Neue Stents verbessern Herzinfarkt-Prognose

Astrid Goldmayer

Neue Generation von Stents verbessern Prognose nach Harzinfarkt

24.08.2012

Neue Stents, die mit Medikamenten beschichtet sind, verursachen laut einer neuen Studie weniger Komplikationen nach einem akuten Herzinfarkt als bislang verwendete Materialien. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher von der Universität Bern. Gemeinsam mit Ärzten anderer Kliniken in Europa und Israel untersuchten sie 1.100 Herzinfarkt-Patienten und veröffentlichten ihre Resultate im Fachmagazin „American Heart Journal“.

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Patienten mit neuen Stents haben weniger Komplikationen im Langzeitverlauf
Mediziner diskutieren immer wieder über die Eignung bestimmter Stentarten. Dank der neuen mit Medikamenten beschichteten Stents könnte sich das bald ändern. Während es in der Vergangenheit häufig zu Infektionen, Herzproblemen oder sogar einem erneuten Verschluss der Koronargefäße nach dem Einsetzen eines Stents gekommen war, verspricht die neue Generation Stents deutlich weniger Komplikationen im Langzeitverlauf.

Im Rahmen der respektiven Studie untersuchten die Forscher 1.161 Patienten in ganz Europa, die zwischen 2009 und 2011 aufgrund eines ST-Hebungsinfarkt entweder mit einem herkömmlichen unbeschichteten oder einem mit Biolimus überzogenen Stent versorgt wurden. Bisher wurde bei beschichteten Stent Sirolimus verwendet, das im Verdacht steht, verschiedene Nebenwirkungen zu verursachen. Deshalb wurde bei der neuen Generation Stents das Immunsuppressivum Biolimus eingesetzt. Dieses Medikament wird besonders aufgrund seines biologisch besser abbaubaren Polymers in der Medizintechnik verwendet.

Studie bestätigt vorige Annahmen
Die Studie bestätigte die Erwartungen an die neuartigen Stents. Patienten, bei denen ein mit Biolimus beschichteter Stent eingesetzt wurde, zeigten deutlich weniger Komplikationen im Langzeitverlauf. „Verglichen mit reinen Metallstents resultierte der Einsatz von Biolimus-Stents mit dem biologisch abbaubarer Polymer in einer geringeren Quote von schweren nachteiligen kardialen Ereignissen bei Patienten mit ST-Hebungsinfarkt, die sich einer primären perkutanen Koronarinterventionen (PCI) unterzogen“, schreiben die Forscher. Es traten 50 Prozent weniger Gefäßverengungen im Vergleich zu unbeschichteten Stents auf. Wie die Autoren der Studie berichten, verhinderten die neuen Stents insgesamt 42 schwere, kardiovaskuläre Ereignisse bezogen auf 1.000 Patienten. (ag)