BZgA startet Impfkampagne gegen Masern

Astrid Goldmayer

Unwissenheit der Bevölkerung führt zu sinkenden Impfzahlen bei Masern

05.10.2012

Immer weniger junge Menschen lassen sich gegen Masern impfen. Das ergab eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Demnach liegt der Hauptgrund in der Unwissenheit der Bevölkerung über die möglichen Folgen einer Maserninfektion.

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Masern sind keine keine harmlose Kinderkrankheit
Wie die BZgA am Freitag mitteilte, sieht etwa ein Drittel der Deutschen, die nach 1970 geboren wurden, die Masernimpfung als „nicht so wichtig“ an. Anders als häufig vermutet wird, handelt es sich bei Masern jedoch nicht nur um eine harmlose Kinderkrankheit. Nicht selten kommt es bei einer Infektion mit Masernviren zu Komplikationen wie Mittelohr-, Lungen oder Gehirnentzündungen. Etwa die Hälfte der gemeldeten Masernfälle betrifft Jugendliche und junge Erwachsene. Unter dem Motto „Deutschland sucht den Impfpass“ hat die BZgA eine Kampagne zur Masernimpfung ins Leben gerufen. Damit soll das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützt werden, die Masern in Europa auszurotten. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 1.607 Masernfälle registriert.

„Angesichts der Zunahme von Masernfällen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist es wichtig, die Aufmerksamkeit für das Thema Impfschutz zu erhöhen“, betont die Direktorin der BZgA, Elisabeth Pott. Auch die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI) spricht seit dem Jahr 2010 für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen eine Empfehlung zur Masernimpfung aus, sofern noch kein ausreichender Immunschutz vorhanden ist. Wie die Studie der BZgA zeigt, ist diese Impfempfehlung vielen Bundesbürgern unbekannt. „81 Prozent der nach 1970 Geborenen kennen die neue Impfempfehlung nicht und nur 13 Prozent dieser noch nicht ausreichend vor Masern geschützten Altersgruppe beabsichtigen, sich impfen zu lassen“, heißt in der Pressemitteilung der BZgA. „Als Haupthinderungsgrund nennen 60 Prozent, dass sie niemand auf die Notwendigkeit der Impfung hingewiesen hat“, so eines der Ergebnisse der Studie. (ag)