmals Stoffwechselstörungen, erbliche Veranlagung sowie ungünstige Ernährungsgewohnheiten zugrunde. Wiederholte bakterielle Infektionen, eine zu geringe Trinkmenge, zu eiweiß- und fettreiche Ernährung, Übergewicht, Störungen des Calciumstoffwechsels (etwa bei einer Überfunktion der Nebenschilddrüse) und des Harnsäurestoffwechsels (etwa bei Gicht) sind einige der Faktoren, die zur Entstehung von Harnsteinen führen oder beitragen können.

Harnsteine können längere Zeit bestehen, ohne Symptome zu verursachen. Selbst große Nierensteine können lange nur einen leichten, teils von Betroffenen sogar unbemerkten Dauerschmerz hervorrufen. Zu stärkeren Schmerzen kommt es oft erst dann, wenn ein Stein sich löst und in den ableitenden Harnwegen eingeklemmt wird. So wird der Abfluss des Urins be- oder sogar gänzlich verhindert. Es entstehen oft heftigste, krampfartige Kolikschmerzen, die anfallsweise auftreten. Sitzt der Stein im oberen Bereich des Harnleiters oder in der Niere, strahlen die Schmerzen meist eher in den Rücken aus. Sitzt der Stein hingegen weiter unten im Harnleiter, können die Schmerzen bis in Hoden, Schamlippen oder allgemein in die Leistengegend ausstrahlen. Grundsätzlich können jedoch alle Harnsteine Leistenschmerzen verursachen, sodass bei unklaren Beschwerden in der Leiste diese Ursache berücksichtigt werden sollte.

Da unbehandelte Harnsteine zum Teil zu schweren Folgeerkrankungen führen können (bei Nierensteinen droht beispielsweise der dauerhafte Verlust der Nierenfunktion), sollte beim geringsten Verdacht auf Harnsteine oder bei bekannter erblicher Vorbelastung eine entsprechende diagnostische Abklärung erfolgen.

Achtung: Eine Harnsteinkolik sollte immer als Notfall behandelt werden, denn sie birgt das Risiko ernster, schlimmstenfalls tödlicher Komplikationen. Treten heftigste, eventuell in andere Bereiche ausstrahlende Schmerzen in der Flankengegend auf, eventuell begleitet von Symptomen wie Fieber und Schüttelfrost oder Blut im Urin, und ist das Harnlassen stark behindert oder überhaupt nicht mehr möglich, sollten Sie sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben. Suchen Sie Ihre hausärztliche Praxis oder eine Notaufnahme auf oder fordern Sie telefonisch unter 112 Hilfe an. Schildern Sie Ihre Beschwerden und den Verdacht auf eine Harnsteinkolik und machen Sie die Dringlichkeit deutlich.

Weitere Ursachen

Darüber hinaus können auch Verschleißerscheinungen an der Lendenwirbelsäule (z.B. Wirbelbrüche aufgrund von Osteoporose), ein Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule oder Entzündungen beziehungsweise Erkrankungen der Hoden starke Leistenschmerzen hervorrufen. Bei Frauen kommt es manchmal im Zuge der Periode zu einem Ziehen in der Leistengegend. Alle im Überblick am Anfang des Artikels genannten Ursachen und viele weitere können Auslöser von Leistenschmerzen sein. Manche sind eher harmlos oder nicht behandlungsbedürftig, andere stellen einen Notfall mit sofortigem Behandlungsbedarf dar. Daher empfiehlt es sich, bei unklaren Leistenschmerzen möglichst bald fachkundigen Rat einzuholen.

Diagnose

Aufgrund der Vielfalt möglicher Ursachen spielt bei Leistenschmerzen die Krankengeschichte (Anamnese) des Patienten eine zentrale Rolle. Dabei wird der Arzt bzw. die Ärztin zunächst Fragen zur Schmerzlokalisation stellen: Wo treten die Schmerzen auf, und strahlen sie in andere Regionen aus? Die Schmerzdauer wird ebenfalls abgefragt: Seit wann bestehen die Schmerzen? War der Schmerzbeginn plötzlich oder allmählich? Besteht der Schmerz dauerhaft oder gibt es schmerzlose Phasen, bevor er erneut auftritt? Außerdem wird auf den Schmerzcharakter eingegangen: Tritt der Schmerz nur bei Belastung auf? Zu welcher Tages- und Nachtzeit?

Weitere wichtige Fragen zur Abklärung sind beispielsweise, unter welchen Umständen die Schmerzen zuerst aufgetreten sind: Haben Betroffene vor dem Auftreten der Beschwerden schwer getragen oder gehoben? Sind die Probleme während oder kurz nach sportlicher Betätigung aufgetreten? Veränderungen wie Schwellungen, Muskelrückgang, Bewegungseinschränkung, lindernde oder verstärkende Faktoren, sonstige Symptome (z.B. Kribbeln in den Beinen, Fieber) sowie Medikamenteneinnahme können ebenfalls wichtige Hinweise geben.

