Kein Alkohol während der Schwangerschaft

Sebastian

Ärzte warnen am Tag des alkoholgeschädigten Kind vor Alkohol Konsum während der Schwangerschaft.

(09.09.2010) Heute ist der 9. September, dieser Tag wird dem alkoholgeschädigten Kind gewidmet. In diesem Zuge warnen Mediziner eindringlich vor dem Konsum von Alkohol während der Schwangerschaft. Denn Alkohol ist die häufigste nicht-genetische Ursache für geistige und körperliche Behinderungen von neugeborenen Kindern.

Die häufigste nicht genetische Ursache für Behinderungen von Babys ist der Alkoholkonsum während der Schwangerschaft. Im Durchschnitt bringt jede dritte Alkohol-Kranke Mutter ein behindertes Kind zur Welt. In Deutschland werden pro Jahr rund 2200 Kinder zur Welt gebracht, die aufgrund von Alkohol während der Schwangerschaft erhebliche Schädigungen, Missbildungen oder Entwicklungsstörungen aufweisen. Die Initiative "FASworld" hat deshalb den neunten September zum Aktionstag gegen Alkoholkonsum während der Schwangerschaft ausgerufen. Weltweit dürften die Auswirkungen Alarmierend sein. Genaue Zahlen und Statistiken gibt es bislang nur in Deutschland.

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Die Worte der Ärzte sind eindringlich und eindeutig, denn die Behinderungen der Kinder wären vermeidbar. So heißt es auf der Internetseite der Initiative: "Trinkt eine Frau während der Schwangerschaft Alkohol, riskiert sie die Geburt eines Kindes, das ein Leben lang unter den Folgen zu Leiden hat." Die Symptome eines alkoholgeschädigten Kindes sind zumeist schon nach der Geburt erkennbar. Nach Angaben des Oberarztes der Kinderintensivstation am Kinikum Klagenfurt, Dr. Martin Edlinger, zeigen sich die Symptome schon nach den ersten Stunden nach der Geburt. Die Babys sind eher klein und sehr dünn, das Gesicht zeigt deutliche Veränderungen. Denn normalerweise sind die Gesichter der Neugeborenen so verschieden, dass keines dem anderen gleicht. Bei Kindern mit dem FASD Syndrom sind die Gesichtszüge weniger differenziert und durchaus gleich erkennbar. Bei etwa 90 Prozent der Kinder treten beispielsweise Augenveränderungen auf. Nach Geburt schreien die meisten Alkohol-geschädigten Kinder sehr schrill und irritierend.

Auch Wachstumsstörungen und Fehlbildungen der inneren Organe treten häufig auf. Zudem sind Schäden in der geistigen und motorischen Entwicklung in den späteren Entwicklungsjahren zu beobachten. Die Kinder leiden ein Leben lang. Aus diesem Grund sollten Schwangere ohne Ausnahme auf Alkohol und auch auf das Rauchen verzichten. Es gebe nämlich nicht, wie viele behaupten, eine sichere Grenze eine Alkoholmenge, die als unschädlich gilt. Dennoch halten sich nur die wenigsten Frauen an dieses Gebot. Laut einer Umfrage der DHS halten sich gerade einmal 2 von 10 Frauen an dieses Gebot kein Alkohol während der Schwangerschaft zu trinken. Es ist also noch viel Aufklärungsarbeit nötig, damit sich diese Zahl deutlich erhöht. (sb)