Naturheilkunde: Pilze als Medizin

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Mykotherapie – Pilze als Heilmittel

In der Naturheilkunde werden Pilze auch als Medizin eingesetzt. Eine bislang noch wenig bekannte Behandlungsform ist die Mykotherapie, also das Heilen mit Pilzen. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) bedient man sich schon seit Jahrtausenden ihrer Heilkraft, indem Shiitake, Reishi & Co gezielt zur Vorbeugung und Therapie zahlreicher Krankheiten eingesetzt werden. Die Tatsache, dass die Heilpilze mittlerweile vermehrt auch außerhalb der TCM als eigenständige Behandlungsform von Heilpraktikern und naturheilkundigen Ärzten angewandt wird, ist vor allem den Forschungen, Büchern, Vorträgen und Weiterbildungen von Franz Schmaus zu verdanken, der sich seit nunmehr 35 Jahren für die Pilzheilkunde begeistert.

Pilze als Medikamente

Um es gleich vorweg zu nehmen: Für Heilzwecke ist es nicht (mehr) erforderlich, die medizinisch wirksamen Pilze in großen Mengen zu verzehren. Es existieren hochwertige Produkte auf dem Markt, die aus pulverisierten ganzen Zuchtpilzen zu Kapseln verarbeitet werden. Wild wachsende Pilze sollte man auf keinen Fall verwenden, weil Pilze die Gifte aus ihrer Umgebung wie Schwämme absorbieren. Über einen längeren Zeitraum hinweg, der mit einem Heilpraktiker, Arzt oder Mykotherapeuten abgestimmt sein sollte, werden die ausgesuchten Pilzkapseln regelmäßig eingenommen.

Entgiftung mit Heilpilzen

Chronische Krankheiten beruhen meist auf einer herabgesetzten Fähigkeit des Körpers, zu entgiften. Täglich ist der Organismus Toxinen und Schadstoffen ausgesetzt, die wir aus der Umwelt aufnehmen, um sie möglichst vollständig wieder auszuscheiden. Aus der Nahrung nehmen wir Zusatzstoffe auf, die Farbe, Geschmack und Haltbarkeit der Lebensmittel positiv beeinflussen sollen. Immer noch werden giftige Pestizide gegen Pflanzenparasiten eingesetzt und auch aus Luft und Grundwasser gelangen Schadstoffe in Obst, Getreide und Gemüse.

Pilze als Heilmittel in der Naturheilkunde
Pilze als Heilmittel in der Naturheilkunde. Bild: ExQuisine – fotolia

Medikamente, künstliche Duftstoffe und Gifte, die im Abwehrkampf gegen Viren und Bakterien entstehen, belasten Organe und Gewebe. Mykotherapeuten machen sich die Fähigkeit von Pilzen zunutze, Schadstoffe aufzusaugen und in weniger giftige Stoffe umzuwandeln. Alle Heilpilze können aus diesem Grund zur allgemeinen körperlichen Entgiftung eingesetzt werden. Einen besondere Wirkung auf unsere „Entgiftungszentrale“ Leber hat der Reishi (Ganoderma lucidum), der in China als „Pilz des ewigen Lebens“ bezeichnet wird.

Ausgleich für Nerven und Psyche

Ein großer Vorteil der Heilpilze ist deren regulierende Wirkung auf verschiedene Organsysteme. Damit kann ein und derselbe Pilz sowohl Unterfunktionen als auch überschießende Reaktionen ausgleichen.

Der menschliche Organismus gerät manchmal unter Stress, weil er alle ihn umgebenden (stofflichen, emotionalen, sinnlichen, sozialen) Eindrücke aufnehmen und anpassen muss. Dieser Stress wirkt sich dauerhaft als Funktionsstörung von natürlichen Regulationsmechanismen aus. Hormonstörungen, Schlafstörungen, Müdigkeit und Leistungseinbußen können sich so bis zur Depression ausweiten. Auch hier tut vor allem der Reishi gute Dienste, die Balance im Nervensystem wieder herzustellen. Nach Erfahrungsberichten der TCM verleiht darüber hinaus der Raupenpilz (Cordyceps sinensis) Kraft, Ausdauer und Willensstärke nicht zuletzt auch im Sexualleben.

Stabilität für das Immunsystem

Gerät das Immunsystem aus dem Gleichgewicht, kann es zu ständigen Infektionen, Allergien, Autoimmunerkrankungen und Krebs kommen. Der Heilpilz, dem besonders eine regulierende und stabilisierende Wirkung auf das Immunsystem nachgesagt wird, ist der Mandelpilz (Agaricus blazei murril), der eine hohe Konzentration an Immunmodulatoren (ß-Glukanen) enthält. Er wird auch beim Diabetes-I eingesetzt, bei dem das eigene Abwehrsystem die Insulin-Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört. Ein anderer Pilz (Hericium erinaceus) wird bei Allergien eingesetzt, um das Immunsystem über die Darmschleimhaut zu stärken. Zur biologischen Tumortherapie bzw. begleitend zur Chemotherapie werden verschiedene Pilze gegeben, z.B. Polyporus, Hericium, und Coriolus.

Weitere Anwendungsgebiete von Heilpilzen

Weitere Anwendungsgebiete von Heilpilzen
Die Mykotherapie wird bei zahlreichen Symptomen und Erkrankungen eingesetzt. Neben den beschrieben Anwendungen bei Autoimmunerkrankungen, Allergien, Krebs, Depressionen und Diabetes Typ-I und II gibt es auch bei der Therapie Hauterkrankungen (Akne, Neurodermitis), Magen-Darm-Erkrankungen (Sodbrennen, CED), Nierenerkrankungen, Rheuma, Osteoporose, Fibromyalgie, Übergewicht, Arteriosklerose, Bluthochdruck, Atemwegserkrankungen, Herzrhythmusstörungen und vielen anderen Beschwerden positive Erfahrungsberichte.

Pioniere der Mykotherapie in Deutschland

In Deutschland steht vor allem der Name des Mykologen Professor Dr. Jan Lelly für die Einführung der Mykotherapie im Jahre 1975. Inzwischen ist es der Agrarwissenschaftler Franz Schmaus, der seit vielen Jahren (nicht nur in Deutschland) ganz maßgeblich an der Erforschung, Entwicklung und Verbreitung der Therapie mit medizinisch wirksamen Pilzen beteiligt ist. Er beschäftigt sich seit mehr als 35 Jahren mit Heilpilzen und konnte während einer Krebserkrankung eigene Erfahrungen mit der Wirksamkeit der Mykotherapie machen. Zur weiteren Verbreitung seines Wissens um die Heilwirkung von Pilzen gründetete Schmaus ein Institut zur Ernährungs- und Pilzheilkunde, von wo aus er Beratungen, Vorträge und Weiterbildungen für Therapeuten anbietet. (Dipl.Päd. J. Viñals Stein, Heilpraktikerin)

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