Bei der Untersuchung der Leistengegend wird auch die Beweglichkeit geprüft. (Bild: highwaystarz/fotolia.com)

Durch gründliche Beobachtung und Abtasten wird der Arzt/die Ärztin die Leistenregion untersuchen. Dabei werden etwa die Beweglichkeit und die Funktion der Muskulatur überprüft. Zusätzlich wird auf Faktoren wie Schwellungen, Rötung und Hitze geachtet, da diese in vielen Fällen bereits entscheidende Hinweise für die richtige Diagnose liefern (z.B. bei Leistenbrüchen oder Hodenerkrankungen). Ist die Diagnose weiterhin unklar, können diagnostische Verfahren wie zum Beispiel Ultraschall, Röntgen, Magnetresonanztomografie (MRT), Computertomografie (CT) oder Blutuntersuchungen zum Einsatz kommen.

Diagnose eines Leistenbruchs

Liegt bei Leistenschmerzen der Verdacht auf einen Leistenbruch nahe, wird zunächst geprüft, ob Schwellungen sichtbar bzw. tastbar sind, ob sich eine Vorwölbung nach innen drücken lässt und ob sie beim Husten hervortritt. Lautet die Diagnose Leistenbruch, wird der Arzt/die Ärztin zusätzlich klären, ob es sich um einen eingeklemmten Bruch handelt. Ist die Schwellung sehr schmerzhaft, stark berührungsempfindlich und/oder auffällig gerötet, besteht ein großes Risiko, dass der Bruch bereits ein kritisches Stadium erreicht hat. In diesem Fall ist eine sofortige Operation erforderlich. Doch auch, wenn keine Komplikationen vorliegen, sollte man die Operation nicht „auf die lange Bank schieben“, da jederzeit Komplikationen auftreten können.

Lässt sich ein Leistenbruch nicht klar diagnostizieren oder wird eine andere Erkrankung als Ursache für die Leistenschmerzen vermutet, hilft in vielen Fällen eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) weiter, um vor allem auch die schmerzlosen Varianten eines Leistenbruchs erkennen zu können. Zudem werden häufig Analysen der Blut- und Urinwerte herangezogen und in Einzelfällen auch bildgebende Verfahren wie zum Beispiel die Magnetresonanztomografie (MRT) oder die Computertomografie (CT) eingesetzt.

Diagnose von Verletzungen

Bei Verdacht auf eine Sehnenentzündung (Tendopathie) fragt der Arzt/die Ärztin insbesondere ab, ob die Schmerzen erstmals nach ungewohnter oder besonders anstrengender sportlicher Betätigung aufgetreten sind und ob sie vor allem zu Beginn körperlicher Bewegung bestehen und dann abnehmen. Bei der Untersuchung wird speziell auf eine tastbare Verdickung und andere Auffälligkeiten der Sehnen wie Reiben des Sehnenleitgewebes, Druckschmerz und Überwärmung (möglicher Hinweis auf eine Entzündung) geachtet.

Liegt der Verdacht auf eine Muskelzerrung oder einen Muskelriss vor, wird bei der Untersuchung erfragt, ob die Leistenschmerzen zum ersten Mal bei einer schnellen, kräftigen Bewegung aufgetreten sind, zum Beispiel beim Sport nach ungenügendem Aufwärmen. Zusätzlich kann die Art der Schmerzen (krampfartig, schnell stärker werdend bei einer Zerrung; plötzlich, stechend bei einem Riss) wichtige Hinweise liefern. Beim Muskelriss kann zusätzlich eventuell ein Bluterguss (Hämatom) an der betroffenen Stelle vorhanden sein. Möglicherweise lässt sich auch eine Unterbrechung im Muskelverlauf ertasten. Eine Sonografie (Ultraschall) schafft bei Verdacht auf eine Muskelzerrung oder einen Muskelriss Klarheit.

Lymphknotenschwellung Diagnose

Liegt als Ursache der Leistenschmerzen eine Lymphknotenschwellung vor, so stellt der Arzt/die Ärztin die Diagnose hier zumeist klinisch, also unter Einbeziehung sämtlicher Beschwerden, durch die genaue Betrachtung und Untersuchung des Patienten in Kombination mit der Krankengeschichte. In einigen Fällen können für die Diagnosestellung umfassendere Untersuchungen notwendig werden, vor allem, wenn klare Symptome fehlen. Hier werden häufig Gewebeproben aus dem vergrößerten Lymphknoten untersucht. Gelegentlich wird auch ein Lymphknoten entfernt, um im Labor weitere Untersuchungen durchführen zu können.

Hüftgelenksarthrose Diagnose

Um eine Hüftgelenksarthrose zu diagnostizieren, wird bei der Untersuchung geprüft, ob eine Fehlstellung oder Verformung (Deformierung) des Gelenks vorliegt und ob das Gelenk dicker ist als gewöhnlich. Außerdem wird die Beweglichkeit getestet. Ein eingeschränkter Bewegungsumfang kann ein Zeichen für eine Arthrose sein. Auch Reibegeräusche deuten auf eine verstärkte Abnutzung hin. Bei aufgelegter Hand sind diese Geräusche häufig sogar spürbar. Mithilfe einer Röntgenaufnahme kann die Diagnose abschließend gestellt und das genaue Ausmaß der Erkrankung sichtbar gemacht werden.

