Gefährliches Corona-Virus in Großbritannien

Fabian Peters

In Großbritannien nachgewiesenes Coronavirus von Mensch zu Mensch übertragbar

14.02.2013

In Großbritannien wurde erneut eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus "NCoV" nachgewiesen. Ähnliche Coronaviren waren auch Auslöser der SARS-Pandemie in den Jahren 2002 und 2003. Bei dem aktuellen Nachweis der gefährlichen Coronaviren sei von einer Übertragung der Erreger innerhalb Großbritanniens auszugehen, da die betroffene Person in den zurückliegenden Monaten keinen Auslandsaufenthalt verbrachte, so die Mitteilung der britischen „Health Protection Agency“ (HPA). Erstmals sei damit bei dem neuartigen Erreger auch eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung bestätigt.

Angesichts des erneuten Nachweises des neuartigen Coronavirus zeigten sich die britischen Behörden alarmiert. Die Infektion sei bei einem Familienmitglied bereits zuvor erkrankter Personen am Montag festgestellt worden. Damit habe sich die Zahl der weltweit registrierten Infektionen mit dem gefährlichen Coronavirus auf insgesamt elf erhöht, drei davon betrafen Menschen in Großbritannien. Die erkrankte Person werde derzeit einer Intensivbehandlung im Queen Elizabeth Hospital in Birmingham unterzogen, so die Mitteilung der HPA. Professor John Watson, Chef der Abteilung für Atemwegserkrankungen bei der HPA, erklärte, der Nachweis der „neuartigen Coronavirus-Infektion bei einer Person ohne vorherige Reise in dem Nahen Osten zeigt, dass eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung in Großbritannien stattgefunden hat.“

Erstmals Übertragung der neuartigen Erreger in Großbritannien
Den Angaben der britischen Gesundheitsbehörde zufolge hatten sich sämtliche Patienten, bei denen bislang in Großbritannien einen Infektion mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt wurde, im Zuge einer Auslandsreise nach Pakistan, Saudi-Arabien, Jordanien oder Katar infiziert. So war der 60-jährige Mann, an dem sich nun offenbar ein weiteres Familienmitglied infiziert hat, zuvor in Pakistan und Saudi-Arabien, berichtet die HPA. Die Infektion des nun ebenfalls betroffenen Familienmitgliedes sei vermutlich durch dessen Vorerkrankung und sein somit ohnehin geschwächtes Immunsystem begünstigt worden. Dennoch sei die "zwischenmenschliche Übertragung durchaus überraschend, da bisher nicht bekannt war, dass die neuartigen Erreger von Mensch zu Mensch weitergegeben werden können", berichtet die britische Gesundheitsbehörde.

Infektionen mit den neuartigen Coronaviren verlaufen oft tödlich
Der aktuelle Nachweis des neuartigen Coronavirus liefere „starke Beweise für die Mensch-zu-Mensch-Übertragung, wobei das Risiko einer Infektion in den meisten Fällen immer noch als sehr gering“ bewertet werde, so die Mitteilung der HPA. Denn wäre das neue Coronavirus hoch infektiös, hätte sich eine deutliche größere Anzahl an Betroffenen feststellen lassen, als bislang in den zurückliegenden drei Monaten seit dem ersten Infektionsnachweis beobachtet wurden, so die Einschätzung der Experten. Dennoch sei Vorsicht geboten, denn welches epidemiologische Potenzial Coronaviren entfalten können, habe die SARS-Pandemie vor rund zehn Jahren verdeutlicht. Damals waren laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 800 Menschen an den Folgen einer SARS-Infektion verstorben. Kritisch ist laut Aussage der Experten vor allem die hohe Mortalität bei den aktuellen Coronavirus-Infektionen. Von den elf Patienten die bislang nachweislich an dem neuartigen Coronavirus NCoV erkrankten, sind laut Mitteilung der HPA fünf verstorben.

Ausbreitung der neuen Coronaviren unter Beobachtung
Nicht nur die Weltgesundheitsorganisation und die HPA raten aufgrund des Risikos, das von den mutierten Coronaviren ausgehen kann, zu einer aufmerksamen Beobachtung ihrer Verbreitung. Die nationalen Gesundheitsbehörden wurden von der WHO dazu aufgerufen, das Auftreten schwerer akuter Atemwegserkrankungen genau zu verfolgen. Ungewöhnliche Verteilungsmuster seien "dringend detailliert zu untersuchen". Erkranken Patienten "ohne erkennbaren Grund an einer schwere Lungenentzündung oder anderen schweren Atemwegserkrankungen, sollte auf jeden Fall ein Coronaviren-Test erfolgen", so die übereinstimmende Empfehlung von WHO und HPA. Die britische Gesundheitsbehörde betonte jedoch „in Anbetracht des jüngsten Falls, dass das Risiko einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus für die britische Bevölkerung sehr gering bleibt.“

Anzeichen einer Infektion mit den neuen Coronaviren
Als Anzeichen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus werden neben Entzündungen der Atemwege beziehungsweise beider Lungenflügel auch eher allgemeine Symptome wie hohes Fieber, Husten, Atemnot, Gliederschmerzen und Kopfschmerzen genannt. Angesichts der bisher äußerst geringen globalen Verbreitung der neuartigen Coronaviren ist das Ansteckungsrisiko bislang jedoch extrem gering. Dies hat sich laut Angaben der HPA auch in der niedrigen Übertragungsrate im Umfeld bereits erkrankter Patienten bestätigt. (fp)

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