Kein Knoblauch für Hunde, Pferde und Katzen

Sebastian
Bereits geringe Mengen Knoblauch können bei Hunden, Pferden und Katzen zu schweren Vergiftungen führen
Knoblauch-Tabletten oder angereichertes Futter können bei Hunden und Katzen schwere Erkrankungen hervorrufen. Davor warnt die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“. Bereits eine geringe Dosis reiche aus, um eine lebensgefährliche Anämie (Blutarmut) auszulösen. Die Tiere können bei einer Überdosierung unter den schweren Auswirkungen einer Vergiftung leiden. Dennoch werden zahlreiche Tierfuttersorten und Tierarzneimittel mit Knoblauch im Handel vertrieben. Tierärzte warnen vor deren Gebrauch.

Bild: 135pixels - fotolia
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Knoblauch schädigt die Gesundheit der Haustiere
Knoblauch gilt vor allem in der Naturheilkunde als eine natürliche Heilpflanze, die antibakteriell wirkt und den Menschen vor schweren Krankheiten wie Herzinfarkt oder Thrombose schützt. Kommt Knoblauch allerdings bei Hunden oder Katzen in Form von Präparaten zum Einsatz, können schon bei geringen Mengen lebensbedrohliche Ereignisse entstehen. Für Tiere kann die Knoblauch-Pflanze, im Gegensatz zum Menschen, sehr toxisch wirken. Knoblauch gehört nämlich zur Gruppe der Allium-Gewächse und enthält Schwefelstoffe, die bei Katzen, Hunden oder Pferden rote Blutgefäße zerstören. Durch biochemische Vorgänge bilden sich in ihnen sogenannte „Heinz-Körper“, die einen Zerfall der roten Blutkörperchen provozieren. Auch der Geruchssinn könne empfindlich gestört werden.

Symptome einer Vergiftung durch Knoblauch
Haben die Tiere größere Mengen an Knoblauch verzehrt, können sich schwere Symptome einer Vergiftung zeigen. Die Tiere leiden in Folge an starkem und wässrigem Durchfall, Erbrechen, Übelkeit, blasse und blutarme Schleimhäute, Herzrasen, eine schwere Atmung, ein schwacher Puls und Blut im Urin. Bereits eine geringe Menge von 5 Gramm Knoblauch oder 1,25 Milliliter Knoblauch-Extrakt pro Kilogramm Körpergewicht können schwere Vergiftungen hervorrufen, wenn das Tier die Dosis über mehrere Tage zu sich nimmt. Zeigen Haustiere erste Vergiftungserscheinungen, so sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden.

Angereichertes Tierfutter mit Knoblauch
Noch immer werden nach Informationen der Tierschützer bestimmte Tierfuttersorten mit Knoblauch angereichert, um dem Tierbesitzer eine gesunde Wirkung vorzugaukeln. So sagte die Tierexpertin Birgitt Thiesmann: „Leider sind für Hunde und Katzen immer noch Futter, Leckerlis oder Futterergänzungen mit Knoblauch im Handel“.

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Die Gesundheitswarnung von „Vier Pfoten“ wird auch durch Aussagen der Bundestierärztekammer gestützt. So erklärte ein Sprecher der Kammer, es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass das Beimengen von Knoblauch gegen Wurmbefall helfe. Veterinärmediziner warnen deshalb insbesondere vor frei verkäuflichen Tiermedikamenten, bei denen eine versehentliche Überdosierung von Knoblauch zur Anämie führt. Birgitt Thiesmann rät daher: „Auch wenn sehr geringe Mengen wenig schaden, ist es am sichersten, wenn unsere Vierbeiner kein Knoblauch zu sich nehmen, denn eine positive Wirkung wurde bisher nicht nachgewiesen.“

Zusammensetzung des Futters für Haustiere
In der Hundeosteopathie wird die Zusammenstellung und Anreicherung von Hundefutter seit länger Zeit kritisiert. Grundsätzlich sind Hunde Fleischfresser. Trotzdem sind viele Tierfuttersorten teilweise bis zu 95 Prozent mit Mais, Getreide oder Weizen angereichert. Zudem werden Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe und Farbstoffe mit hinzugefügt, ohne dabei auf der Zutatenliste genauer hinzuweisen. Lesen Sie hierzu auch: Artgerechte Hundeernährung (sb)