Diagnose von Harnsteinen

Für die Diagnose von Harnsteinen wird zunächst erfragt, ob in der Vergangenheit bereits Harnsteine aufgetreten sind. Weitere wichtige Informationen sind, ob nahe Verwandte an Harnsteinen leiden, ob häufigere Harnwegsinfektionen vorliegen und wie die Ernährung beschaffen ist. Durch Tasten und vorsichtiges Abklopfen können Nierenschmerzen, der (Füll-)Zustand der Harnblase sowie Schwellungen in den Harnwegen festgestellt werden. Eine Urinuntersuchung gibt Aufschluss über Blut im Urin und gegebenenfalls im Urin abgelagerte Kristalle, die die Grundlage von Harnsteinen bilden können. Auch ein Nachweis von Infektionen ist über die Urinanalyse möglich. Eine Blutuntersuchung kann Hinweise auf eine mögliche Schädigung der Niere geben. Zusätzlich lässt sie Rückschlüsse auf Stoffwechselerkrankungen oder ernährungsbedingte Probleme zu, die zu Steinleiden führen können. Durch die Sonografie (Ultraschall) und/oder eine Röntgenaufnahme oder Computertomografie können bestehende Steine sichtbar gemacht werden.

Eine Urinuntersuchung im Labor kann bei der Diagnose von Harnsteinen hilfreiche Hinweise liefern. (Bild: Gerhard Seybert/fotolia.com)

Werden Harnsteine bei Ihnen festgestellt, sollten Sie nachfragen, ob es notwendig ist, Ihren Urin zu sieben und sowohl den Urin als auch die ausgesiebten Bestandteile eine Zeitlang zu sammeln. Beides kann durch Laboruntersuchungen Aufschluss über die Art der Steine und damit über die zugrundeliegenden Ursachen geben.

Therapie der Leistenschmerzen

Abhängig von der Ursache kommen ganz verschiedene Therapieformen zum Einsatz.

Leistenbruch-Therapie

Während einige Schwellungen von selbst wieder verschwinden, bildet sich ein Leistenbruch im Regelfall nicht von selbst zurück, sodass die übliche Vorgehensweise in einer Operation besteht. Bei dieser wird das verlagerte Bauchraumgewebe wieder in die richtige Position gebracht und die entstandene Bruchpforte durch spezielle Nähtechniken oder ein Kunststoffnetz geschlossen, um erneute Brüche zu vermeiden. Der Eingriff kann offen oder minimal-invasiv erfolgen. Prinzipiell kann jeder Leistenbruch mit jeder Technik operiert werden; welche Methode im Einzelfall angewendet wird, hängt von Faktoren wie zum Beispiel dem Alter der Betroffenen oder der Größe der Bruchpforte ab. Der größte Teil der operierten Leistenbrüche heilt ohne Komplikationen aus.

Behandlung von Verletzungen

Auch hier gilt, dass bei unklaren Leistenschmerzen vor Behandlungsbeginn auf jeden Fall ärztlicher Rat eingeholt werden sollte. Die Behandlung richtet sich dann nach der genauen Diagnose.

Beschwerden in der Leiste aufgrund einer Überlastung, zum Beispiel durch Sport, erfordern in der Regel eine konsequente Ruhigstellung beziehungsweise eine Trainingspause, was häufig bereits eine schnelle Besserung der Beschwerden bringt. In manchen Fällen wird auch über einen kurzen Zeitraum ein entzündungshemmendes Schmerzmittel verordnet. Eine physikalische Therapie in Form von Übungen zur Muskelkräftigung und -dehnung sowie Maßnahmen wie Elektrotherapie oder eine Behandlung mit Ultraschall können ebenfalls zum Einsatz kommen.

Lymphknotenschwellung Behandlung

Welche Behandlung angezeigt ist, entscheidet der Arzt oder die Ärztin anhand der individuell vorliegenden Ursache. Liegt den Leistenschmerzen eine Schwellung der Lymphknoten durch eine Entzündung zugrunde, wird üblicherweise die Ruhigstellung der Leistengegend empfohlen und je nach Fall mit Medikamenten wie zum Beispiel Antibiotika behandelt. Unter Umständen ist auch ein chirurgischer Eingriff notwendig, zum Beispiel bei vereiterten Lymphknoten.

Therapie der Hüftgelenksarthrose

Die konservative Therapie einer Hüftgelenksarthrose hängt vom Stadium der Erkrankung und den genauen Ursachen ab.

In der schulmedizinischen Behandlung kommen meist Medikamente zum Einsatz, die die Entzündung hemmen und die Schmerzen stillen. Durch Orthopädietechnik können einige Ursachen der Arthrose ausgeschaltet werden, um ein Fortschreiten zu verhindern: Liegen beispielsweise Fehlstellungen und/oder Fehlbelastung des Hüftgelenks der Arthrose zugrunde, sind diese so gut wie möglich zu beheben. Hier muss ein erfahrener Therapeut, zum Beispiel ein Orthopäde, individuell die richtigen Maßnahmen einleiten (z.B. Einlagen, Physiotherapie).

