DAK: Erste Krankenkasse fordert Zusatzbeitrag

Heilpraxisnet

Die drittgrößte Gesetzliche Krankenkasse DAK verlangt bereits zum Februar zusätzliche Versichertenbeiträge
Weitere Krankenkassen werden folgen

Die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) ist die erste Krankenkasse für gesetzlich Pflicht-Versicherte, die von Ihren Versicherten bereits ab Ferbruar 2010 zusätzliche Beiträge ab verlangen wird. Die zusätzlich Kosten werden rund 100 Euro im Jahr betragen. Doch die DAK wird nicht die einzige Krankenkasse sein, die ihre Beiträge erhöhen wird, viele weitere Kassen werden folgen, schon in den nächsten Monaten.

Etwa 10 Millionen Versicherte müssen sich noch in diesem Quartal mit Zusatzbeiträgen für ihre Krankenversicherungen einrichten. Die Versicherten müssen laut Gesetz spätestens einen Monat vor der Fälligkeit des Zusatzbeitrages von ihrer Krankenversicherung informiert werden. Die DAK macht nun den Anfang und wird schon im nächsten Monat von den Versicherten zusätzliche Beiträge verlangen. Insagesamt werden in diesem Jahr der Großteil der Versicherten betroffen sein. Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass rund 51 Millionen Krankenversicherte zusätzliche Beiträge noch in diesem Jahr verrichten müssen.

Mehr zum Thema:

So gab heute der DAK-Vorsitzende Herbert Rebscher bekannt: "Ich werde meinem Verwaltungsrat empfehlen, ab Februar acht Euro zu nehmen". Rund sechs Millionen DAK Versicherte sind betroffen. Der zusätzliche Beitrag soll von allen Versicherten pauschal angehoben werden.

Auch die KKH-Allianz, ebenfalls eine Ersatzkasse und Träger der Gesetzlichen Krankenversicherung nach dem Fünften Sozialgesetzbuch will neue Zusatzbeiträge in der ersten Hälfte des Jahres erheben. Auch viele Betriebskrankenkassen werden wohl folgen. Insgesamt werden wohl die meisten Gesetzlichen Krankenkasse Zusatzbeiträge von ihren Mitgliedern verlangen.

Der Grund für diese Zusatzbeiträge ist das große Defizit in diesem Jahr der Krankenkassen. Das Defizit in der gesetzlichen Krankenversicherung wird auf 7,8 Milliarden Euro für 2010 beziffert. Aufgrund der Unterfinanzierung des Gesundheitsfonds müssten die meisten Krankenkassen Zusatzbeiträge von ihren Versicherten abverlangen. Die Beiträge ließen sich laut Krankenkassen in diesem Jahr nicht mehr vermeiden.

Bringt die Zukunft noch mehr Erhöhungen?
Geht es nach dem Willen vom Bundesgesundheitsminister, Phillip Rösler (FDP), so sollen die Rabattverträge abgeschafft werden. Durch sie sparen die Kassen momentan ein paar Millionen Euro ein. Desweiteren soll der Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Krankenkasse auf 14 Prozent eingeforen werden und die Kopfpauschale eingeführt werden.

Alles Massnahmen, die Versicherte und Krankenkassen finanziell belasten. Durch Maßnahmen wie die mögliche indirekte Absetzung des als pharma- kritisch geltenden und streng nach wissenschaftlichen Kriterien arbeitenden Leiters des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitssystem (IQWiG), Peter Sawicki, könnten für die Kassen weitere Milliardenbeträge entstehen. Allerdings sagte Rösler heute in einem Interview, dass er die IQWIG stärken wolle, wie das benannte Rösler nicht. Zu vermuten ist aber, dass ein Auslaufen des Vertrages von Sawicki noch einmal überdacht wird. (sb, 25.01.2010)