Wärme- oder Kälteanwendungen sowie zum Teil Hyaluronspritzen werden in der Schulmedizin ebenfalls angewandt beziehungsweise verordnet.

Schulmedizinische und naturheilkundliche Therapien können bei einer Hüftgelenksarthrose oft sehr gut Hand in Hand gehen. Wenn die Ursachen der Arthrose behoben werden und eine Kombination der beschriebenen Maßnahmen zum Einsatz kommt, kann das Fortschreiten des Knorpelschwunds häufig aufgehalten werden. Einmal zerstörter Knorpel kann damit aber nicht wieder aufgebaut werden.

Ist bereits ein stark fortgeschrittenes Stadium der Hüftgelenksarthrose erreicht, kommt oft nur noch eine Operation in Frage, bei der das Gelenk entfernt und durch ein künstliches ersetzt wird. 2010 wurden in Deutschland mehr als 200.000 Hüftgelenke implantiert. Meist sind die Ergebnisse einer solchen Operation sehr gut. Die Haltbarkeitsdauer der künstlichen Gelenke beträgt circa 15 Jahre.

Behandlung von Harnsteinen

Im Fall einer akuten Nieren- oder sonstigen Harnsteinkolik hat die Bekämpfung der heftigen Schmerzen oberste Priorität. Durch Schmerzmittel und krampflösende Medikamente können die schlimmsten Schmerzen in der Regel schnell gelindert werden. Besteht der Verdacht auf eine Infektion der Harnwege, wird zusätzlich ein Antibiotikum gegeben.

Anschließend wird versucht, die „spontane“ Ausscheidung des Harnsteins zu erreichen. Durch eine stark erhöhte Flüssigkeitszufuhr (bis zu vier Liter Wasser pro Tag) sowie Bewegung in Form von Treppensteigen oder Hüpfen gelingt dies in etwa 80 Prozent der Fälle. Ist der Stein dafür zu groß, wird je nach Lage, Größe und Beschaffenheit gegebenenfalls eine Entfernung mit Hilfe verschiedener operativer Methoden vorgenommen. In vielen Fällen kommen auch Stoßwellen zum Einsatz, die den Stein zertrümmern (sogenannte Stoßwellenlithotripsie, zum Beispiel durch gebündelte Ultraschallwellen). Manche Harnsteine können medikamentös aufgelöst werden.

Die Stoßwellenlithotripsie ist eine mögliche Behandlungsmethode bei Nierensteinen. (Bild: bilderzwerg/fotolia.com)

Naturheilkunde

Ob und wie die Naturheilkunde beziehungsweise alternativmedizinische Behandlungsmethoden bei Leistenschmerzen zum Einsatz kommen können, hängt stark von der jeweiligen Ursache ab. Lassen Sie die Beschwerden daher zunächst einmal medizinisch abklären und fragen Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin gezielt, ob es in Ihrem Fall neben der konventionellen, schulmedizinischen Behandlung oder begleitend dazu Möglichkeiten für den Einsatz von naturheilkundlichen oder sonstigen Therapien gibt.

Möglichkeiten der Naturheilkunde und sonstige Therapiemöglichkeiten beim Leistenbruch

Ist es erst einmal zu einem Leistenbruch gekommen, kann man mit naturheilkundlichen Methoden leider nichts mehr ausrichten. Ein bestehender Leistenbruch muss auf konventionelle, schulmedizinische Art behandelt werden (wie unter „Behandlung“ beschrieben). Entsprechend wichtig ist es daher, einem Leistenbruch so gut wie möglich vorzubeugen.

Bleiben nach einem schulmedizinisch behandelten Leistenbruch Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen zurück, die nicht konventionell behandelt werden können oder müssen, können zum Beispiel die Osteopathie, die Homöopathie, die TENS-Methode (Transkutane Elektrische Nervenstimulation), Akupunktur, Akupressur, Massagen oder Wärmeanwendungen oder eine Kombination mehrerer Methoden Abhilfe schaffen. Besprechen Sie Ihren individuellen Fall und die beste Behandlungsmöglichkeit am besten mit einem erfahrenen naturheilkundlichen Therapeuten.

Naturheilkundliche und sonstige Behandlung von Verletzungen

Auch bei Verletzungen im Leistenbereich sollte die Prävention oberste Priorität haben. Sind Verletzungen trotz aller Vorsicht passiert, sollte die genaue Art der Verletzung zunächst ärztlich abgeklärt und wenn nötig konventionell behandelt werden. Naturheilkundliche oder weitere Methoden wie beispielsweise Homöopathie können nach ärztlicher Rücksprache bei einigen Verletzungen unterstützend zum Einsatz kommen. So kann zum Beispiel das homöopathische Mittel Arnica dabei helfen, durch Verletzungen wie Prellungen oder Zerrungen entstandene Blutergüsse (Hämatome) im Gewebe gering zu halten oder schneller aufzulösen.

Sofern Überlastung der Auslöser von Leistenschmerzen ist und nachweislich keine ernsthafte Verletzung vorliegt, bieten die Naturheilkunde und weitere Therapieformen vielfältige Behandlungsoptionen, die alternativ oder ergänzend zu den klassischen schulmedizinischen Therapiemöglichkeiten angewendet werden können.

Dazu gehört beispielsweise die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS), bei der über ein Gerät elektrische Impulse erzeugt und durch die Haut auf die Nerven übertragen werden. Dies soll die körpereigenen, schmerzhemmenden Systeme anregen und das gereizte Nervensystem beruhigen. Durch diese Therapie verlieren die Schmerzen nach Aussage vieler Betroffener an Intensität. Zumeist werden weniger Medikamente zur Behandlung benötigt, wobei die Methode praktisch ohne das Risiko von Nebenwirkungen eingesetzt werden kann. In Einzelfällen wurden leichte Hautreizungen beobachtet; weitere Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

Neben der TENS-Methode gehören bei Leistenschmerzen durch Überlastung auch Kälte- beziehungsweise Kryotherapie in der akuten Phase sowie anschließende Wärmetherapien zum Beispiel mit Heizkissen, Fango- oder Moorpackungen und verschiedene Formen der Wassertherapie zu häufigen Therapiemaßnahmen. Des Weiteren finden auch Akupunktur und Laserbehandlungen Anwendung sowie eine Reihe pflanzlicher Medikamente, welche eine wirksame Alternative zu herkömmlichen Schmerzmitteln bieten. Hierzu zählen beispielsweise das Schüßlersalz Nr.7 (Magnesium phosphoricum), das schnell bei kolikartigen Schmerzen hilft, aber auch homöopathische Komplexmittel wie Zeel in Tablettenform oder Traumeel als Tabletten, Tropfen, Salbe oder Gel.

Auch die Osteopathie bietet in vielen Fällen Hilfe bei Leistenschmerzen durch Überlastung. Dabei werden die Beschwerden nicht – wie in der Schulmedizin häufig üblich – isoliert betrachtet und lediglich deren Symptome bekämpft. Stattdessen wird der Mensch als Einheit von Körper, Geist und Seele betrachtet und entsprechend ganzheitlich behandelt. Im Mittelpunkt der Osteopathie stehen das Aufspüren von Bewegungseinschränkungen und die Wiederherstellung der vollen Beweglichkeit beziehungsweise Bewegungsfreiheit. Ein Osteopath/eine Osteopathin wird dementsprechend versuchen, vorliegende Bewegungseinschränkungen zu finden und dann manuell, das heißt mit den Händen, zu behandeln und aufzulösen.

Bleiben nach konventionell schulmedizinisch behandelten Verletzungen Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen zurück, kann die Osteopathie meist ebenfalls helfen oder zumindest Erleichterung verschaffen. Dies gilt auch für Homöopathie und die weiteren oben beschriebenen naturheilkundlichen und sonstigen Möglichkeiten zur Behandlung von Leistenschmerzen durch Überlastung.

Welche Methode am besten hilft oder ob eine Kombination mehrerer Behandlungsmöglichkeiten sinnvoll ist, ist von Fall zu Fall verschieden. Hier muss jede/r Betroffene für sich den besten Weg herausfinden – mit Unterstützung erfahrener naturheilkundlicher Therapeut*innen.

Naturheilkundliche Behandlungsmöglichkeiten bei Lymphknotenschwellung

Sind bei Leistenschmerzen aufgrund von Lymphknotenschwellungen nach sorgfältiger Abklärung keine schulmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten möglich oder notwendig, kann je nach Ursache eine vollständige oder begleitende naturheilkundliche und/oder eine Behandlung mit weiteren Heilmethoden erfolgen. Dabei ist beispielsweise an eine grundsätzliche Entgiftung des Körpers einerseits sowie eine Stärkung des Immunsystems andererseits zu denken. Auch eine Ernährungsumstellung kann sinnvoll sein. Homöopathische Mittel können unterstützend zum Einsatz kommen.

Da es viele mögliche Auslöser von Lymphknotenschwellungen gibt, sollten Sie sich fachkundige Unterstützung bei einem Heilpraktiker oder einer Heilpraktikerin suchen, um einen auf Ihren individuellen Fall zugeschnittenen Behandlungsfahrplan auszuarbeiten.

Hüftgelenksarthrose naturheilkundlich behandeln

Sofern Übergewicht besteht, sollte dieses möglichst abgebaut werden, weil jedes Kilo zu viel die Gelenke unnötig belastet.

Besonders zu Beginn ist es wichtig, das Gelenk viel zu bewegen, dabei jedoch wenig zu belasten. Wenn man das Gelenk zu sehr schont, schreitet die Arthrose schneller voran. Bewegung fördert den Erhalt beziehungsweise Aufbau der stützenden Muskulatur und die Versorgung des Knorpels mit Nährstoffen. Schwimmen und Radfahren sind gut geeignete Sportarten, um das Fortschreiten der Arthrose zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen.

Radfahren oder Schwimmen können helfen, eine Hüftgelenksarthrose aufzuhalten. (Bild: Syda Productions/fotolia.com)

Weiterhin empfiehlt es sich, die meist verspannte Muskulatur um das betroffene Gelenk durch Massagen oder manualtherapeutische Mobilisation wieder schmerzfrei und beweglich zu machen. Übungen mit einer Faszienrolle sowie spezielle Dehnübungen können ebenfalls hilfreich sein. Osteopathie verspricht in vielen Fällen eine Verbesserung oder zumindest Linderung der Symptome.

Auch Wärmeanwendungen, zum Beispiel in Form von durchblutungsfördernden Salben, tragen zur Entspannung der umgebenden Muskulatur bei und werden von Betroffenen oft als angenehm empfunden. Sollte die Arthrose jedoch bereits aktiviert sein, also eine Entzündung im Gelenk vorliegen, ist statt Wärme Kühlung notwendig.

Akupunktur oder intrakutanes Quaddeln sowie basische Bäder oder Umschläge können bei Beschwerden durch eine Hüftgelenksarthrose zusätzlich unterstützen.

Spezielle Knorpel erhaltende Präparate können als Nahrungsergänzung eingenommen werden. Sie enthalten meist eine Kombination der Vitamine C und E sowie zum Beispiel Hyaluronsäure, Chondroitinsulfat, Glucosamin und Kollagen. Die Wirkung dieser Präparate ist jedoch umstritten.

Um ein weiteres Voranschreiten der Hüftgelenksarthrose zu vermeiden und die vorhandenen Beschwerden bestmöglich zu lindern, empfiehlt sich eine Kombination von konventioneller Behandlung und naturheilkundlichen und weiteren Therapieformen. Was in Ihrem Fall den optimalen Behandlungsplan darstellt, besprechen Sie am besten mit Ihrem behandelnden Arzt und/oder Heilpraktiker.

Naturheilkunde und sonstige Behandlungsmöglichkeiten bei Harnsteinen

Im Rahmen der physikalischen Therapie können heiße, feuchte Anwendungen hilfreich sein, beispielsweise ein heißes Bad oder Fußbad. Zur Schmerzlinderung und Entkrampfung kann ein Heublumensack eingesetzt werden, der circa zwanzig Minuten lang in Wasserdampf befeuchtet und erwärmt wird und anschließend abgedeckt für etwa eine Stunde auf die Nierengegend gelegt werden soll.

In der Phytotherapie kommen pflanzliche Wirkstoffe zum Einsatz, um die Nieren und die Harnwege gründlich durchzuspülen, den Harn zu verdünnen und die Ausscheidung von Harnsteinen zu unterstützen. Hierzu eignen sich zum Beispiel Goldrute, Birke, Orthosiphon und Petersilie. Es gibt fertige Tropfen und Tees mit dieser Wirkstoffkombination zu kaufen, etwa Infi-Orthosiphonis® Tropfen oder Hevert® Blasen-Nieren-Tee N.

Trinkkuren mit Nierentee, beispielsweise mit sogenannten Wasserstößen, haben sich traditionell ebenfalls bewährt, um die Ausscheidung von Harnsteinen zu unterstützen. Dazu trinkt man zwei Wochen lang jeden Morgen in einem Zeitraum von 15 Minuten 1,5 Liter Tee, danach insgesamt weitere drei Liter über den restlichen Tag verteilt.

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) empfiehlt bei Harnsteinen unter anderem den Einsatz von Akupunktur an bestimmten Punkten, die beispielsweise die Funktion der Niere und Blase positiv beeinflussen sollen.

Homöopathische Mittel können unterstützend sowohl im Akutfall als auch im Rahmen der konstitutionellen Behandlung zur Vorbeugung einer erneuten Harnsteinbildung eingesetzt werden. Als Akutmittel haben sich zum Beispiel Berberis, Acidum benzoicum oder Colocynthis bewährt, konstitutionell unter anderem Calcium carbonicum, Cantharis, Lachesis, Lycopodium oder Nux Vomica. Als Komplexmittel gibt es beispielsweise Spascupreel® Injektionslösung sowie Zäpfchen zur unterstützenden Behandlung akuter Beschwerden. Die hier genannten homöopathischen Mittel stellen lediglich eine kleine Auswahl dar. Die richtige Wahl eines Mittels bezieht den gesamten Menschen mit ein, niemals nur ein einziges Symptom. Daher gehört die Mittelwahl in die Hände erfahrener Behandler*innen.

Achtung: Ein akuter Fall von Harnsteinen gehört zunächst immer in schulmedizinische Hände, um mögliche Komplikationen auszuschließen. Im nächsten Schritt können Sie im Gespräch mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin klären, welche naturheilkundlichen oder sonstigen Behandlungsmöglichkeiten bei Ihnen hilfreich sein könnten.

Prävention

Entsprechend den verschiedenen möglichen Ursachen der Leistenschmerzen kommen auch sehr unterschiedliche Maßnahmen zur Prävention der Beschwerden in Betracht.

Prävention eines Leistenbruchs

Einem Leistenbruch lässt sich in gewissem Rahmen effektiv vorbeugen, indem Übergewicht vermieden, auf das Rauchen verzichtet und ein regelmäßiges Training der Bauchmuskeln absolviert wird. Hintergrund: Übergewicht erhöht den Druck auf die Bauchwand, Rauchen kann zu vermehrtem Husten führen, was wiederum einen Leistenbruch auslösen kann. Eine Stärkung der Bauchmuskeln unterstützt das Bindegewebe in diesem Bereich und kann so helfen, einem Leistenbruch vorzubeugen.

Darüber hinaus ist es empfehlenswert, auf das Heben schwerer Lasten zu verzichten. Dies gilt insbesondere für Personen mit einem genetisch bedingten schwachen Bindegewebe, da der zusätzliche Druck auf die Bauchwand das Risiko für einen Leistenbruch erhöht. Daher ist auch nach einer Leistenbruch-Operation besondere Vorsicht geboten – hier sollte mindestens drei bis sechs Monate auf schweres Heben verzichtet werden, um einem erneuten Leistenbruch vorzubeugen.

Da Leistenbrüche nicht in jedem Fall schmerzhaft sind, empfiehlt es sich außerdem gerade bei Kindern, die Vorsorgetermine unbedingt einzuhalten oder auch im Falle von plötzlich auftretenden Schmerzen im Leistenbereich sofort einen Arzt aufzusuchen, selbst wenn sich bei der letzten Vorsorgeuntersuchung keine Auffälligkeiten gezeigt haben.

Eine gesunde, ballaststoffreiche Ernährung kann dabei helfen, einem Leistenbruch vorzubeugen. (Bild: Marilyn Barbone/fotolia.com)

Indem Sie Ihre Darmtätigkeit anregen, können Sie ebenfalls aktiv dazu beitragen, sich vor einem Leistenbruch zu schützen. Denn übermäßiges Pressen beim Stuhlgang durch Verstopfung kann ausreichen, um einen Leistenbruch auszulösen. Gesunde, ballaststoffreiche Ernährung, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie regelmäßige Bewegung helfen, Verstopfung vorzubeugen. Dabei sollten die Bewegungen beim Sport jedoch kontrolliert und harmonisch ausgeführt werden und die Intensität des Trainings ist individuell abzustimmen. Eine Überlastung des Körpers ist unbedingt zu vermeiden. Deshalb empfiehlt es sich, einige Übungsstunden mit einem erfahrenen Trainer zu absolvieren, der einen Trainingsplan erstellen und Anleitung für die korrekte Ausführung der Bewegungsabläufe geben kann.

Verletzungen vorbeugen

Verletzungen im Bereich der Leiste kann man in einem gewissen Rahmen effektiv vorbeugen. Um eine Muskelzerrung oder einen Muskelriss zu vermeiden, sollte man sich vor sportlichen Aktivitäten immer gut aufwärmen und auch spezielle Dehnübungen für den Leistenbereich in das Aufwärmprogramm mit einbeziehen.

Um eine Sehnenentzündung gar nicht erst entstehen zu lassen, sollte man den Körper nicht durch zu viel oder zu hartes Training überlasten, sondern das Sportprogramm dem individuellen Fitnesszustand anpassen und es nur langsam steigern.

Bei anstrengenden oder selten durchgeführten Alltagstätigkeiten, wie etwa bestimmten Gartenarbeiten, gilt das Gleiche: Es langsam angehen lassen, sich nicht überlasten und vorab ebenfalls einige leichte Aufwärm- und Dehnübungen ausführen. Mit steigendem Alter gilt dies umso mehr, da das Verletzungsrisiko mit dem Alter zunimmt.

Prävention von Lymphknotenschwellungen

Eine Lymphknotenschwellung an sich ist keine Krankheit, sie kann jedoch ein Symptom verschiedener Krankheitsbilder sein. Ein Anschwellen der Lymphknoten zeigt normalerweise an, dass eine Immunabwehr im Körper stattfindet, was zunächst einmal eine gute und sinnvolle Reaktion ist. Insofern richtet sich die Prävention in diesem Fall nicht gegen eine Schwellung der Lymphknoten, sondern gegen mögliche verursachende Krankheiten. Da diese sehr vielfältig sind, können wir hierzu leider keine allgemeinen Ratschläge geben. Hier gilt es, die genaue Ursache der Lymphknotenschwellung herauszufinden. Erst dann kann Ihnen Ihr Arzt oder ihre Ärztin beziehungsweise ein/e naturheilkundliche/r Therapeut/in erklären, ob und wie man sich gegen ein erneutes Auftreten der Krankheitsursache wappnen kann.

Vorbeugungsmaßnahmen bei Hüftgelenksarthrose

Einer Hüftgelenksarthrose lässt sich am besten mit regelmäßiger Bewegung vorbeugen. Bei den gewählten Sportarten sollte jedoch darauf geachtet werden, dass keine große Belastung auf das Hüftgelenk ausgeübt wird. Geeignete Sportarten sind zum Beispiel Radfahren, Skilanglauf oder Schwimmen.

Eine Fehlbelastung des Hüftgelenks bei sportlichen oder beruflichen Aktivitäten sollte ebenso vermieden werden wie Übergewicht. Eine ausgewogene Ernährung kann darüber hinaus dazu beitragen, den Knorpel gesund zu halten und so einer Arthrose vorzubeugen.

Probleme wie ein Beckenschiefstand, X- oder O-Beine sowie Beinlängenunterschiede sollten frühzeitig erkannt und durch Osteopathie, spezielle Physiotherapie oder Einlagen so gut wie möglich behoben werden, um eine daraus resultierende Hüftgelenksarthrose von vornherein zu vermeiden.

Vorbeugung von Harnsteinen

Bei der Prävention von Harnsteinen hängt es stark von der genauen Ursache ab, ob und wie man einer Neubildung vorbeugen kann. Grundsätzlich empfiehlt sich eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr von bis zu drei Litern pro Tag (Vorsicht: bei bestehender Herzinsuffizienz bitte den behandelnden Arzt/die behandelnde Ärztin zu Rate ziehen), bevorzugt durch Wasser und/oder ungesüßten Früchte- oder Kräutertee. Dabei sollte auch abends noch reichlich Flüssigkeit zugeführt werden. Zusätzlich kann die Einnahme eines Basenpulvers oder das Trinken von basenbildenden Tees helfen, Harnsteinen vorzubeugen. Hoch dosiertes, synthetisches Vitamin C (Ascorbinsäure) als Nahrungsergänzungsmittel steht im Verdacht, zu Oxalat abgebaut zu werden. Dieser Stoff erhöht wiederum das Risiko, Harnsteine zu entwickeln. Daher ist von einer längerfristigen Einnahme eher abzuraten. Versuchen Sie am besten, Ihren Vitamin-C-Bedarf über frisches Obst und Gemüse zu decken.

Wenn Sie die Zusammensetzung Ihrer Harnsteine kennen, können Sie einer Neubildung gezielt durch die Anpassung Ihrer Ernährung vorbeugen helfen. Bei Calciumsteinen sollten Sie beispielsweise darauf achten, dass das Wasser einen Calciumgehalt von 50 Milligramm pro Liter (mg/l) nicht übersteigt. Außerdem sollte man auf Milch und Milchprodukte verzichten, bei Calciumoxalatsteinen darüber hinaus auf Spinat, Rhabarber, Nüsse, rote Rüben, Schokolade, Kakao und Schwarztee. Magnesium kann bei der Prävention von Calciumoxalatsteinen unterstützend eingesetzt werden.

Bei Steinen auf der Basis von Harnsäure sollten Sie Fleisch, Fisch und Wurst weitgehend vom Speiseplan streichen. Aber auch Sojaprodukte, Hülsenfrüchte, Kohl, Spinat und Spargel enthalten relativ viel Purin (ein Stoff, bei dessen Abbau aus der Nahrung im Körper Harnsäure entsteht) und sollten deshalb gemieden werden. Fett- und zuckerarme Kost sowie der Verzicht auf Alkohol, insbesondere Bier, und der Verzehr von viel frischem Gemüse und Obst wirken sich ebenfalls oft positiv auf den Harnsäuregehalt im Blut aus. Im Optimalfall reicht die Ernährungsumstellung aus, um die Harnsäurewerte im Blut zu reduzieren und die Bildung neuer Steine zu verhindern. Leider ist dies oft nicht der Fall. Liegt der Harnsäurewert trotz Einhaltung der Ernährungsregeln beispielsweise dauerhaft über neun Milligramm pro Deziliter, wird eventuell auch eine zusätzliche medikamentöse Behandlung empfohlen, beispielsweise mit Allopurinol.

Der Abbau von Übergewicht ist eine wichtige Vorbeugemaßnahme bei vielen Ursachen von Leistenschmerzen. (Bild: JPC-PROD/fotolia.com)

Der Abbau von Übergewicht sowie regelmäßige Bewegung sind ebenfalls hilfreich, um Harnsteinen und vielen weiteren Erkrankungen vorzubeugen.

Besprechen Sie den individuell auf Ihre Erkrankung abgestimmten Ernährungsplan, die Notwendigkeit und Dosierung von Medikamenten und/oder Nahrungsergänzungsmitteln sowie eventuell notwendige weitere Maßnahmen am besten mit Arzt oder Ärztin, Heilpraktiker oder Heilpraktikerin sowie speziellen Ernährungsberaterinnen beziehungsweise -beratern. (kh, nr; aktualisiert am 14. Januar 2019)

Quellen:
Bierbach, Elvira (Hrsg.): Naturheilpraxis heute. Lehrbuch und Atlas. Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, München, 4. Auflage 2009.

Schweitzer, Rudolf: Bewegungsapparat. Die Heilpraktiker-Akademie. Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, München, 1. Auflage 2012.

Schweitzer, Rudolf: Urologie mit Andrologie. Die Heilpraktiker-Akademie. Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, München, 1. Auflage 2012.